Systemrelevant, aber nicht menschenrelevant
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Arbeit im direkten Team kann – trotz Belastung – menschlich gut funktionieren. Manche Kolleg:innen halten zusammen, und man lernt, im Chaos zu improvisieren. Außerdem ist der Arbeitsplatz sicher – aber das allein reicht auf Dauer nicht.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Arbeitsbedingungen sind extrem belastend: ständiger Personalmangel, kurzfristige Dienstplanänderungen, bis zu 12 Schichten am Stück – und das alles bei schlechter Bezahlung (WASI NRW statt TV-L, ohne Weihnachts- oder Urlaubsgeld).
Kritik wird nicht gehört, Verbesserungsvorschläge laufen ins Leere. Wer den Mund aufmacht, wird schnell isoliert – vor allem neue Mitarbeitende.
Es gibt keine echte Perspektive, keine Weiterbildung, keine Entwicklung. Man ist eine Nummer, kein Mensch.
Dass die Reinigung im Fokus der Geschäftsführung steht, während andere Bereiche wie Sicherheit, Pforte oder Parkplatzservice ignoriert werden, macht das Ganze noch absurder. Die hohe Fluktuation scheint gewollt – austauschbar statt wertgeschätzt.
Verbesserungsvorschläge
Verbesserungsvorschläge für den Arbeitgeber:
Dienstpläne frühzeitig und realistisch erstellen – nicht erst Mitte des Monats, keine spontane Umplanung auf dem Rücken der Mitarbeitenden.
Gehalt nach TV-L oder zumindest faire Sozialleistungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld – besonders bei einer Tochter des UKM absolut angebracht.
Kritik zulassen, statt bestrafen – eine Feedbackkultur schaffen, in der man sich trauen darf, Probleme anzusprechen.
Weiterbildung fördern, eigene Leute aufbauen statt nur „Lückenfüller“ einstellen – so entsteht langfristige Bindung und Qualität.
Alle Bereiche ernst nehmen, nicht nur den profitablen Teil. Auch Pforte, Sicherheit & Parkplatzmanagement tragen zum Klinikbetrieb bei.
Wertschätzung zeigen, und zwar nicht nur im Flur, sondern in Taten: bessere Bedingungen, echte Pausen, Verlässlichkeit.
Arbeitsatmosphäre
Wer still leidet, gilt als teamfähig. Wer was sagt, ist unbequem. Und das nennt sich dann Kollegialität
Kommunikation
Informationen kommen spät oder gar nicht. Entscheidungen werden über Köpfe hinweg getroffen. Rückmeldungen zu Problemen? Fehlanzeige.
Kommunikation ist einseitig: von oben nach unten. Mitarbeitende werden nicht einbezogen, Kritik wird ignoriert oder sanktioniert.
Man redet übereinander statt miteinander. Wer etwas anspricht, muss mit Gegenwind rechnen. Vertrauen? Eher Misstrauen.
Kollegenzusammenhalt
Jeder ist sich selbst der Nächste. Der ständige Personalmangel, Druck und Frust sorgen dafür, dass kaum noch echtes Miteinander stattfindet. Viele sind so ausgelaugt, dass keine Kraft mehr für Kollegialität bleibt – man rettet sich irgendwie durch den Tag.
Work-Life-Balance
Gibt es nicht. Bei bis zu 12 Diensten am Stück im 3-Schicht-System ist das Privatleben ein Fremdwort. Freizeit ist Zufall, Erholung reine Theorie. Wer hier von „Balance“ spricht, war wahrscheinlich nie selbst am Dienstplan beteiligt.
Vorgesetztenverhalten
Führung findet kaum statt – eher Verwaltung von Ausfällen. Rückendeckung? Fehlanzeige. Wer Kritik äußert oder sich für Verbesserungen einsetzt, wird schnell als „unruhestiftend“ abgestempelt. Entscheidungen sind oft willkürlich, Kommunikation läuft von oben nach unten – Mitsprache nicht erwünscht.
Vorgesetzte glänzen meist durch Abwesenheit – entweder physisch oder emotional. Wer mitdenkt, wird als Störfaktor wahrgenommen. Unterstützung gibt es selten, Verantwortung wird gerne nach unten weitergereicht.
Gute Personalführung besteht hier darin, den Mitarbeiter so schnell über den Tisch zu ziehen, dass der die dabei entstehende Reibungswärme als Nestwärme empfindet !
Interessante Aufgaben
Klar, die Aufgaben sind „interessant“ – besonders, wenn man gleichzeitig für zwei Bereiche verantwortlich ist, Pausen ausfallen und man nebenbei noch den Dienstplan erraten darf.
Gleichberechtigung
Neue Mitarbeitende sollen möglichst „funktionieren“, aber bloß nicht hinterfragen. Wer gleich zu Beginn Missstände anspricht, wird schnell aussortiert oder gemieden. Kritikfähigkeit wird als Störung empfunden, nicht als Chance. Gleichberechtigung hört da auf, wo Hierarchien und Anpassung wichtiger sind als frischer Input.
Neue Kolleg:innen werden nach dem Prinzip „Anpassen oder untergehen“ eingearbeitet. Wer zu früh den Mund aufmacht, bekommt schnell Gegenwind – unabhängig von Kompetenz oder Engagement.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Kolleg:innen bringen viel Erfahrung mit – doch statt Anerkennung gibt es oft Mehrbelastung. Sie müssen Lücken stopfen, Dienste absichern und stillhalten. Wer sich nicht mehr alles gefallen lässt, wird schnell als "unflexibel" abgestempelt. Altersgerechtes Arbeiten? Kein Thema.
Arbeitsbedingungen
Physisch und psychisch stark belastend. Dauerhafter Personalmangel, viele Überstunden, spontane Dienstplanänderungen. Arbeitsmittel oft veraltet oder unzureichend, Pausen fallen regelmäßig aus. Es wird erwartet, dass man trotzdem funktioniert – unabhängig von Gesundheit oder Belastung.
Bedingungen wie im Dauer-Notbetrieb: zu wenig Personal, zu viele Aufgaben, kaum Pausen, keine Erholungsphasen. Wer länger durchhält, macht’s auf eigene Kosten.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nach außen vielleicht grün und sozial – nach innen zählt nur, dass der Laden läuft. Nachhaltigkeit endet an der Stationstür, und soziale Verantwortung gegenüber dem Personal fehlt völlig.
Umweltbewusstsein findet kaum statt – es wird unnötig viel weggeschmissen, Mülltrennung ist Glückssache. Sozialbewusstsein gegenüber Mitarbeitenden? Kaum erkennbar. Belastung, Überstunden und psychische Erschöpfung werden hingenommen, solange der Dienstplan irgendwie aufgeht.
Gehalt/Benefits
Es wird nach dem Tarif WASI NRW gezahlt – deutlich schlechter als der TV-L, der im Mutterhaus UKM gilt. Kein Weihnachtsgeld, kein Urlaubsgeld. Für dieselbe Arbeit wie im UKM selbst gibt’s hier zweite Klasse. Als Tochtergesellschaft des größten Arbeitgebers Münsters fühlt sich das wie bewusste Sparpolitik auf dem Rücken der Mitarbeitenden an.
Image
Nach außen wirkt alles strukturiert und systemrelevant – innen zeigt sich ein anderes Bild. Zur UKM GM gehören auch Pforte, Sicherheit und Parkplatzdienste, aber das Interesse der Geschäftsführung gilt fast ausschließlich der Reinigung – weil sie am meisten Geld einbringt. Der Rest wird verwaltet, nicht entwickelt. Wertschätzung sieht anders aus.
Karriere/Weiterbildung
Gibt es hier nicht. Eigene Leute werden kaum gefördert, Aus- oder Weiterbildungen spielen praktisch keine Rolle. Statt langfristig auszubilden, setzt man auf ungelernte Kräfte – Hauptsache, es ist jemand da. Man ist nur eine Nummer, und die hohe Fluktuation wirkt fast gewollt. Entwicklungsperspektive: gegen null.
Weiterbildung? Karriere? Nicht vorgesehen. Wer bleibt, bleibt stehen – wer geht, wird ersetzt. Egal durch wen. Hauptsache, der Dienstplan steht.

