Vom Volltreffer zur Flaute
What I like about the employer
Der Betrieb hätte theoretisch ein riesiges Potenzial. Es existieren eigentlich alle Strukturen, Rahmenbedingungen und Instrumente (wie Tarifverträge, moderne Ausstattung, Betriebsrat und Compliance), die das Arbeitsleben hier absolut erträglich, sicher und gut machen könnten.
Es ist einfach nur extrem schade, dass diese vorhandenen Stärken von der Führungsebene nicht genutzt werden. Die Basis für einen Top-Arbeitgeber wäre da – sie wird momentan nur leider durch reines Ellenbogendenken und Desinteresse am Wohl der Mitarbeitenden blockiert.
What I dislike about the employer
Absolut untragbar ist die komplette Verweigerungshaltung der Führungsebene, wenn es um die Behebung von internen Missständen geht. Da auf normalem, internem Weg überhaupt keine Reaktion erfolgt und Vorfälle einfach in den Grund und Boden gestampft werden, wird man als Mitarbeitender regelrecht dazu gezwungen, externe Wege einzuschlagen.
Um überhaupt eine Aufklärung zu erzwingen, bleibt oft nur noch der Schritt zu Behörden, rechtlichem Beistand oder der Gang an übergeordnete Stellen wie den Stadtrat, den Bürgermeister oder die Presse. Dass ein kommunaler Betrieb es so weit kommen lässt und fundamentale Probleme intern lieber aussitzt als löst, ist ein absoluter Struktur-Skandal.
Suggestions for improvement
Werkzeuge konsequent nutzen statt blockieren: Die internen Kontrollinstanzen wurden aus gutem Grund geschaffen. Wenn Mitarbeitende schwerwiegende Vorfälle und rechtliche Missstände über die offiziellen Kanäle melden, müssen Compliance und Betriebsrat auch die Freiheit haben, unabhängig zu agieren. Diese Instrumente dürfen nicht von der Führungsebene im Keim erstickt oder ignoriert werden. Wer solche Strukturen schafft, muss sie auch ernst nehmen und rechtlichen Verstößen konsequent nachgehen.
Kultur der Angst beenden: Das Verhängen von „Maulkörben“ und das Verharmlosen von echten Problemen zerstört das Unternehmen von innen heraus. Es braucht eine transparente Fehlerkultur auf Augenhöhe, in der Aufklärung statt Vertuschung im Vordergrund steht.
Führungskompetenz hinterfragen: Wenn die aktuelle Geschäftsführung nicht bereit oder in der Lage ist, die bestehenden Probleme und personellen Fehlentwicklungen an der Spitze anzugehen, sollte dringend über einen personellen Wechsel in der Führungsebene nachgedacht werden. Es braucht an der Spitze fähiges Personal, das Verantwortung übernimmt, anstatt Missstände im Grund und Boden zu stampfen.
Working atmosphere
Der Start im Unternehmen war großartig. Die Arbeit hat enorm viel Spaß gemacht und die Atmosphäre im Team war anfangs genial. Leider hat sich das mit dem Wechsel bzw. Antritt einer bestimmten Führungskraft komplett ins Gegenteil verkehrt.
Unter dieser Leitung kam es zu massiven Spannungen, einem spürbaren Fehlverhalten gegenüber dem Team und deutlichen Compliance-Verstößen. Anstatt diese Probleme aktiv anzugehen, zieht sich die betroffene Führungskraft durch ständige Abwesenheit aus der Verantwortung. Das Interesse an der eigentlichen Arbeit oder dem Team ist gleich null.
Besonders enttäuschend ist die Reaktion der Geschäftsführung: Compliance-Verstöße werden komplett ignoriert. Berechtigte Sorgen und Hinweise der Belegschaft werden mit der Begründung abgetan, man habe „juristisch nichts gegen die Person in der Hand“. Dass hier weggesehen wird, anstatt eine klare Grenze bei Fehlverhalten zu ziehen, zerstört die Arbeitsatmosphäre und das Vertrauen in die Unternehmensführung vollkommen.
Communication
Bis zu einem gewissen Punkt war die Kommunikation im Unternehmen wirklich super. Das hat sich jedoch drastisch geändert, als Probleme offen angesprochen wurden. Seitens der Personalabteilung wurde uns in einem Gespräch unmissverständlich signalisiert, dass Beschwerden und kritische Äußerungen unerwünscht sind und negative Konsequenzen für uns haben könnten. Das kam einer klaren Drohung gleich und hat die Kommunikation nach oben hin komplett blockiert.
Ein offener Austausch findet nicht mehr statt. Gravierende Missstände und Verstöße, die intern gemeldet werden, werden nicht ernst genommen, sondern verharmlost und als bloße „Biergartengeschichten“ abgetan. Kritikfähigkeit und eine transparente Kommunikation auf Augenhöhe existieren hier leider nicht mehr.
Collegiality
Hier muss man ganz klar unterscheiden: Innerhalb des eigenen, direkt betroffenen Teams ist durch die anhaltenden Spannungen und das Verhalten der Führungsebene leider vieles zerstört worden.
Was jedoch absolut positiv hervorzuheben ist, ist der abteilungsübergreifende Zusammenhalt. Das Kollektiv mit den anderen Abteilungen im Haus funktioniert hervorragend. Man versteht sich untereinander, hält in schwierigen Zeiten zusammen und der Austausch ist völlig in Ordnung. Dieser Rückhalt unter den Kollegen ist das einzig verbliebene Highlight.
Work-Life Balance
Für mich persönlich gibt es hier absolut keinen Grund zur Beschwerde – ich habe in meiner Position wahrscheinlich die beste Work-Life-Balance im gesamten Betrieb.
Man muss allerdings fairerweise dazu sagen, dass es extrem stark von der jeweiligen Position und Abteilung abhängt. Während man in anderen Abteilungen oder spezifischen Rollen (wie beispielsweise im Fahrdienst / als Busfahrer) kaum eine Chance auf eine ausgewogene Work-Life-Balance hat, sieht es in Bereichen abseits des operativen Kerngeschäfts ganz anders aus. Für mich persönlich top, für das Gesamtbild im Unternehmen aber sehr ungleich verteilt.
Leadership behavior
Das Vorgesetztenverhältnis ist auf allen Ebenen absolut zerbrochen, ein Vertrauensverhältnis existiert nicht mehr. Es drängt sich der Eindruck auf, dass auf den Führungsebenen vor allem Eigenschutz betrieben wird, statt Verantwortung zu übernehmen.
Schwere Compliance-Verstöße auf der Ebene der Abteilungsleitung werden von der übergeordneten Bereichsleitung, der Geschäftsführung sowie der Personalabteilung komplett ignoriert und ausgesessen. Sobald Missstände intern offen angesprochen werden, wird den Mitarbeitenden konsequent ein Maulkorb angelegt.
Hier passieren Dinge, die arbeitsrechtlich absolut angreifbar sind. Anstatt diese Verstöße aufzuklären, wegzusehen und das Thema totzuschweigen, müssten Geschäftsführung und Compliance hier dringend konsequent durchgreifen, die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen und das Führungspersonal grundlegend schulen. Ein absolut untragbares Führungsverhalten.
Interesting tasks
Man darf hier einfach nicht allzu viel erwarten. Als öffentlicher Betrieb in der Hand der Stadt München ist hier alles sehr starr durchstrukturiert. Wer als Busfahrer oder Werkstattmeister eingestellt wird, macht genau das – nicht mehr und nicht weniger.
In den anderen Abteilungen sieht es ähnlich aus: Da extrem penibel auf Tarifstrukturen und genaue Stellenbeschreibungen geachtet wird, gibt es kaum Spielraum für Flexibilität. Auf lange Sicht werden die Aufgaben dadurch leider wenig abwechslungsreich und können phasenweise sogar ziemlich öde sein. Wer Innovation oder dynamische, wechselnde Herausforderungen sucht, ist hier falsch. Es ist eben Dienst nach Vorschrift im starren System.
Equality
In diesem Bereich hängt das Unternehmen leider noch tief in den 90er-Jahren fest. Ein offener Umgang mit Diversität ist wahnsinnig schwierig, und ein unbefangenes Outing im Team ist aufgrund der vorherrschenden Kultur kaum vorstellbar. Toleranz und echte Gleichberechtigung werden hier im Alltag leider noch viel zu wenig gelebt, was man auch an einer spürbaren Fluktuation bzw. einem ständigen Durchfluss von Teilnehmenden merkt.
Fairerweise muss man sagen, dass sich die Gleichberechtigungsbeauftragten alle Mühe geben und man erst seit diesem Jahr (2026) sieht, dass hier endlich versucht wird, etwas Modernes aufzubauen. Das war über all die Jahre zuvor absolute Fehlanzeige. Es ist gut, dass sich jetzt mühsam etwas bewegt, aber der Nachholbedarf und der Kulturwandel, der hier noch vor den Verantwortlichen liegt, sind riesig.
Interaction with older colleagues
Wenn im Umfeld alles stimmt, kann man in diesem Unternehmen durchaus gut alt werden. Für ältere Mitarbeitende, die schon lange dabei sind, wird in der Regel immer eine gute Lösung gefunden.
Ich erlebe das selbst bei Kollegen, die kurz vor dem Rentenalter stehen: Sie können ihre Arbeit absolut entspannt angehen, machen sich keinen unnötigen Stress mehr und sind durch die Strukturen des Betriebs gut versorgt und abgesichert. In dieser Hinsicht bietet das Unternehmen für langjährige Kräfte definitiv einen sicheren und verlässlichen Hafen.
Working conditions
Die materiellen und technischen Arbeitsbedingungen sind absolut in Ordnung. Das Unternehmen ist ein moderner Betrieb mit zeitgemäßer Ausrüstung und es wird in neue Fahrzeuge investiert – hier gibt es nichts auszusetzen. Wenn man sich brav an „Dienst nach Vorschrift“ hält, lässt es sich hier gut arbeiten.
Auch tariflich tut sich etwas: Die Reduzierung auf die 38,5-Stunden-Woche (durchgesetzt durch die ver.di) sorgt für eine schrittweise Entlastung in den kommenden Jahren. Das zeigt: Die Rahmenbedingungen und die Ausstattung stimmen – das eigentliche Problem des Unternehmens liegt definitiv nicht bei der Technik, sondern rein in der zwischenmenschlichen und personellen Struktur der Führungsebene.
Environmental and social responsibility
Umweltbewusstsein: Hier zeigt sich ein extremes zweischneidiges Schwert. Nach außen hin verkauft sich das Unternehmen als sehr umweltbewusst und verweist auf erreichte Ziele. Schaut man aber hinter die Kulissen, klaffen Schein und Sein weit auseinander. Im Alltag wird kaum auf Ressourcen geachtet (Laptops werden tagelang nicht heruntergefahren, Lichter brennen durchgehend). Besonders paradox wird es im Fuhrpark: Da werden moderne Elektrobusse angeschafft, die dann aber mit einer Diesel-Standheizung betrieben werden. Das ist für einen Betrieb mit diesem Image schlichtweg peinlich.
Sozialbewusstsein: Von sozialer Verantwortung ist im Alltag leider wenig zu spüren. Die Dienstplanung nimmt keinerlei Rücksicht auf familiäre Verpflichtungen. Als Vater von vier Kindern habe ich klar kommuniziert, dass ein bestimmter Dienst familiär absolut nicht machbar ist und nicht den vertraglichen Vereinbarungen entspricht. Anstatt gemeinsam nach einer sozialen Lösung zu suchen, wird man stattdessen einfach in den Dienst gezwungen. Flexibilität und familiengerechte Unterstützung sehen anders aus.
Salary/Social benefits
In diesem Bereich muss man dem Betrieb definitiv einen großen Pluspunkt geben. Das Gehalt kommt absolut zuverlässig und überpünktlich am Ende des Monats auf das Konto – darauf ist zu 100 % Verlass.
Zudem werden die vertraglichen Sozialleistungen wie das Weihnachtsgeld ohne Wenn und Aber gezahlt. Auch wenn es an der menschlichen Führung im Unternehmen an allen Ecken und Enden hakt: Die finanzielle Sicherheit und die tariflichen Leistungen sind ein absolut solider und verlässlicher Faktor, über den man sich nicht beschweren kann.
Image
Nach außen hin investiert das Unternehmen viel in sein Image und präsentiert sich als toleranter, familiärer und attraktiver Arbeitgeber. Die interne Realität sieht jedoch völlig anders aus: Das Image ist intern komplett am Boden und es kriselt spürbar in fast allen Abteilungen. Die Geschäftsführung scheint den Blick für die Realität vor Ort schon lange verloren zu haben.
Besonders paradox ist die aktuelle Personalpolitik, die nach außen völlig verzerrt dargestellt wird: Während in der Öffentlichkeit oft über Personalmangel geklagt wird, wird intern kommuniziert, man sei überbesetzt, und es wird ein massiver Stellenabbau von rund 20 % vorangetrieben. Es werden aktuell reihenweise Stellen abgebaut, was zu enormer Verunsicherung führt. Unter diesen Bedingungen ist es derzeit kaum möglich, sich im Betrieb erfolgreich weiterzuentwickeln. Die glänzende Fassade nach außen passt absolut nicht zu den tatsächlichen Zuständen im Inneren.
Career/Professional development
Die Aufstiegschancen im Konzerngefüge von SWM und MVG sind durchaus vorhanden, allerdings an klare Bedingungen geknüpft: Wer sich absolut loyal verhält, sich strikt an die internen Regeln hält und den vorgegebenen Weg mitgeht, kann durchaus eine sehr solide und steile Karriere durch die verschiedenen Abteilungen machen. Die Strukturen bieten hier theoretisch viele Pfade.
Man sollte sich jedoch keinen Illusionen hingeben, was die absoluten Spitzenpositionen angeht. Wer glaubt, hier rein durch Leistung und Fachkompetenz ganz nach oben zu kommen, wird oft enttäuscht. Ab einer gewissen Ebene spielen spürbar „Vitamin B“, interne beziehungen und strategische Kontakte eine größere Rolle als das tatsächliche Können. Höhere Führungspositionen scheinen oft im Kreis bestimmter Netzwerke vergeben zu werden, was den Aufstieg für Außenstehende blockiert.


