Du bleibst wegen den Kollegen und gehst wegen der Firmenpolitik. Wenige werden hier langfristig glücklich.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Schafft es irgendwie immer wieder gute und freundliche Kollegen anzuwerben. Das hält die Firma zusammen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die geringe Wertschätzung für Mitarbeiter.
Verbesserungsvorschläge
Feedback nicht als Angriff sehen und mehr auf die Mitarbeiter hören. Langfristiger denken.
Arbeitsatmosphäre
Die meisten Kollegen in der Produktion sind super. Man wird gut aufgenommen und bei Problemen halten alle zusammen. Auch nach den Produktionstagen kann man gut gemeinsam etwas unternehmen.
Drei Sterne weil oft Faktoren wie Planung, Budgetierung, ... dafür sorgen, dass Stress und Probleme entstehen, die nicht hätten sein müssen. Viele Produktionen sind so geplant, dass es gerade so funktioniert - weil die Leute auf der Produktion es irgendwie möglich machen. Oft fehlt jemand in einer höheren Position, der die Zeit, Energie und Lust hat das zu ändern. Versuche gibt es, aber es ist viel Durchhaltevermögen nötig, weil die Firma wenig Interesse zu haben scheint, daran etwas zu ändern. Vor allem, wenn dafür Geld nötig ist.
Image
Ich denke die Firma hat nach außen ein ganz gutes Image, wobei in letzter Zeit auch einige Kunden Kritik geäußert haben.
Intern ist das Image sehr durchwachsen. Es wird positiv gesehen, dass man viel lernen und früh Verantwortung übernehmen kann. Aber es gibt auch viel Fluktuation, weil das Personal nicht gehalten wird. Feedback wird selten erhört, das sorgt für Frustation und Kündigungen. Durch den ständigen Personalwechsel fängt man bei einigen Dingen auch immer wieder von Vorne an. Ohne die jährlich nachkommenden Azubis würden Mitarbeiter fehlen.
Work-Life-Balance
Der Dienstplan kann sich jederzeit verändern. Ab 24 Stunden vorher wird man angerufen. Vorausplanen ist nur unter einer Bedingung möglich: man spricht jeden Termin, jedes Vorhaben, egal an welchem Tag, egal zu welcher Uhrzeit mit der Dispo ab.
Wöchentliche Termine sind sowieso nicht möglich. Das ist in dem Job verständlich. Es wird aber auch nicht versucht, so etwas (z.B. mit Ausnahmen nach Absprache) zu ermöglichen. Die einzige Ausnahme, die ich mitbekommen habe, war für Kinderbetreuung. Immerhin.
Positiv ist, dass man während der Arbeitszeit meist schnell eine Rückmeldung bekommt, wenn man einen Termin anfragt. Und wenn noch nichts eingeplant ist, wird der Termin normalerweise auch einfach eingetragen. Dieser ganze Prozess nimmt einem einfach viel Flexibilität und Planungssicherheit.
Es gibt Inklusivüberstunden, die versucht werden runterzuspielen. Man würde ja immer versuchen, sie auszugleichen. Die Realität ist trotzdem, dass man bei Inklusivstunden kein Anrecht auf Freizeitausgleich oder Bezahlung hat.
Karriere/Weiterbildung
Es wird mit Weiterbildungen und Schulungen geworben, damit sind interne Schulungen gemeint. Es gibt Kollegen mit viel Wissen in der Firma, die einem vieles Erklären können. Wenn man sich selbst kümmert, kann man auch mal eine Schulung von einem Kollegen bekommen. Zum Beispiel zum EVS-Admin oder RF-Kamera-Techniker. Teilweise wird aber versäumt interessierte Techniker dann auch auf Produktionen in den Bereichen zu verplanen, sodass das Wissen nicht gefestigt werden kann. Dabei fehlen Mitarbeiter mit Wissen in den Bereichen. Dafür müsste man aber mehr in die Mitarbeiter investieren und sie auch mal On-Top auf eine Produktion mit schicken, damit sie dort lernen können.
Gehalt/Benefits
Wenn man sich andere Bereiche der Medienbrache mit ähnlichen Arbeitsbedingungen ansieht, verdient man hier weniger. Es fehlt das "Schmerzensgeld" um es platt zu sagen.
Keine Zuschläge für Überstunden, Wochenend-, Feiertagsarbeit,... also für gar nichts. All diese Einsätze werden mit einer Selbstverständlichkeit erwartet.
Es gibt ein 13. Gehalt welches auf Sommer/Winter aufgeteilt wird.
Es gibt Corporate Benefits, Jobrad, FitX Mitgliedschaft, man erhält ein paar Euro im Monat dafür, dass man sein eigenes Handy nutzt. Berufsbekleidung, die ganz okay ist.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Bisher nicht mitbekommen, dass irgendjemand ein Wort darüber verliert. Viel Müll fällt auf jeden Fall an, vor allem bei den Plastik-Nachthauben für die Kameras, die nach wenigen Benutzungen wegen Löchern entsorgt werden müssen.
Immerhin wird bei der Technik viel (selbst) repariert.
Kollegenzusammenhalt
Innerhalb der Produktion halten die Kollegen zusammen. Es gibt natütlich immer Einzelfälle. Zwischen den Abteilungen sieht es schon manchmal anders aus. Aus Sicht der Techniker ist oft die Dispo Schuld, aus Sicht der Dispo beschweren sich die Techniker zu viel. Das Problem liegt aber tiefer.
Umgang mit älteren Kollegen
Es gibt nicht sehr viele ältere Kollegen. Es ist mir nichts besonderes in dem Bereich aufgefallen.
Vorgesetztenverhalten
Feedback erhält man oft nur über Ecken. Zum Beispiel beim Feedbackgespräch nach der Probezeit. Der Chef macht eine Umfrage und gibt einem das Feeback von Ü-Wagen Leitern und Kollegen weiter. Dort hört man dann teilweise Sachen, die man durch ein kurzes Feedback während der Arbeit direkt hätte umsetzen können.
"Wer spricht dem kann geholfen werden" ist ein Satz den man oft vom Chef hört. Spricht man tatsächlich Sachen an, wird sehr defensiv darauf reagiert.
Es gibt Vorgesetzte, die mehrfach versuchen einen dazu zu überreden Abends Alkohol mit zu trinken. So wie man es auch aus dem Alltag kennt. Aber als Vorgesetzter sollte man auf soetwas achten.
Da viel Fluktuation herrscht, werden einige schon recht Jung zu Vorgesetzten. Oder Techniker, die noch nie etwas mit Führungspositionen am Hut hatten. Voraussetzungen sind vor allem technisches und organisatorische Können. Es würde nicht schaden, wenn man für Mitarbeiter, welche sich (was ja auch schön ist), hoch gearbeitet haben auch mehr Führungskompetenzen vermittelt.
Insgesamt wirken die Hierarchien in der Produktion die meiste Zeit recht Flach und man kann mit den Vorgesetzten sehr gut auskommen.
Arbeitsbedingungen
Schlimmer geht immer.
Höchstarbeitszeiten, Ruhezeiten, Ausgleichstage, Pausenzeiten,... werden nicht eingehalten. Da wird einem auch klar ins Gesicht gesagt, dass das bekannt ist und es nicht geplant ist, das auch nur ansatzweise zu ändern, da es ja alle anderen AÜ-Firmen auch so machen würden.
Wenn es mal zu viel wird soll man im Einzelfall auf die Dispo zukommen. Aber die Bedingungen insgesamt zu verbessern steht nicht zur Debatte.
Arbeitsschutz wird dementsprechend auch nicht besonders groß geschrieben. Spätestens beim Wintersport wenn man mit großen Kameras ohne Sicherung irgendwelche Gerüste oder Dächer hoch klettert. Die Kollegen haben Verständnis, wenn man sich bei einer Konstruktion nicht sicher fühlt. Aber solange es nicht total sketchy ist macht es dann am Ende doch irgendjemand um die Produktion am Laufen zu halten.
Kommunikation
Geht besser, geht schlechter.
Dienstpläne, wenn man das so nennen kann, sind sehr spontan. Aber man kann sie immer online einsehen (zumindest die Tage, die Details erhält man meist wenige Tage vor der Produktion). Ab 24 Stunden vorher wird man angerufen ob noch etwas eingetragen werden kann, ansonsten kann das unter der Woche immer passieren.
Infos über Arbeits- und Berufsbekleidung, Benefits und ähnliches werden oft nicht zentral Kommuniziert. Man erfährt dann Zufällig über Kollegen was bereit gestellt wird und was nicht.
Auch die Kommunikation bei Arbeitsunfällen läuft selten rund und es fehlt ein Workflow dafür.
Wenn Workflows für bestimmte Aufgaben verändert werden, dauert es oft lange, bis sie umgesetzt werden, weil sie selten zentral kommuniziert werden.
Vorgesetzte melden zu erledigende Aufgaben bei der Dispo an, diese werden an Techniker/Azubis vergeben und dann kommt es immer wieder vor, dass am Einsatztag keiner in der Firma Bescheid weiß, was genau das Ziel der Aufgabe ist. Wenn das nicht herausgefunden werden kann, wird geraten und die Aufgabe ggf. irgendwann anders nochmal wiederholt.
Gleichberechtigung
Im Bezug auf die Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen ist mir nichts besonderes aufgefallen.
Auf Krankheit kann es schon Mal negative Reaktionen geben.
Interessante Aufgaben
Der Alltag wiederholt sich immer wieder. Ab und an gibt es aber größere / besondere Projekte, bei denen interessante Aufgaben dazu kommen, die man auch mehr und mehr übernehmen kann, wenn man etwas länger dabei ist.