Mehr Schein als Sein
Verbesserungsvorschläge
Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten hätten ein Anlass sein können, Strategie und Kultur grundlegend zu hinterfragen. Stattdessen wird alle paar Monate eine neue Richtung ausgerufen. Vielleicht sollte man sich ehrlich fragen: Hat man die richtigen Kompetenzen für die Zukunft? Wie positioniert sich die Konkurrenz? Und vor allem: Solange Karriere von Beziehungen abhängt statt von Leistung, wird man gute Leute verlieren. Die Kununu-Bewertungen der letzten Jahre sprechen eine deutliche Sprache.
Arbeitsatmosphäre
Es herrscht eine klare Zweiklassengesellschaft. Wer gut vernetzt ist, wird gefördert. Wer nicht zum inneren Kreis gehört, wird übersehen. Das zieht sich durch den gesamten Arbeitsalltag – von Teamevents bis hin zu Beförderungen. Die Unternehmenskultur wird intern als positiv wahrgenommen, die Realität sieht leider ganz anders aus.
Kollegenzusammenhalt
Oberflächlich vorhanden. Darunter merkt man aber schnell, dass Kollegen nach ihrem Nutzen und Einfluss bewertet werden. Wer weder Connections nach oben noch ein besonderes Standing hat, wird links liegen gelassen.
Work-Life-Balance
Offiziell flexibel. Inoffiziell wird zunehmend Druck aufgebaut, im Büro präsent zu sein, mal über bewusst vor Ort gelegte Termine, mal über Aussagen, dass Sichtbarkeit karriererelevant sei.
Vorgesetztenverhalten
Karriereentscheidungen wirken hochgradig subjektiv. Wer gefördert wird und wer nicht, scheint weniger von Leistung abzuhängen als von persönlichen Beziehungen. Objektive, nachvollziehbare Kriterien sind kaum erkennbar. Ausgrenzung wird toleriert, teilweise sogar vorgelebt.
Image
Außerhalb der Automotive-Branche kaum bekannt. Mit den großen Beratungen oder IT-Dienstleistern kann man weder bei der Marke noch beim Ruf mithalten.
Karriere/Weiterbildung
Entwicklungsvereinbarungen werden zwar abgeschlossen, aber nur einseitig eingehalten. Vom Mitarbeiter wird volle Leistung erwartet, das Unternehmen behält sich aber vor, zugesagte Leistungen jederzeit zu kürzen. Bewertet wird trotzdem nach den ursprünglichen Maßstäben. Wer das hinterfragt, wird vertröstet.