Finanzbildung ist sinnvoll, aber ob dieses System wirklich funktioniert, weiß ich nicht.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Dass man hier an einem Thema arbeitet, das wirklich Sinn hat. Finanzielle Bildung hilft Menschen dabei, selbstbestimmt zu leben und ihre Zukunft aktiv zu gestalten. Dieses Gefühl von Wirkung motiviert im Alltag enorm. Dazu kommt, dass man sich automatisch fachlich weiterentwickelt und sein eigenes Finanzwissen ausbauen kann, sofern dafür im Workload Raum bleibt. Ich persönlich habe mit dem Gründer nur positive Erfahrungen gemacht. Er ist menschlich, nahbar und verfolgt seine Mission aus Überzeugung.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Nur das Image, das Coaches und gerade Finanzexperten haben. Doch dafür kann der Gründer und die Akademie nichts.
Verbesserungsvorschläge
Mit weiterem Wachstum sollte Führungspersonal hinterfragt, Feedback auch von tieferen Ebenen regulär eingeholt und Strukturen und Prozesse noch klarer definiert werden, um neuen Mitarbeitenden den Einstieg zu erleichtern und Prioritäten schneller zu erreichen.
Arbeitsatmosphäre
Die Zusammenarbeit war anfänglich positiv. Mit zunehmender Kritik oder alternativen Vorgehensweisen nahm die Offenheit jedoch spürbar ab. Die Struktur erinnerte dabei an ein typisches Startup-Umfeld, allerdings ohne umfassende Erfahrung in der Skalierung von Organisationen.
Die Mission und inhaltliche Vision sind stark und überzeugend. Gleichzeitig wirkte der Weg zur Zielerreichung aus meiner Sicht wenig klar strukturiert. Das Unternehmen beobachtet das schnellere Wachstum des Wettbewerbs mit Unzufriedenheit, wobei aus meiner Sicht mehrere relevante Einflussfaktoren noch nicht ausreichend berücksichtigt werden.
Grundsätzlich habe ich sehr gerne mit den Menschen im Unternehmen gearbeitet und hätte den weiteren Aufbau gern aktiv mitgestaltet. Es besteht viel Potenzial, gleichzeitig gibt es grundlegende Themen, die bislang nicht konsequent adressiert wurden.
Image
Die Außenwahrnehmung scheint sehr einseitig positiv geprägt. Negative Stimmen von Nutzern scheinen nicht vorzukommen oder nicht dauerhaft im Internet zu bestehen.
Work-Life-Balance
Wochenendarbeit wurde grundsätzlich erwartet, ohne dass ein realistischer Abbau von Überstunden möglich war. In meinem Fall wurden Aufgaben innerhalb einer Doppelspitze teilweise ohne vorherige Abstimmung vergeben und ohne ausreichende Berücksichtigung bestehender Aufgaben oder bereits aufgelaufener Überstunden.
In der Praxis führte das dazu, dass Mitarbeitende Überstunden informell abbauten. Aus meiner Sicht fehlt hier eine klare, transparente Regelung, die sowohl Planungssicherheit schafft als auch einen flexiblen und fairen Einsatz von Mitarbeitenden ermöglicht.
Karriere/Weiterbildung
Ich habe mehrmals das Gespräch zur Definition von Zielen und einer verlässlichen Perspektive angesprochen. Leider gab es keine konkreten Rückmeldungen dazu.
Gehalt/Benefits
Gut entsprechend meiner Erfahrung. Allerdings gab es seit Woche 1 an Kommentare, dass ich zu viel verdienen würde.
Kollegenzusammenhalt
Es gibt einige sehr engagierte und menschlich angenehme Kolleginnen und Kollegen. Der Zusammenhalt im Team wirkte jedoch insgesamt begrenzt. Aus Gesprächen und eigenen Beobachtungen hatte ich den Eindruck, dass in der Vergangenheit mehrere Mitarbeitende bewusst gegangen sind. Auch während meiner Zeit im Unternehmen kam es zu Abgängen, die aus meiner Sicht mit persönlichen Differenzen und eingeschränkten Entwicklungsmöglichkeiten zusammenhingen.
Vorgesetztenverhalten
Ich habe meiner direkten Führungskraft aktiv angeboten, zusätzliche Verantwortung zu übernehmen. Dieses Angebot wurde im Teamkontext zunächst positiv aufgenommen. In Einzelgesprächen habe ich jedoch eine deutlich ablehnende Reaktion erlebt, die ich als territoriales Verhalten wahrgenommen habe. In der Folge verschlechterte sich die Kommunikation spürbar und verlor aus meiner Sicht an Professionalität und gegenseitigem Respekt.
Für mich war das ein klarer Punkt, die Zusammenarbeit kritisch zu hinterfragen. Führung, die solche Dynamiken nicht erkennt oder nicht adressiert, birgt aus meiner Sicht langfristige Risiken für die Weiterentwicklung des Unternehmens.
Arbeitsbedingungen
Ich habe ein bestehendes Notebook sowie Headset erhalten. Keinen externen Monitor, kein berufliches Telefon.
Kommunikation
Produktseitig sehe ich Potenzial, den Geschäftserfolg durch transparenter belegte Renditeaussagen und klarer nachvollziehbare Vermögensstände weiter zu stärken.
Auf kollegialer Ebene hatte ich den Eindruck, dass sich nicht alle Mitarbeitenden trauten, offen zu sprechen. Führungsseitig habe ich erlebt, dass Informationen teils selektiv weitergegeben wurden, wodurch aus meiner Sicht ein unvollständiges Gesamtbild entstand. Die Geschäftsführung hatte dadurch während meiner Zeit nicht immer eine realistische Einschätzung der Lage.
Aus meiner Sicht ein klassisches Risiko, wenn Feedback überwiegend aus der direkten Reporting-Linie priorisiert wird.
Interessante Aufgaben
Die Aufgabeninhalte empfand ich als sehr sinnstiftend. Besonders die Arbeit an Themen der finanziellen Bildung habe ich sehr geschätzt, da sie für viele Menschen einen hohen gesellschaftlichen Mehrwert haben. Ich hoffe, dass die vermittelten Inhalte langfristig dazu beitragen, Teilnehmenden beim Vermögensaufbau zu helfen.
Die fachliche Führungskraft in meinem Bereich habe ich als sehr qualifiziert, engagiert und kompetent wahrgenommen. Von dieser Seite hätte ich mir gern noch mehr fachlichen Austausch und Lernmöglichkeiten gewünscht und hätte diese Arbeit auch gern aktiver unterstützt.
Die disziplinarische Führung entsprach aus meiner Sicht nicht in gleichem Maße den Anforderungen der Position, was meine persönliche Entwicklung und Motivation deutlich beeinflusst hat.
