Bewertung für die Therapeutische Wohngemeinschaft des Unionhilfswerks, Karl-Marx-Straße 9, Berlin
Verbesserungsvorschläge
Dringend erforderlich wären eine klare Trennung von Arbeitszeit und Freizeit, eine bessere Kontrolle der Arbeitszeiten sowie strikte Vorgaben für den Umgang mit offiziellen Dokumenten. Ebenso müsste der Zugang zum Leitungsbüro besser geregelt werden, um Datenschutz und professionelle Standards sicherzustellen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre wirkt auf den ersten Blick kollegial, doch unter der Oberfläche herrscht eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber den eigentlichen Aufgaben. Mitarbeiter*innen berichten, dass während der regulären Arbeitszeiten private Besorgungen erledigt werden und teilweise Arbeitszeit im privaten Umfeld (zuhause) verbracht wird, ohne dass dies kontrolliert oder sanktioniert wird.
Image
Nach außen hin präsentiert sich die Einrichtung professionell, doch intern gibt es gravierende strukturelle und ethische Defizite.
Work-Life-Balance
Durch das fehlende Controlling verbringen einige Mitarbeiter*innen Teile ihrer Arbeitszeit zuhause oder erledigen private Einkäufe während ihrer Schichten. Eine ernsthafte Trennung zwischen Arbeit und Freizeit scheint nicht durchgängig vorhanden zu sein.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungsangebote gibt es formal, aber aufgrund der inoffiziellen Arbeitskultur ist die persönliche und berufliche Weiterentwicklung eher zweitrangig.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt entspricht dem branchenüblichen Rahmen, bietet aber wenig Ausgleich für die teilweise chaotischen Arbeitsstrukturen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das soziale Bewusstsein scheint nach außen hin vorhanden, intern wird jedoch wenig Wert auf transparente und faire Strukturen gelegt.
Kollegenzusammenhalt
Es besteht eine gewisse Kameraderie, die jedoch nicht aus professioneller Zusammenarbeit, sondern eher aus der gemeinsamen Duldung von Missständen resultiert.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Mitarbeiter*innen werden respektiert, aber auch sie scheinen in die bestehenden inoffiziellen Praktiken eingebunden.
Arbeitsbedingungen
Besonders bedenklich ist die vollkommen unzureichende Sicherung des Leitungsarbeitsplatzes, der uneingeschränkt für sämtliche Mitarbeitenden zugänglich ist. Dadurch wird nicht nur ein unkontrollierter Zugriff auf sensible Klientinnen- und Mitarbeiterinnendaten ermöglicht, sondern auch die Integrität betriebsinterner Dokumente nachhaltig gefährdet. Mehrere Quellen berichteten übereinstimmend, dass private Dokumente – beispielsweise für Steuerzwecke – unter Verwendung des offiziellen Einrichtungsstempels erstellt wurden. Diese Vorgehensweise stellt nicht nur einen massiven Verstoß gegen Datenschutzvorgaben (insbesondere nach DSGVO) dar, sondern auch einen eklatanten Bruch arbeitsrechtlicher und compliance-relevanter Grundsätze. Das Fehlen jeglicher Zugangskontrollen sowie die Duldung der missbräuchlichen Verwendung dienstlicher Ressourcen lassen auf gravierende Führungsdefizite und eine strukturelle Missachtung rechtsstaatlicher Prinzipien innerhalb der Einrichtung schließen. Solche Zustände gefährden nicht nur den Schutz der Klient*innen, sondern kompromittieren auch das Ansehen und die rechtliche Sicherheit des Trägers erheblich.
Kommunikation
Es fehlt an klarer und verlässlicher Kommunikation. Entscheidungen werden oft kurzfristig getroffen und teilweise nicht ausreichend dokumentiert oder nachvollziehbar gemacht.
Gleichberechtigung
Hier gibt es keine größeren Auffälligkeiten, Gleichbehandlung wird teilweise eingehalten.
