Wurde von meiner alten Firma mit vielen Versprechen abgeworben, die am Ende nicht eingehalten wurden.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Personalabteilung hat mir mit vielen persönlichen Anliegen immer zügig und kompetent geholfen. Hier fühlte es sich oft an, als ob ich mit einer gänzlich anderen Firma spreche. Wenn es nach mir ginge, hätte ich mich umschulen lassen und wäre dorthin gewechselt. Sehr positiv, von Anfang bis Ende.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Zurückgeblieben in alten Strukturen. Ungesunde Arbeitsatmosphäre, es wird sich auf die eigene Schulter geklopft, wie progressiv und modern man nach außen hin sei, aber nach innen ist es verrottet wie ein madiger Apfel. Es wird nur über Kulturen gesprochen, aber nicht gelebt.
Verbesserungsvorschläge
Im Allgemeinen wäre es sinnvoll, die internen Hierarchien einmal zu prüfen und sich genauer anzusehen, wie die Zusammenarbeit wirklich läuft. Aus meiner Sicht ist viel Egozentrik dabei, jeder schaut nur auf sich selbst. Es gibt kein gesundes Zusammenarbeiten.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist sehr altbacken. Es gibt zwar strenge Hierarchien, Verantwortung übernehmen will aber niemand. Vorgesetzte verlangen viel, setzen sich aber nicht für einen ein. Arbeit auf Augenhöhe mit Peers ist gut, Zusammenarbeit mit Vorgesetzen wird schnell zu einem Ränkespiel.
Image
Eher unbekannte Firma in Deutschland trotz der Größe, aufgeteilt auf viele Tochterunternehmen.
Work-Life-Balance
Mobiler Arbeitsvertrag war möglich, auch mit 100% Homeoffice. Dafür muss jede geleistete Stunde erklärt und gerechtfertigt werden. Wenn es ein Notfall erfordert, werden Überstunden erwartet, umgekehrt bekommt man auf die Finger gehauen, wenn man mehr als 10h/Tag gebucht hat, auch wenn es "nötig" war. Vorgesetzte "erbitten" private Telefonnummern, um auch während des Urlaubs oder Feiertagen erreichbar zu bleiben. Auf dem Papier zwar "optional", allein aber die Anfrage dieser zeugt nicht von gesunder Work-Life-Balance.
Karriere/Weiterbildung
Keine Möglichkeiten zur Weiterbildung außerhalb des standardmäßigen Schulungskataloges. Weitere Weiterbildungen und Zertifikationen erfordert Erlaubnis, die bei mir immer abgelehnt wurde. Bereits am Anfang wurde gesagt, dass regelmäßige Gehaltsanpassungen (an Inflation o.ä.) nicht zur Norm gehören und auch Titel nicht ohne triftigen Grund (z.B. außerordentliche Arbeitsleistung) nicht aufgebessert werden.
Gehalt/Benefits
Gehaltseinstieg war überdurchschnittlich gut, Bonuszahlung ebenfalls üppig.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nichts nennenswertes bemerkt aus IT-Sicht.
Kollegenzusammenhalt
Sobald sich die Gelegenheit dazu bietet, wird man unter den Bus geworfen. Sehr opportunistisches Verhalten untereinander - bei Erfolgen wird immer das "Wir" des "Teams" unterstrichen, bei Misserfolgen kommt das Fingerpointing sehr schnell hervor.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Kollegen bilden die Führungsetage und die meisten Vorgesetzten. Als jüngere Person kann ich hier keine nähere Auskunft geben.
Vorgesetztenverhalten
Wie im Kollegenzusammenhalt beschrieben, wird man bei den ersten Schwierigkeiten und Fehlern vorgehalten. Rang und Name sind wichtiger als Arbeitsqualität und Leistung. Vorgesetzte rühmen sich mit der Leistung ihrer Mitarbeiter. Hierarchien sind teils unklar; im Organigramm war ich mit meinem "Vorgesetzten" gleichgestellt, mit meinem tatsächlichen Vorgesetzten habe ich kaum gesprochen.
Arbeitsbedingungen
Laptop war ungenügend für meine Anwendungsfälle. Es wird aus Compliancegründen viel mit virtuellen Desktops gearbeitet, Zugänge müssen erst langwierig angefragt werden. Berechtigungen werden nach "need-to-know basis" verteilt, was häufig dazu führt, dass man nicht die gewünschten Berechtigungen hat und mehrere Anträge stellen muss. Und das für jeden einzelnen Zugang des Softwarestacks.
Kommunikation
Versprechen werden nicht eingehalten, Anfragen werden nur auf wiederholte Bitten nachgegangen. Ohne Tickets passiert gar nichts, jeder möchte einen Nachweis für jeden noch so kleinen Vorgang haben. Das macht die Zusammenarbeit und die Kommunikation sehr bürokratisch und erschwert flüssige Projektarbeit.
Gleichberechtigung
Frauennetzwerk existiert, arbeitet aber überwiegend nur oberflächlich. Als Teil einer Minderheit wurde ich zwar unterstützt, aber, wenn es darauf ankam, nicht beschützt.
Interessante Aufgaben
Veralteter Softwarestack. Budgets werden so eng geschnürt, dass teilweise nicht genügend Softwarelizenzen für alle Entwickler verfügbar waren. Umgekehrt werden Softwarelizenzen von ehemaligen Mitarbeitern viel zu lange erhalten.
Aufgaben sind meist dieselben, jeder hat extra Wünsche, pocht aber auf Compliance und Risikominimierung. Im Allgemeinen wenig Möglichkeiten, neues dazuzulernen.

