Seitdem Prosus Lieferando gekauft hat, ist es von Monat zu Monat nur noch schlechter geworden. Ihr gehört vor Gericht.
Gut am Arbeitgeber finde ich
An sich flexible Arbeitszeiten. Wenn man bereit ist wie ein Tier jede Sonntags-, Feiertags- & Nachtschichten zu nehmen, kann man sogar halb so viel Bonus verdienen, wie früher zu normalen Arbeitszeiten mit dem alten Bonussystem
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das ist ein Thema, über das ich vielleicht sogar ein Buch schreiben sollte.
Hier ein kleiner Sneak Peak:
Vertrau nicht auf das, was die in Berlin sagen. Hinterlistigste Kategorie Mensch, der ich je begegnet bin.
Verbesserungsvorschläge
Verkauft euch doch einfach nochmal.
Arbeitsatmosphäre
Seit der Abschaffung der von Lieferando gestellten Fahrräder stehen die früher als Fahrradlager und Pausenraum genutzten Räume den Fahrern praktisch nicht mehr als Aufenthaltsraum zur Verfügung. Die Couches bzw. der ehemalige Pausenraum sind zwar noch vorhanden, zugänglich sind die Räume jedoch nur noch während der Sprechzeiten der Courier Coordinator. Außerhalb dieser Zeiten bleiben sie verschlossen.
Dadurch fehlen für mich auch die kleinen Dinge, die den Arbeitsalltag angenehmer gemacht haben. Während der Pause oder auch zwischendurch während der Schicht konnte ich mir früher frisches Trinkwasser holen, und morgens gab es die Möglichkeit, sich einen Kaffee zu machen. Dass diese Möglichkeiten heute praktisch nicht mehr bestehen, empfinde ich als deutliche Verschlechterung der Arbeitsatmosphäre.
Kommunikation
Es gab so viele betriebliche Änderungen in den letzten Monaten, in denen wir erst kurz vor knapp informiert wurden. Zum Beispiel die Abschaffung der Hub Bikes. 2 Wochen vo der ersten Schicht mit unseren eigenen Fahrrädern kam die Mail, dass Lieferando nun keine Bikes mehr stellt. Für viele war das sehr problematisch. Einige haben sich ein falsches Bike bestellt, mussten umtauschen. Andere mussten mehrere Wochen auf ein günstiges aus China warten, manche konnten auch einfach nicht weiterarbeiten. Unbezahlt natürlich. Ganz zu schweigen von den Leuten, die jahrelang ein eBike gefahren sind und es mit einem normalen Fahrrad nicht schaffen. Die mussten sehr viele weit mehr bezahlen, als was Lieferando für eine angemessene Kompensation hält.Meiner Meinung nach alles nur Methoden um uns rauszuekeln, bevor sie uns kündigen müssen.
Kollegenzusammenhalt
Wenn man seine Kollegen mal trifft, kann man sich kann auch mal unterhalten. Habe mir etwas mehr Einsatz vom Betriebsrat gewünscht.
Work-Life-Balance
Früher war’s cooles, wegen der flexiblen Arbeitszeiten. Aber das Bonus System wurde so geändert, dass man nur noch Bonus verdient, wenn man an Sonntagen, Feiertagen und Nachtschichten arbeitet. Dennoch ist nur noch die Hälfte des Bonus möglich, der vorher möglich war
Vorgesetztenverhalten
Brauch ich da noch irgendetwas zu sagen? Danke Prosus, ihr habt Lieferando kaputt gemacht
Umgang mit älteren Kollegen
Langjährige Mitarbeiter werden bevorzugt gekündigt. Da Lieferando Ende des Jahres alle Mitarbeiter kündigen möchte, sind dafür ein Sozialplan nötig und damit auch ein Riesen Haufen Abfindungen, den die bezahlen müssten. Deshalb werden gerade reihenweise langjährige Mitarbeiter gekündigt. Da spart sich Lieferando teilweise 10-20.000€ pro gekündigtem Mitarbeiter.
Arbeitsbedingungen
Unser Hauptarbeitsmittel, unsere Fahrräder werden seit kurzem nicht mehr gestellt. Dafür gab es eine mickrige Kompensation von 1000€ Brutto, also 760€ Netto. Jetzt mussten sich alle Lieferando Fahrer ein eigenes Fahrrad kaufen.
Gehalt/Benefits
Gehalt wird einfach gekürzt. Argumentiert wird damit, dass die Bonuszahlungen, welche jahrelang einen großen Teil unseres Gehalt ausgemacht haben auf freiwilliger Basis beruhen. Komisch nur, dass die Bonuszahlungen sogar insofern fester Bestandteil war, dass der durchschnittlich verdiente Bonus auch im Krankheitsfall gezahlt wurde.