Hat Potenzial, wird aber nicht umgesetzt
Verbesserungsvorschläge
Antwort auf die Arbeitgeberreaktion:
Vielen Dank für Ihre Rückmeldung auf meine Bewertung.
Ich nehme zur Kenntnis, dass Sie die angesprochenen Themen ernst nehmen möchten. Allerdings möchte ich anmerken, dass Ihre Antwort auf mich eher allgemein und standardisiert wirkt, anstatt konkret auf die von mir geschilderten Probleme einzugehen.
Insbesondere Themen wie eine spürbar angespannte Atmosphäre, mangelnde Kommunikation, das Verhalten von Führungskräften sowie Unsicherheiten im Umgang mit Vielfalt und Gleichberechtigung hätten eine genauere Auseinandersetzung verdient. Es geht dabei nicht nur um individuelle Wahrnehmungen, sondern um strukturelle Aspekte, die viele betreffen könnten.
Die Einladung, sich direkt an das Unternehmen zu wenden, ist grundsätzlich zu begrüßen – allerdings bedarf es dafür eines Vertrauensverhältnisses, das bei einigen Mitarbeitenden möglicherweise fehlt.
Ich hoffe, dass meine Bewertung nicht nur als Pflichtübung zur Außenwirkung gesehen wird, sondern als Impuls, um intern Prozesse und Strukturen nachhaltig zu hinterfragen und zu verbessern.
Ich wünsche Ihnen ebenfalls alles Gute – insbesondere auf dem Weg zu einer offeneren, respektvolleren und transparenteren Unternehmenskultur.
Arbeitsatmosphäre
Insgesamt hinterlässt der erste Eindruck einen positiven Eindruck, doch mit der Zeit entwickelt sich die Atmosphäre eher zu einer leicht toxischen Umgebung. Persönliche Konflikte beeinträchtigen die Kommunikation und die Zusammenarbeit. Manchmal war die Spannung regelrecht spürbar.
Image
Das positive Image stammt hauptsächlich aus Schweden, wird jedoch in Deutschland nicht wirklich modern umgesetzt. Das Thema "Hund im Büro" wird zwar als Benefit angeboten, ist jedoch nicht in allen Büros genehmigt.
Work-Life-Balance
Es gab keine festgelegten Kernarbeitszeiten, dennoch war es notwendig, Überstunden zu leisten, um die Arbeit zu bewältigen. Die neuen Verträge, die Überstunden mit einer Abgeltung von 10 % bedingen, waren dabei eher ernüchternd.
Karriere/Weiterbildung
Ist nicht gegeben.
Gehalt/Benefits
Die Vergütung ist eher unterdurchschnittlich, und dennoch sollen 10 % der Überstunden durch das Gehalt abgegolten werden.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Wird eher propagiert und in einer sehr unterdurchschnittlichen Weise umgesetzt.
Kollegenzusammenhalt
Es wird zwar versucht, Aktivitäten zu fördern, aber leider ausschließlich in der Freizeit – während der Arbeitszeit scheint dafür kein Platz zu sein. Danach wundert man sich, warum die Veranstaltungen eher mäßig angenommen werden.
Vorgesetztenverhalten
Ich kann die Situation nur als negativ bewerten. Beispiele dafür sind, dass Probleme häufig ignoriert und nicht angegangen werden. Zudem werden persönliche Angelegenheiten oft in den Abteilungen besprochen, und es wird hinter dem Rücken über Kollegen gesprochen (Flurfunk). Eine offene Kommunikation findet nur statt, wenn die Androhung einer Kündigung im Raum steht.
Arbeitsbedingungen
Die Ausstattung war insgesamt angemessen: Es gab höhenverstellbare Tische, eine Kaffeemaschine und Trinkwasser, sowie den obligatorischen Obstkorb. Allerdings tropfte die Decke, und einige Ausstattungen wirkten etwas in die Jahre gekommen.
Kommunikation
Ich würde ein Kommunikationsseminar empfehlen, um den Austausch zu fördern. Es wäre hilfreich, miteinander zu reden, anstatt übereinander zu sprechen.
Gleichberechtigung
Es wird zwar oft über das Thema gesprochen, doch insgesamt muss ich sagen, dass ich mich als Mitglied der LGBTQIA+ Community manchmal unsicher gefühlt habe. Dies lag an altmodischen Haltungen, Denkweisen und bestimmten Äußerungen, die mir begegnet sind. Rassistische Äußerungen werden zwar nicht offen ausgesprochen, doch man bekommt sie über den bereits erwähnten Flurfunk mit.
Interessante Aufgaben
Die Projekte sind auf jeden Fall interessant und könnten durch eine effektive oder sogar mäßige Organisation und Kommunikation zeitnah und wirtschaftlich umgesetzt werden.