Unprofessionell und rückständig in allen Bereichen
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
TECVIA Kununu
Nach vielen Stationen in verschiedenen Verlagshäusern durfte ich 2025 die Tecvia GmbH kennenlernen und möchte hier Eindrücke wiedergeben, die ich dort gesammelt habe. Unter dem Strich ist es erstaunlich, wie unprofessionell und rückständig selbst Unternehmen in dieser Größenordnung arbeiten.
Aber der Reihe nach. Beginnen wir mit dem Wichtigsten – der Bezahlung. Das mir vertraglich zugesicherte Urlaubsgeld wurde mir in dem betreffenden Monat einfach nicht überwiesen. Auf Nachfrage bei der Personalabteilung teilte man mir mit, es würde erst in einem halben Jahr ausgezahlt. Erstaunlicherweise hatten alle anderen Mitarbeiter ihr Urlaubsgeld erhalten. Als ich dann über meinen Vorgesetzten erneut nachhaken ließ, räumte man einen Fehler ein und zahlte das ausgebliebene Geld mit einem Monat Verzug. Ok, man entschuldigte sich dann und räumte den Fehler ein. Aber in meiner fast 40jährigen Karriere war es das erste Mal, dass ich meinem Geld hinterherrennen musste. Dass man dabei zunächst mit einem Einzeiler abgebügelt wird und erst nach Druck die Zahlung rausrückt, gab mir einen Vorgeschmack auf den Stil, der in diesem Haus gepflegt wird.
Als ich das Unternehmen verließ, stellte man mir ein Zeugnis aus, das den Maßstäben eines qualifizierten Zeugnisses in keiner Weise gerecht wurde. Üblicherweise formuliert man da ja in Kategorien wie „zu unser vollsten/vollen Zufriedenheit oder – wenn man nicht so zufrieden ist – mit Bewertungen wie „zu unserer Zufriedenheit“. Nicht so Tecvia. Obwohl mein Chef mir bestätigt hatte, dass meine Leistungen stets „gut“ waren, musste ich dort lesen: „Mit den Leistungen waren wir voll zufrieden.“ Wohlweißlich, dass man damit vor keinem Arbeitsgericht durchkommt. Folglich musste ich mein Zeugnis einklagen und es wurde am Ende nach meinen Wünschen gestaltet. Die Formulierung erinnerte mich ein bisschen an meinen Sohn, der manchmal sagt „ich bin voll zufrieden, digga…“ Wobei sich mir hier die Frage aufdrängt, wer in der Personalabteilung solche Texte formuliert.
In einem modernen digitalen Medienunternehmen sollte im Team und auch im digitalen Marketing eine gewisse Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Technologien und Methoden herrschen. Umso erschreckender habe ich die totale Verweigerung empfunden, diese zu lernen und anzuwenden. Stattdessen herrscht sture Besitzstandswahrung nach dem Motto: Künstliche Intelligenz bedroht meinen Arbeitsplatz, daher boykottiere ich sie einfach. Keiner merkt dort, dass man sich den Ast absägt, auf dem Man sitzt. Die Redaktionen arbeiten recht autonom, haben daher aber auch entsprechende Macht, was für ein Unternehmen nicht ungefährlich ist. Vor allem, wenn dadurch der wirtschaftliche Erfolg gefährdet wird.
Im digitalen Marketing herrscht dort die Meinung vor: Hier hat sonst niemand eine Ahnung, was wir machen, also machen wir, was wir wollen. Alles, was nach Arbeit aussieht wie zum Beispiel der Aufbau einer schlauen SEO-Strategie wird in endlosen Meetings zerredet, passieren tut gar nichts. Ganz zu schweigen von einem CMS, das tagesaktuelles Arbeiten fast unmöglich macht.
Fazit: Unprofessionell und rückständig in allen Bereichen.