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kununu Prüfprozess
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Ich habe den Bewerbungsprozess insgesamt als widersprüchlich und im Verlauf auch als unprofessionell erlebt.
Nach einem ersten Kennenlernen erhielt ich zunächst eine Absage mit der Begründung, es habe „nicht gepasst“. Später wurde ich erneut kontaktiert und zu einem Probetag eingeladen. Im weiteren Verlauf vermittelte mir die Geschäftsführung dann, man sei sich bei mir „sehr einig“ gewesen und wolle mich unbedingt gewinnen. Diese Abfolge wirkte rückblickend inkonsistent und wenig wertschätzend. Eine Absage sollte aus meiner Sicht erst erfolgen, wenn eine Entscheidung belastbar getroffen wurde.
Zudem war in der Ausschreibung nicht klar ersichtlich, dass es sich um eine Vollzeitstelle mit erweitertem Aufgabenprofil (inkl. Projektkoordination) handelt. Meine ursprüngliche Gehaltsangabe basierte daher auf einem engeren Tätigkeitsbild. Im Verlauf wurde deutlich, dass Umfang und Verantwortung größer sind als beschrieben, was sich auch im Gespräch mit der Geschäftsführung bestätigte. Entsprechend passte ich meine Gehaltsvorstellung an. Für beide Seiten nachvollziehbar und im Gespräch unproblematisch.
Im vorherigen Bewerbungsgespräch wurde mir mitgeteilt, dass die Gehaltsverhandlung bei der Geschäftsführung liege. Für mich war das ein klares Signal, die konkrete Abstimmung dort zu führen. Im Gespräch wurde mir dann mündlich ein höheres Gehalt in Aussicht gestellt. Im anschließenden Vertrag wich die Vergütung jedoch davon ab.
Auf meine sachliche Rückfrage dazu sowie zu Vertragsinhalten (u. a. den Wunsch nach einem Überstundenausgleich) wurde ich nicht von der Geschäftsführung kontaktiert, sondern zu einem Telefonat mit zwei Redaktionsverantwortlichen gebeten. In diesem Gespräch wurde mir wiederholt vorgeworfen, meine ursprüngliche Gehaltsangabe sei „intransparent“ gewesen. Meine Erklärung, dass sich meine Vorstellung aufgrund des erweiterten Aufgabenprofils angepasst hatte und mir zuvor die Verhandlung auf Geschäftsführungsebene zugewiesen worden war, wurde nicht aufgegriffen. Stattdessen wiederholten sich Vorwürfe und Rechtfertigungen, sodass kein konstriver Austausch möglich war.
Die Gesprächsatmosphäre empfand ich als zunehmend defensiv und vorwurfsvoll. Raum für einen offenen Austausch entstand nicht, die Situation eskalierte vielmehr. Am Ende erklärte ich respektvoll, dass ich mir aufgrund der entstandenen Stimmung eine Zusammenarbeit nicht vorstellen kann, obwohl mir Team und Aufgaben zuvor gefallen hatten. Daraufhin wurde mir schnippisch „alles Gute“ gewünscht, ergänzt um die Bemerkung „Selbstreflexion schadet nicht“, gefolgt von Lachen und einem abrupten Auflegen. Das habe ich im Bewerbungsprozess als unangemessen und respektlos erlebt.
Zudem entstand bei mir der Eindruck, dass interne Abstimmungen zu Gehalt und Vertragsbedingungen unklar waren und Verantwortlichkeiten nicht eindeutig geregelt sind. So wusste ein Redaktionsverantwortlicher beispielsweise nicht, dass mir die Geschäftsführung mündlich eine Gehaltsanpassung zugesagt hatte. Auch Führungsstil, Werteverständnis und Kommunikation wirkten auf mich wenig reflektiert und eher hierarchisch geprägt. In der Summe entstand für mich keine vertrauensvolle Grundlage.
Rückblickend irritieren mich auch zwei Situationen mit der Geschäftsführung: Beim Probetag wurde scherzhaft gesagt „wir beuten hier Leute aus“, im Gehaltsgespräch fiel als Einstieg „wir sind die Bösen“. Auch wenn dies als Humor gemeint war, wirkte es in diesem Kontext unreflektiert und erzeugte eher Misstrauen. Zudem wurde kommentiert, man sehe mir nicht an, dass ich nicht in Deutschland geboren sei, und es wurden stereotype Fragen zu meiner Herkunft gestellt (z. B. ob ich „20 Kinder und eine Frau“ habe). Das empfand ich als unangemessen.
Ich empfehle daher:
* Stellenumfang und Verantwortungsbereich klar auszuweisen
* Absagen erst nach finaler Entscheidung auszusprechen
* Gehaltsabsprachen intern verbindlich zu klären
* Vertragsinhalte konsistent zu kommunizieren
* Rückfragen ausschließlich durch entscheidungsbefugte Personen zu klären
* Gespräche respektvoll und lösungsorientiert zu führen
* Führungs- und Kommunikationskultur zu reflektieren (ggf. extern begleitet)
* Sensibilisierung für Leadership, Machtverantwortung sowie Mikroaggressionen und unbewusste Diskriminierung
Ich habe mich letztlich gegen eine Zusammenarbeit entschieden, da für mich bereits im Bewerbungsprozess weder fachlich noch menschlich eine tragfähige Basis erkennbar war.