Ihr Unternehmen?

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Storymachine 
GmbH
Bewertung

Ihr Unternehmen?

Fassade aus Glas, Fundament aus Sand

1,0
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung für dieses Unternehmen in Berlin gearbeitet.

Verbesserungsvorschläge

Das Schiff ist längst mit dem Eisberg kollidiert. Auf der Brücke poliert der Kapitän unbeeindruckt weiter das Deck, während die Oberklasse in ihren Salons sitzt, das Dröhnen der Maschinenräume kaum wahrnimmt und nicht hören will, dass das Schiff untergeht. Unter Deck gehen die Maschinenräume langsam unter, die Arbeit der Mannschaft versinkt im Chaos, während viele in die Rettungsboote springen und das sinkende Schiff verlassen. Die letzten, treuen Mitarbeitenden bleiben wie die Geigenspieler auf der Titanic: sie spielen weiter ihre Melodie, halten die Abläufe aufrecht, obwohl das Schiff unaufhaltsam im Ozean versinkt.

Arbeitsatmosphäre

Manchmal reicht ein einziger Führungswechsel, um sichtbar zu machen, was lange unter der Oberfläche geschlummert hat. In diesem Fall wirkt es weniger wie ein Neuanfang, sondern eher wie das Anknipsen des Lichts in einem Raum, den man lange nur im Halbdunkel gesehen hat.
Mit dem Licht werden plötzlich Dinge erkennbar, die vorher noch als kleine Unstimmigkeiten durchgingen. Strukturen, die nie wirklich stabil waren. Prozesse, die eher Gewohnheit als Strategie folgten. Und eine Unternehmenskultur, die erstaunlich empfindlich auf das reagiert, was eigentlich selbstverständlich sein sollte: offene Rückmeldung aus der eigenen Belegschaft.
Besonders sichtbar wurde diese Dynamik mit der vollständigen Abschaffung von Homeoffice. Begründet wurde sie mit Zusammenarbeit, Kultur und Produktivität. In der Praxis hat sie vor allem einen Effekt: Das Büro ist wieder voll. Jeder Platz besetzt, jeder Bildschirm sichtbar aktiv. Für spontane Kundenbesuche ergibt das ein beeindruckendes Bild. Eine Agentur, die sichtbar arbeitet.

Ob Menschen tatsächlich besser arbeiten, nur weil sie gleichzeitig im selben Raum sitzen, scheint dabei eine erstaunlich zweitrangige Frage zu sein.

Image

Besonders interessant wird dieses Bild im Vergleich zur Außendarstellung des Unternehmens. Nach außen präsentiert sich Storymachine weiterhin als moderne Kommunikationsagentur mit einem klaren Bekenntnis zu Diversität, zeitgemäßen Arbeitsmodellen und internationaler Zusammenarbeit. Intern wirkt vieles deutlich traditioneller.

Work-Life-Balance

Auch die Arbeitsbelastung folgt einer stillschweigenden Logik. Überstunden verschwinden im Gehalt, zusätzliche Arbeit wird selten thematisiert. In manchen Bereichen gehört auch Wochenendarbeit schlicht zum normalen Arbeitsalltag. Sie wird pauschal abgegolten, unabhängig davon, wie viel tatsächlich gearbeitet wird. Engagement wird also gesehen, nur strukturell sichtbar selten.

Karriere/Weiterbildung

Auch beim Thema Entwicklung zeigt sich eine bemerkenswerte Distanz zwischen Struktur und Arbeitsrealität. Gespräche finden statt, aber nicht immer mit den Personen, die die tägliche Arbeit begleiten.

Gehalt/Benefits

Überstunden und zusätzliche Belastung werden pauschal abgegolten. Wochenendarbeit gehört in einigen Bereichen zum Alltag, Zuschläge existieren nicht.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

-

Kollegenzusammenhalt

Der Kollegenzusammenhalt war lange eine der größten Stärken. Doch auch dieses Fundament beginnt sichtbar zu bröckeln. In den letzten Monaten haben auffällig Viele das Unternehmen verlassen oder stehen kurz davor. Teams verlieren innerhalb kurzer Zeit mehrere Kollegen, Erfahrungswissen verschwindet mit ihnen. Was übrig bleibt, ist eine Mischung aus Loyalität, Müdigkeit und der leisen Frage, wie lange dieses Gleichgewicht noch hält.
An manchen Stellen wird diese Situation besonders deutlich. Teams arbeiten zeitweise schlicht ohne feste Leitung. Nicht als bewusstes Experiment in Selbstorganisation, sondern weil Führungskräfte gehen und die Positionen nicht nahtlos weiterbesetzt werden. Verantwortung bleibt, Führung verschwindet. Entscheidungen müssen trotzdem getroffen werden, Kunden erwarten Ergebnisse. Wenn dabei Fehler passieren, sind sie schnell wieder individuell zuordenbar.
Die Stimmung hat sich entsprechend verändert. Wo früher zumindest der Versuch von Vertrauen existierte, dominiert nun eine andere Logik. Präsenz ersetzt Vertrauen, Kontrolle ersetzt Dialog. Viele Teams funktionieren. Allerdings weniger wegen der Struktur über ihnen, als wegen der Menschen neben ihnen.

Umgang mit älteren Kollegen

-

Vorgesetztenverhalten

Auch beim Thema Entwicklung zeigt sich eine bemerkenswerte Distanz zwischen Struktur und Arbeitsrealität. Gespräche über Leistung und Perspektiven finden selbstverständlich statt. Allerdings nicht immer mit den Personen, die die tägliche Arbeit tatsächlich begleiten. Stattdessen entstehen teilweise Konstellationen, in denen operative Arbeit gegenüber Abteilungen erklärt werden muss, deren Blick naturgemäß weiter von den Projekten entfernt ist.

Das führt zu einer eigenartigen Situation. Menschen erklären ihre Arbeit Menschen, die sie nicht sehen. Man könnte sagen, es ist ein wenig so, als würde man ein Theaterstück bewerten, ohne jemals bei den Proben gewesen zu sein.

Arbeitsbedingungen

Vielleicht liegt das größte Paradox dieser Situatio im Ort selbst. Das Büro ist beeindruckend. Große Räume, offene Flächen, eine Umgebung, die Eindruck macht. Für Besucher wirkt alles dynamisch, kreativ.

Im Alltag zeigt sich jedoch schnell, dass Eindruck nicht dasselbe ist wie Funktionalität. Rückzugsorte fehlen, konzentriertes Arbeiten wird schwierig, und auch der Zustand des Gebäudes sorgt regelmäßig für kleine Überraschungen. Dinge funktionieren nicht, gehen kaputt oder werden improvisiert gelöst. Ein Bild, das erstaunlich gut zum Gesamtzustand passt.

Kommunikation

Kommunikation, eigentlich das Kerngeschäft der Agentur, ist intern problematisch geworden. Kritik wird selten als Beitrag verstanden, sondern eher als Störung. Offene Worte haben langfristige Folgen, Debatten finden nur im kleinen Kreis statt, Flurgespräche ersetzen echte Diskussionen.

Gleichberechtigung

Diversität existiert als Begriff, aber weniger als gelebte Struktur. Frauen müssen ihre Kompetenz häufig deutlich sichtbarer beweisen, während sie bei anderen schlicht vorausgesetzt wird. Internationale Kolleginnen und Kollegen verschwinden auffällig oft wieder nach relativ kurzer Zeit. Und wenn sie bleiben, wird ihnen der Alltag nicht unbedingt leichter gemacht. Offiziell sind es immer individuelle Gründe. In der Summe entsteht dennoch ein Muster, das schwer zu übersehen ist.

Interessante Aufgaben

Das eigentlich Bedauerliche daran ist, dass die Arbeit selbst oft spannend wäre. Kunden, Themen, Projekte. Es gäbe genug Potenzial für eine wirklich gute Agentur.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.