Hauptsache Geld, Geld, Geld
Gut am Arbeitgeber finde ich
Flexible Arbeitszeiten, Ghosting hält den Chat leer
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Leider kann ich nach 1,5 Jahren in der Firma keine positive Bewertung abgeben.
Von Anfang an gab es wenig Struktur. Das war für mich erstmal gar kein Problem, weil ich es eher als Herausforderung gesehen habe. Ich dachte, man kann gemeinsam etwas aufbauen und verbessern. Das funktioniert aber nur, wenn die Teams auch miteinander kommunizieren. Und genau das war für mich eines der größten Probleme. Teilweise bekommt man auf Fragen einfach keine Antwort und wird ignoriert, obwohl man auf die Rückmeldung angewiesen ist, um seine eigene Arbeit machen zu können.
Generell hatte ich immer mehr das Gefühl, dass am Ende hauptsächlich Verkauf und Geld zählen. Hauptsache verkaufen. Was danach kommt und ob der Kunde wirklich zufrieden ist, hatte fast nie einen angemessenen Stellenwert. Auch intern habe ich leider oft die Menschlichkeit vermisst. Rückblickend kann ich das Arbeitsumfeld nur als toxisch beschreiben.
Nach einer größeren Umstrukturierung wurde ein externer Geschäftsführer bzw. korrekter gesagt Mikromanager eingesetzt und ab da wurde es für mich und mein Team noch schwieriger. Es kamen viele neue Vorgaben und Anweisungen, aber wenig Verständnis dafür, wie die Mitarbeiter vorher gearbeitet haben oder was im Alltag überhaupt realistisch ist. Das Tagesgeschäft der Neukunden hat keinen interessiert, sodass mein Teamleiter der erste war der ging.
Als Projektmanagerin sollte ich zum Beispiel morgens im Daily vor der ganzen Gruppe erzählen, was ich an diesem Tag alles machen werde. Wer mehrere Projekte gleichzeitig betreut, weiß aber auch, dass man nicht morgens schon jeden einzelnen Punkt des Tages vorhersehen kann. Es gibt feste Termine, aber vieles entsteht im Laufe des Tages durch Kunden, Kollegen, Rückfragen oder Probleme in den Projekten.
Was mich ebenfalls frustriert hat: Wenn ich Kollegen wegen meiner Projekte nach einem Status gefragt habe, kam teilweise keine Antwort. Gleichzeitig wurde mir in einem Gespräch gesagt, ich solle meine Kollegen fragen, was sie sich von mir wünschen. Irgendwann wusste ich ehrlich gesagt selbst nicht mehr, wie meine Rolle dort eigentlich gesehen wird. Teilweise hatte ich eher das Gefühl, als Sekretärin wahrgenommen zu werden als als Projektmanagerin.
Am meisten enttäuscht hat mich aber, wie am Ende mit mir umgegangen wurde. Kurz vor Monatsende hatte ich ein Gespräch von über 1,5 Stunden, bei dem ich das Gefühl hatte, dass unbedingt irgendein Fehler bei mir gefunden werden sollte. Dabei war bekannt, dass ich zwei Tage vorher noch rund 1.000 km wegen der Beerdigung eines geliebten Menschen gefahren war.
Natürlich erwarte ich nicht, dass sich in einer Firma alles um meine private Situation dreht. Aber ein bisschen Menschlichkeit und Empathie kann man meiner Meinung nach trotzdem erwarten. Gerade die Art und der Zeitpunkt dieses Gesprächs haben mir endgültig gezeigt, dass ich mich in dieser Firma nicht mehr wohlfühlen kann.
Ich habe dort 1,5 Jahre gearbeitet und könnte noch viele weitere Situationen aufzählen. Für mich persönlich steht am Ende leider fest: Zu viel Fokus auf Verkauf und Geld und zu wenig auf Kommunikation, Qualität und Menschlichkeit.
Ich würde die Firma aufgrund meiner persönlichen Erfahrung nicht weiterempfehlen - weder als Kunde noch als Mitarbeiter.
Verbesserungsvorschläge
Anzahl der Neukunden einem realistischen Volumen anpassen anstatt sich über Siege vor Gericht zu freuen.
Menschen wie Menschen behandeln, anstatt Mobbing auch noch zu unterstützen und Betroffene zu einem Gang der Schande zu Mobbern zu schicken.


