Wenn Anspruch und Wirklichkeit stark abweichen und man nicht alles nur auf einen angespannten Markt schieben kann
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Branche und die (ex)Kolleg*Innen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Der manchmal schwer zu fassende Umgang mit den eigenen Leuten. Darum trotz der breit gestreuten Sterne-Verteilung am Ende 'Keine Empfehlung'.
Verbesserungsvorschläge
Vielleicht wird eines Tages der Wert des Mitarbeiters als Mensch mit seinen individuellen Kenntnissen, Stärken und Schwächen (wieder) anerkannt und nutzbringend eingesetzt.
Nicht immer sind Vorschläge der MA als Kritik gemeint: Oft möchte auch ein MA einfach den Unternehmenserfolg vergrößern helfen und dazu einen Beitrag leisten.
Diesen gemeinsamen Vorsatz hatte es beim Start gegeben. Und gerade ein Start-Up könnte an einer Bündelung aller Ideen und Kräfte doch sogar interessiert sein.
Arbeitsatmosphäre
Die Ausfüllhilfe schlägt u.a. vor: 'Loben die Vorgesetzten?'. Ja, wenn ihnen das Lob für den MA in der konkreten Situation einen Vorteil brachte. Ansonsten galt oft 'Nicht geschimpft ist Lob genug', sozusagen der Mensch als Funktionseinheit.
Negatives Feedback / Kritik kam dafür meist sehr schnell und nicht immer sachlich.
Kommunikation
Wieder lt. Ausfüllhilfe: Regelmäßige Meetings gab es, die Themen oft eher ritualisiert. Antwort auf Mail-Anfragen oder konstruktive Vorschläge der MA oft reine Glückssache. Der Eindruck war manchmal: Die Weisheit der gesamten PV-Welt in den Köpfen der GF vereinigt; leider sprach die Wirklichkeit zuweilen eine andere Sprache.
Mail-Nachfragen des Rezensienten nach seinem Arbeitszeugnis bis heute komplett unbeantwortet, geschweige denn erledigt.
Kollegenzusammenhalt
Was von der oberen Führung nicht so oft kam, schufen sich die MA selbst: gegenseitige Hilfe, Unterstützung, Feedback und Wertschätzung, das Wort 'danke' inbegriffen.
Work-Life-Balance
Work-Life-Balance war gegeben, solange man selbst auf sich achtgab, was Arbeitszeiten und Arbeitspensum betraf.
Urlaub in Menge und Planbarkeit immer fair und unkompliziert.
Vorgesetztenverhalten
Wie bewertet man es, wenn ein GF auf eine Nachfrage nach einer Stichtagsregel im Arbeitsvertrag (Gehalts-Fälligkeit am 25. des Monats) vor Dritten behauptet, das stünde gar nicht im Vertrag? Oder wenn ein GF vor Dritten über einen krankheitsbedingt abwesenden MA behauptet 'X feiert wieder krank!'? Bei Kollegen untereinander nennt man das wohl Mobbing, aber wenn ein GF das macht?
Entscheidungsfindungen nicht immer stringent, manchmal kam an der Basis der Eindruck von 'Try-and-Error' auf. Könnte man ja so machen, wenn es nicht oft Geld, Zeit und Nerven kosten würde.
Interessante Aufgaben
Wegen des Start-Up-Charakters kamen zur Haupttätigkeit je nach Situation noch deutlich erweiterte Aufgaben hinzu. Meist mit großem positiven Lerneffekt, manchmal aber auch mit dem Gefühl des 'Notnagels'.
In der Haupttätigkeit auf Grund langer Erfahrung viel Freiheit in der täglichen Ausgestaltung.
Gleichberechtigung
Hier wäre mehr möglich gewesen, das liegt aber vielleicht an der technischen Ausrichtung der Branche.
Jedenfalls keine erkennbare, bewusste Benachteiligung.
Umgang mit älteren Kollegen
Das passte unterm Strich so, zumal der Rezensient selbst nicht mehr ganz jung ist. Am Ende stand dennoch die betriebsbedingte Kündigung.
Arbeitsbedingungen
Was eigene Verantwortlichkeiten betraf, so weit in Ordnung. Lärmpegel und andere kleinere Ärgerlichkeiten waren der Situation im Gebäude des Vermieters geschuldet: Neubau, Monate nach Einzug immer noch oft Bohrgeräusche usw.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Schon wegen der Branche, aber auch wegen der handelnden Personen: hier alles akzeptabel und zeitgemäß.
Gehalt/Benefits
Wieder lt. Ausfüllhilfe: Gehaltshöhe fair und zufriedenstellend: immerhin ein Start-Up. Das Deutschlandticket wurde komplett mit übernommen.
Gehaltszahlung zwar immer pünktlich zum Monatsende, zuletzt aber nicht mehr in Übereinstimmung mit anderer Festlegung im Arbeitsvertrag (siehe bei 'Vorgesetztenverhalten'). Das mögen vielleicht 'äußere Zwänge' gewesen sein...
Image
Einerseits ein großer Image-Bonus wegen der Solarbranche, dazu eine sehr hohe Eigenmotivation der MA. Andererseits mit längerer Zeitdauer die Bestätigung des Wortes, dass nicht alles Gold ist, was glänzt.
Und es gibt noch eine Redensart, die den Beginn der Geruchsbildung bei Wassertieren betrifft. So war für Gesprächsthemen der MA gesorgt, leider nicht immer positiv.
Karriere/Weiterbildung
Es gab das erkennbare Bemühen um gezielte Förderung / Weiterbildung ausgewählter Kollegen. In der Regel blieb es aber jedem selbst überlassen, sich aktuelle Informationen anzulernen und anzueignen.