Ein Riesendampfer treibt führungslos im Meer.
Verbesserungsvorschläge
Haltet daran fest, dass in der Vergangenheit euren Mitarbeitenden Vertrauen entgegen gebracht und Freiheiten eingeräumt wurden, aus denen gute und innovative Dinge entstanden sind. Seit einiger Zeit wird genau an diesen Stellschrauben gedreht, was den Weggang vieler, guter und lang etablierter Kolleg:innen zur Folge hatte und die gesamte Arbeitsmoral und dass, was neusta mal ausgemacht hat, in den Keller zieht.
Arbeitsatmosphäre
Die "10-Mann-Bude-im-Herzen" gibt es nicht mehr. Man ist in den Jahren vor der Pandemie zu schnell gewachsen und hat das Wachstum nicht wieder regulieren können. Strategische Entscheidungen der Holding haben die Firma nie selbstständig werden lassen und aus diesem Scherbenhaufen wird nun - mit der zweiten Organisationsänderung in drei Jahren - versucht sich heraus zu manövrieren. Dabei werden ehemalige Werte, wie Vertrauen und Wertschätzung (seitens der Geschäftsführung) völlig über Bord geworfen. Die Crew hält diesen Dampfer auf Kurs aber niemand steht am Steuer.
Image
Die Firma selber hat kein eigenes Image. Das Image nach außen möchte die Holding liefern und dort wird ziemlich viel Getöse um das Image gemacht und sehr viel Wert auf das aufgesetzte Image der "digital family" gelegt. Dies passiert jedoch alles ohne viel Substanz: Man ist auf den entsprechenden Messen unterwegs, okay. Der eigene Podcast interviewt irgendwelche Menschen aus der IT Welt, die oft nichtmals Kund:innen sind, anstatt die eigene Firmenkultur und das Know-How der eigenen Mitarbeiter.innen nach außen zu präsentieren. Trotz der Größe und des Umsatzes ist team neusta weitestgehend ein kleiner Player in der deutschen IT Welt.
Work-Life-Balance
Passt! Flexible Arbeitszeiten ohne Kernarbeitszeit mit quasi freier Zeiteinteilung. Einzig die angeordnete Zwei-Tage-ins-Office-Regelung stört hier.
Karriere/Weiterbildung
Es gibt/gab die so genannte Lab Time, in der Mitarbeiter:innen 12 Std. im Monat zur freien Verfügung hatten, sich mit Themen zu beschäftigen, die sie interessieren. Diese Freiheit wird aktuell eingeschränkt, dadurch, dass die Geschäftsführung diese Zeit in einen "Freigabeprozess" eingeschlossen hat, um diese Zeit "thematisch zu lenken".
Das Onboarding neuer Mitarbeiter:innen ist ausführlich und gut in einem "Labor" strukturiert, darüber hinaus wird Weiterbildung als Bringschuld gesehen aber ungern bezahlt. Man muss sich eh selber drum kümmern.
Klassische Karrieren gibt es hier nicht, wegen der flachen Hierarchien. Es gibt bestimmte Rollen mit mehr Verantwortung, in die man aufsteigen kann. Das muss sich aber nicht automatisch aufs Gehalt auswirken.
Gehalt/Benefits
It depends. Als langjähriger Mitarbeiter kann man hier sehr gut verdienen, wenn man mit dem zuständigen Geschäftsführenden entsprechend verhandeln kann. Es wird seit mehreren Jahren an transparenten Gehaltsbändern gearbeitet, gibt es aber noch nicht. Es werden 12 Gehälter gezahlt, es gibt Zuschüsse zur BAV und VL auf Nachfrage.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Man erlaubt sich als Firma keinen eigenen Wertekompass. Man macht, was Geld bringt. An einigen Stellen gibt es ein Umweltbewusstsein aber eher aus rechtlichen Gründen, denn aus Überzeugung.
Kollegenzusammenhalt
In der kleinen Bubble seiner Projektteams ist der Zusammenhalt sehr gut. Da diese aber selten langfristig bestehen bleiben, kann sich so etwas, wie ein Teamspirit kaum entfalten. Untereinander geht man recht wertschätzend miteinander um. Man sitzt ja im selben Boot.
Vorgesetztenverhalten
Flache Hierarchien: 400 Mitarbeitende auf 4 (jetzt 6) Geschäftsführende mit völlig verschiedenen Führungsstilen. Wer da eine objektive Beurteilung erwartet, wird enttäuscht. Noch dazu, dass Kolleg:innen je nach Projektzugehörigkeit den Geschäftsführenden "unter"geordnet sind, was bei - wie oben angesprochen - wechselnden Projekten dazu führt, dass dich evtl. jemand beurteilt, der dich kaum kennt. Es wird aktuell versucht 360° Feedbacks einzuführen aber über den Standardfragebogen ohne Substanz geht das nicht hinaus.
Arbeitsbedingungen
Großraumbüro: Laut, da alle eh in Teams Calls hängen.
Gebäude: Imposant aber gerade im Sommer unerträglich warm, da keine Klimaanlage, nur Durchzug in Außentemperatur.
Hardware: Okay bis Sehr gut, je nachdem, wie gut man vernetzt ist. Ausstattung fürs Home Office gibt es keine, weil ja "mobiles Arbeiten".
Software: Die zum Arbeiten notwendige Software ist gut. Es gibt zu viele Tools und zu wenig Konsolidierung.
Kommunikation
Ja, man kommuniziert Zahlen, Daten, Fakten aber ohne Substanz. Es gibt keine klare Linie und keine Zukunftsstrategie. Die Werte des Unternehmens gehen über "Geld verdienen" nicht hinaus. Man predigt Selbstorganisation, stabile Teams und Agilität, personelles Micromanagement und Fremdbestimmtheit prägen den Arbeitsalltag.
Interessante Aufgaben
Auf Grund der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Lage werden willkürlich Kolleg:innen abseits ihres Fachgebiets in Projekte gesteckt, von denen sie keine Ahnung haben. Das sorgt für Frust bei Kolleg:innen und Kund:innen. Es gibt einige, interessanten Großkunden aus verschiedensten Branchen mit durchaus interessanten Aufgaben.
