Viel Fassade, wenig Substanz
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Außendarstellung ist professionell. Marketing, Vertrieb und Legal schaffen es weiterhin, ein Bild von Stabilität, Innovationskraft und Kundennähe zu vermitteln, das mit meinem tatsächlichen Erleben im Unternehmen zuletzt nur noch begrenzt übereinstimmte.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Aus meiner Sicht wurde über Jahre zu stark auf finanzielle Optimierung und zu wenig auf Technologie, Produktqualität, Service und nachhaltigen Kompetenzaufbau gesetzt. Viele erfahrene Kollegen haben das Unternehmen verlassen, ohne dass dieser Verlust spürbar aufgefangen wurde.
Verbesserungsvorschläge
Wieder in Substanz investieren statt in Erzählungen: in Technologie, Servicequalität, erfahrene Mitarbeitende und eine respektvolle Führungskultur.
Arbeitsatmosphäre
In meinem Erleben war die Atmosphäre von Unsicherheit, Frustration und starker Belastung geprägt. Ich habe viele Kolleginnen und Kollegen als emotional erschöpft erlebt. Für mich war das kein gesundes professionelles Umfeld mehr.
Kommunikation
Die Kommunikation habe ich häufig als politisch, glatt und wenig vertrauensbildend erlebt. Zwischen offizieller Darstellung und gelebter Realität lagen aus meiner Sicht Welten.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter vielen Kolleginnen und Kollegen war hoch. Das ist für mich aber vor allem eine Leistung der Menschen selbst und nicht des Arbeitgebers.
Work-Life-Balance
Work-Life-Balance funktioniert hier vor allem für Menschen, die sehr gut darin sind, sich innerlich abzuschotten. Für alle anderen geht die Arbeit nach Feierabend oft einfach weiter.
Vorgesetztenverhalten
Hilfestellung, Orientierung oder echte Führung habe ich nur eingeschränkt wahrgenommen. Wer Unterstützung sucht, sollte aus meiner Sicht keine überhöhten Erwartungen haben.
Interessante Aufgaben
Das Themenfeld wäre grundsätzlich interessant. Im Alltag wurde vieles davon jedoch durch Sparlogik, Qualitätsverlust und interne Reibung entwertet.
Umgang mit älteren Kollegen
Standard in Deutschland, ältere Kollegen wird man aber auch ganz gerne los.
Arbeitsbedingungen
Man sollte nach Möglichkeit keine größeren IT-Probleme haben. In meinem Erleben konnte die interne IT dabei nur sehr begrenzt und zeitlich versetzt weiterhelfen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Mülltrennung und ESG Report als Feigenblatt, dagegen möglichst viele Business- und Incentivetrips per Flugzeug.
Gehalt/Benefits
War mal wirklich gut, mittlerweile wohl kaum noch Durchschnitt
Image
Im deutschen Markt scheint das Vertrauen aus meiner Sicht bereits weitgehend aufgebraucht. Aktuell wird das KI Buzzword gespielt. Wiederholte Enttäuschungen auch größter Kunden, sinkende Qualität und steigende Preise sprechen sich herum. Dass die Erosion der Kundenbasis dennoch begrenzt bleibt, dürfte weniger mit Bindung als mit Abhängigkeit zu tun haben.
Karriere/Weiterbildung
Es gab Angebote wie Udemy-Kurse, was auf dem Papier nach Weiterbildung klingt.

