Viel Potenzial, aber deutliche Defizite bei Führung, Rollenklärung und Einarbeitung
Verbesserungsvorschläge
Meine Zeit bei Triflex war vergleichsweise kurz, dennoch lang genug, um sowohl positive Seiten des Unternehmens als auch einige grundlegende Probleme kennenzulernen.
Positiv erlebt habe ich viele engagierte und fachlich kompetente Kolleginnen und Kollegen. Der Austausch mit verschiedenen Bereichen, Regionen und dem Vertrieb war überwiegend offen und angenehm. Triflex verfügt über gute Produkte, eine starke Marktposition und aus meiner Sicht grundsätzlich über viele Möglichkeiten, neue Themen und Märkte weiterzuentwickeln.
Gerade deshalb fand ich meine persönliche Erfahrung umso enttäuschender.
Ich bin mit einer Aufgabe ins Unternehmen gekommen, bei der es um die strategische Entwicklung eines wichtigen Marktsegments ging. In der Praxis blieben Rolle, Verantwortlichkeiten und Entscheidungsspielräume jedoch über einen längeren Zeitraum unklar. Es gab unterschiedliche Vorstellungen darüber, was von der Position erwartet wird und welche Themen tatsächlich bearbeitet werden sollen.
Ein wesentlicher Punkt war für mich die Führungssituation. Mein direkter Vorgesetzter war im Arbeitsalltag nur sehr eingeschränkt präsent. Gerade in einer neuen, strategischen Funktion hätte ich einen deutlich engeren Austausch, regelmäßiges Feedback und eine klare Priorisierung erwartet.
Zusätzlich gab es eine übergeordnete Sponsorrolle aus einem anderen Unternehmensbereich. Was grundsätzlich sinnvoll gedacht sein kann, führte in meiner Wahrnehmung eher zu zusätzlichen Unklarheiten. Entscheidungen, Zuständigkeiten und inhaltliche Richtungen wurden teilweise stark beeinflusst, ohne dass die formale Verantwortung entsprechend dort lag. Für mich entstand dadurch eine Situation, in der Verantwortung für Ergebnisse erwartet wurde, der tatsächliche Gestaltungsspielraum jedoch deutlich geringer war.
Erschwert wurde die Situation zusätzlich dadurch, dass mein Vorgänger weiterhin im Unternehmen tätig und in Themen des Segments eingebunden war. Ein sauberer Übergang mit klaren Zuständigkeiten fand aus meiner Sicht nicht ausreichend statt. Dadurch entstanden informelle Strukturen und Überschneidungen, die es für einen neuen Stelleninhaber schwierig machten, die Rolle tatsächlich eigenständig auszufüllen.
Auch die Zusammenarbeit mit einer für das Segment wichtigen Schnittstellenfunktion empfand ich als problematisch. Aus meiner persönlichen Sicht war die Rolle nicht passend besetzt. Es fehlte für mich an Verbindlichkeit, Klarheit und einer Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Gerade in einer Funktion, die stark von bereichsübergreifender Zusammenarbeit abhängig ist, können solche Konstellationen erheblichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben.
Insgesamt entstand für mich der Eindruck einer Struktur, in der formale Verantwortung und tatsächliche Einflussmöglichkeiten nicht zusammenpassten. Es gab mehrere Personen und Funktionen, die auf Themen und Entscheidungen Einfluss nahmen, ohne dass für einen neuen Mitarbeiter transparent war, wer letztlich welche Verantwortung trägt.
Auch die Einarbeitung empfand ich als nicht ausreichend strukturiert. Gerade bei einer strategischen Funktion mit vielen internen Schnittstellen wäre aus meiner Sicht eine klare Einführung in Zuständigkeiten, Entscheidungswege, Erwartungen und Ziele wichtig gewesen. Vieles musste eigenständig erschlossen werden.
Eigeninitiative und neue Ansätze wurden durchaus erwartet. Gleichzeitig war nicht immer klar, welchen tatsächlichen Gestaltungsspielraum man besitzt. Das führt schnell zu einer Situation, in der Verantwortung erwartet wird, die notwendigen Kompetenzen und Entscheidungsbefugnisse dafür aber nicht eindeutig definiert sind.
Auch die Kommunikation über die eigene Entwicklung und Leistung hätte ich mir wesentlich früher, direkter und kontinuierlicher gewünscht. Gerade während einer Probezeit sollte aus meiner Sicht regelmäßig und offen besprochen werden, was gut läuft, wo Erwartungen nicht erfüllt werden und was konkret verändert werden muss. Eine solche Feedbackkultur schafft beiden Seiten die Möglichkeit, rechtzeitig gegenzusteuern.
Meine Erfahrung bedeutet ausdrücklich nicht, dass Triflex grundsätzlich ein schlechter Arbeitgeber ist. Dafür habe ich zu viele gute und engagierte Menschen dort kennengelernt. Ich glaube aber, dass insbesondere bei neu geschaffenen, strategischen oder bereichsübergreifenden Funktionen deutlich mehr Wert auf Rollenklärung, strukturiertes Onboarding, regelmäßige Führung und verbindliche Kommunikation gelegt werden sollte.
Mein wichtigster Verbesserungsvorschlag wäre deshalb: Neue Mitarbeiter nicht nur fachlich einstellen, sondern ihnen anschließend auch einen klaren Rahmen geben, in dem sie erfolgreich sein können. Verantwortung, Erwartungen und Entscheidungsbefugnisse müssen zusammenpassen. Ebenso wichtig ist, bestehende informelle Strukturen und frühere Zuständigkeiten sauber aufzulösen, damit neue Verantwortliche ihre Rolle tatsächlich übernehmen