Neuer CEO, alter Machtstil: Homeoffice & Kompetenzen adé
Gut am Arbeitgeber finde ich
Gerade ehrlich gesagt nichts.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Dass Führung mit Moral verwechselt wird. Entscheidungen werden nicht erklärt, sondern emotional aufgeladen. Wer nicht mitgeht, gilt schnell als weniger engagiert oder nicht loyal genug. Oder Präsenz höher bewertet wird als Ergebnis. Statt Vertrauen in Leistung zu haben, wird Sichtbarkeit zur Währung. Das ist ein Rückschritt in Richtung Anwesenheitskultur unter modernem Anstrich. Dassindividuelle Lebensrealitäten konsequent ignoriert werden. Pendelzeiten, Care-Arbeit oder mentale Belastung gelten als private Probleme, nicht als Teil verantwortungsvoller Führung. Oder Veränderung verordnet statt gestaltet wird. Es gibt keine Übergangslogik, keine Ausnahmen, keine messbaren Kriterien und kein Angebot im Gegenzug. Nur ein Datum und die Erwartung, dass alle folgen. Dass viel von Kultur gesprochen wird, diese aber kaum Raum für Abweichung lässt. Wer sich nicht vollständig identifiziert, passt offenbar nicht ins gewünschte Bild.
Verbesserungsvorschläge
Das Unternehmen sollte dringend zwischen Haltung und Führung unterscheiden lernen. Entscheidungen wie zum Homeoffice dieser Tragweite brauchen mehr als Pathos und Appelle. Sie brauchen Differenzierung, Transparenz und Vertrauen in erwachsene Mitarbeitende.
Konkret heißt das:
Weg von moralischem Druck und impliziten Loyalitätsprüfungen. Hin zu klaren Kriterien, warum Präsenz erforderlich ist, wann sie Mehrwert schafft und wo sie keinen leistet. Leistung muss operationalisiert werden, nicht romantisiert.
Statt pauschaler Verbote braucht es flexible Modelle, die Rollen, Lebensrealitäten und nachweisbare Performance berücksichtigen. Übergangslogiken, Ausnahmen und messbare Ziele wären ein Mindeststandard moderner Organisationsführung.
Führung sollte weniger auf Nähe und Gefolgschaft setzen und stärker auf Vertrauen, Autonomie und Ergebnisverantwortung. Kultur entsteht nicht durch Ansagen, sondern durch gelebte Fairness und konsistente Entscheidungen.
Kurz:
Weniger Ego.
Weniger Inszenierung.
Mehr Professionalität.
Mehr Respekt vor Menschen, die Leistung bringen, auch ohne täglich sichtbar zu sein.
Arbeitsatmosphäre
Seit dem neuen Führungswechsel zeigt sich vor allem: wer da ist, gehört dazu. Wer nicht da ist, erklärt sich. Die Atmosphäre ist weniger „High Performance“ als „High Pressure“. Viel Wir-Gerede, viel BILD Sprache, wenig echtes Vertrauen. Anpassung wird mit Zugehörigkeit verwechselt.
Kommunikation
Große Worte, kleine Substanz. Entscheidungen kommen top down, verpackt in Motivationslyrik. Meine Leads wurden nicht abgeholt und sind nicht sprechfähig bei Rückfragen....what a fail. Kritik wird nicht verboten, aber moralisch entwertet. Wer widerspricht, steht schnell im Verdacht, „nicht verstanden zu haben, worum es hier geht“.
Work-Life-Balance
Existiert auf dem Papier. In der Realität gilt: Das Büro ist wichtiger als dein Leben außerhalb davon. Pendeln, Care-Arbeit oder mentale Gesundheit sind Privatsache. Wer Probleme hat, passt offenbar nicht ins Idealbild.
Vorgesetztenverhalten
Meine Leads sind super, das neue C-Level eine Vollkatatsrophe.
Interessante Aufgaben
Am Ende des Tages alles das gleiche.
Gleichberechtigung
Frauen haben im neuen C-Level ganz besondere Aufstiegschancen #nicht
Umgang mit älteren Kollegen
alles alte knochen
Arbeitsbedingungen
guter laptop + benefits, homeoffice wurde für alle gestrichen
Gehalt/Benefits
unterbezahlt für das was verlangt wird
Image
Nur Männer als Gründer und Geschäftsführer, eine Frau im C-Level. Merkt ihr es selbst?