Harte Arbeit für Mindestlohn in einem System aus leeren Versprechen und Anpassungsdruck
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Hinter der Fassade der bewussten Unordnung (Wühltisch-Effekt) verbirgt sich ein System, das maximale Leistung bei Mindestlohn erzwingen will. Das Arbeitspensum ist durch unrealistische Vorgaben und ständiges Aufräumen kaum bewältigbar, wobei Scheitern direkt den Arbeitsplatz gefährdet. Statt echter Wertschätzung oder der im Recruiting versprochenen Förderung zählt vor allem die Anpassung an die Vorgesetzten; wer eine eigene Meinung vertritt oder eher ruhig ist, wird schnell ausgegrenzt. Erfahrene Kollegen und fachliches Know-how treten hinter politisches Wohlwollen zurück, was eine Atmosphäre des Drucks statt der Zusammenarbeit schafft
Verbesserungsvorschläge
Leistung objektiv bewerten, statt Konformität zu belohnen. Es braucht eine Feedbackkultur, die auch ruhige oder kritische Stimmen wertschätzt, statt sie auszugrenzen - Das Gehalt muss die enorme Arbeitslast widerspiegeln; Mindestlohn passt nicht zu den extrem hohen Erwartungen. Zudem sollte das Ladenkonzept der ‚strategischen Unordnung‘ nicht allein zu Lasten der Mitarbeitenden gehen – hier ist mehr Personalunterstützung nötig.
Des weiteren wäre auch ein netterer Umgang mit Arbeitnehmern wäre von Vorteil.
Arbeitsatmosphäre
Es entsteht der Eindruck, dass Mitarbeitende, die sich besonders um die Gunst der Vorgesetzten bemühen, Vorteile haben, während andere schnell als ‚nicht nett‘ abgestempelt werden - Zusätzlich habe ich die daraus resultierende Arbeitsatmosphäre als angespannt und wenig konstruktiv empfunden.
Kommunikation
Die Kommunikation zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer habe ich als unzureichend erlebt. Ein konstruktiver Austausch schien häufig davon abzuhängen, wie sehr man sich um Zustimmung bemühte. Auch die Kommunikation der Filial- und Teamleitung gegenüber den Mitarbeitenden wirkte teilweise fragwürdig und wenig transparent
Kollegenzusammenhalt
Der Begriff ‚Teamplayer‘ wurde häufig verwendet, allerdings entstand der Eindruck, dass bestimmte Mitarbeitende trotz auffälligem Verhalten oder geringer Arbeitsbeteiligung kaum zur Verantwortung gezogen wurden. Dies wirkte sich aus meiner Sicht negativ auf das Gerechtigkeitsempfinden innerhalb des Teams aus
Work-Life-Balance
Als Teilzeit-Angestellte hat man zwar Zeit, jedoch sind Arbeitspläne entstanden mit wirklich minimalen Ruhezeiten zwischen Schichten
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Vorgesetzten war im direkten Umgang häufig freundlich. Gleichzeitig entstand der Eindruck, dass Entscheidungen und Prioritäten teilweise stärker an eigenen Vorteilen als an den Interessen des Teams orientiert waren.
Interessante Aufgaben
Umbauten von Aktionsware
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung wird zwar offiziell großgeschrieben, in der Realität entscheidet aber oft die persönliche Nähe zu den Vorgesetzten über die Behandlung. Wer nicht aktiv ins ‚Networking‘ geht oder eine andere Meinung vertritt, wird eher ausgebremst
Umgang mit älteren Kollegen
Die Wertschätzung scheint hier stark von der Konformität abzuhängen. Ältere Mitarbeiter, die einen gefestigten Charakter haben und nicht jeden Trend mitgehen, werden oft an den Rand gedrängt oder als nicht mehr ‚teamfähig‘ abgestempelt.
Arbeitsbedingungen
Der Leistungsdruck ist enorm, da die Messlatte von Beginn an unerreichbar hoch gelegt wird. Man hat kaum eine Chance, sich einzuarbeiten oder den Job stabil auszuführen, da das Scheitern an den überzogenen Anforderungen direkt den Arbeitsplatz gefährdet.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Prinzipiell erwünscht wird jedoch nicht von jeder Filiale so ausgeführt
Gehalt/Benefits
Die Vergütung bewegt sich am untersten Limit (Mindestlohn), während die Anforderungen und das geforderte Arbeitspensum weit darüber hinausgehen. Sozialleistungen oder andere Benefits, die diesen Druck ausgleichen könnten, fehlen leider gänzlich
Image
Das bewusste Low-Price-Image (Wühltisch-Effekt) wird voll auf dem Rücken der Mitarbeitenden ausgetragen. Zu den ohnehin hohen Anforderungen kommt die Sisyphusarbeit, ständig gegen die gewollte Unordnung anzuordnen – ein Pensum, das bei Mindestlohn und dünner Personaldecke kaum machbar ist.
Karriere/Weiterbildung
Karrierepfade werden eher als Lockmittel genutzt. Viele der versprochenen Perspektiven existieren in der Realität nicht oder sind bei dem enormen Arbeitspensum schlicht nicht umsetzbar. Man bleibt auf der Stelle stehen, während die Erwartungen ständig steigen