Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv ist, dass Urlaub auch kurzfristig und spontan genehmigt wird. Außerdem wird das HVV-Ticket vollständig übernommen, was zumindest finanziell eine Erleichterung darstellt. Die vielen schönen Pflanzen in den Büroräumen sorgen für eine angenehmere Arbeitsumgebung. Jährliche anonyme Mitarbeiterbefragungen sollen das aktuelle Stimmungsbild erfassen. Ob daraus tatsächlich spürbare Verbesserungen entstehen, ist allerdings eine andere Frage. Sommerfest und Weihnachtsfeier bieten zudem Gelegenheit, Kollegen auch außerhalb des Arbeitsalltags zu begegnen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Personalbesetzung im Bereich Faktura ist extrem knapp kalkuliert. Angesichts der erheblichen Arbeitsrückstände und des laufenden Arbeitsvolumens ist die Situation aus meiner Sicht kaum noch dauerhaft zu bewältigen. Die Arbeitsbelastung ist hoch, der Zeitdruck erheblich und die Aufgabenmenge steht in keinem vernünftigen Verhältnis zu den verfügbaren Kapazitäten.
Besonders frustrierend ist, dass diese Probleme nach meinem Eindruck längst bekannt sind. Führungskräfte kommunizieren die Missstände wiederholt, dennoch sind bislang keine ausreichenden Verbesserungen erkennbar. Dabei entsteht der Eindruck, dass die Führungskräfte vor Ort die Situation zwar erkennen, aber nicht über die notwendigen Möglichkeiten verfügen, tatsächlich etwas zu verändern. Die Verantwortung für nachhaltige Lösungen liegt letztlich auch bei der obersten Führungsebene.
Statt bestehende Probleme konsequent anzugehen, wird teilweise an Vorgehensweisen festgehalten, die sich in der Praxis nicht bewähren. Die Folgen müssen die Beschäftigten im Arbeitsalltag auffangen. Das sorgt für Frustration und verstärkt den Eindruck, dass die tatsächlichen Arbeitsbedingungen bei Entscheidungen nicht ausreichend berücksichtigt werden.
Verbesserungsvorschläge
Erforderlich sind eine realistische Personalplanung, eine gerechte Aufgabenverteilung und konkrete Maßnahmen zum Abbau der Arbeitsrückstände. Die Hinweise der Beschäftigten und Führungskräfte sollten zu nachvollziehbaren Entscheidungen und spürbaren Verbesserungen führen.
Die Personalabteilung sollte zuverlässig erreichbar sein und zeitnah auf Anfragen reagieren. Ein professionelles Onboarding muss gewährleisten, dass Arbeitsmittel, Zugangsdaten und ein Arbeitsvertrag rechtzeitig vorliegen. Außerdem braucht es eine strukturierte Einarbeitung mit festen Ansprechpartnern.
Die Buchungsprogramme sollten für das tatsächliche Arbeitsvolumen geeignet sein und effizient funktionieren. Bei fachlichen Fragen muss verlässliche Unterstützung zur Verfügung stehen, ohne die ohnehin stark ausgelasteten Kollegen zusätzlich zu belasten.
Ich wünsche mir außerdem eine klare und rechtzeitige Kommunikation, mehr Flexibilität bei den Homeoffice-Regelungen sowie eine angemessene Vergütung. Entscheidend sind nicht weitere Versprechen, sondern konkrete Verbesserungen im Arbeitsalltag.
Arbeitsatmosphäre
Die eingesetzten Buchungsprogramme wirken technisch stark veraltet und sind wenig intuitiv zu bedienen. Besonders problematisch ist die Geschwindigkeit: Teilweise dauert es mehrere Minuten, bis nach einem Arbeitsschritt der nächste ausgeführt werden kann. Bei der Menge der täglich zu bearbeitenden Vorgänge summiert sich dieser Zeitverlust erheblich.
Aus meiner Sicht sind die Programme für das hohe Arbeitsvolumen im Bereich Faktura nicht ausreichend geeignet. Die langsamen Abläufe erschweren effizientes Arbeiten und verschärfen den ohnehin bestehenden Zeitdruck.
Hinzu kommt, dass es für Fragen zur Bedienung und zu den Arbeitsabläufen keinen für mich verlässlich erreichbaren Ansprechpartner gibt. Statt einer strukturierten Einweisung oder einer festen Anlaufstelle ist man darauf angewiesen, dass erfahrene Kolleginnen und Kollegen aus der Faktura Zeit finden, die Bedienung zu erklären. Diese sind allerdings selbst stark ausgelastet. Dadurch hängt die notwendige Unterstützung davon ab, ob gerade jemand verfügbar ist.
Das ist weder eine gute Grundlage für eine effiziente Einarbeitung noch eine sinnvolle Lösung für einen Arbeitsbereich, in dem ohnehin erhebliche Rückstände bestehen.
Image
Veolia präsentiert sich nach außen stets als bemüht und verantwortungsbewusst. Die Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag und die tatsächlichen Verbesserungen passen für mich jedoch nicht zu diesem Bild. Auch das öffentliche Auftreten und die internen Erfahrungen scheinen auseinanderzugehen. Ich habe im Gespräch mit Bekannten bereits erlebt, dass auf Veolia mit „Bloß kein Veolia!“ reagiert wurde. Dass ich selbst dort arbeite, erwähne ich inzwischen nicht gerne. Für mich sagt das einiges über die Außenwirkung des Unternehmens aus.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance hängt stark davon ab, ob private Termine mit den festen Abrechnungsterminen vereinbar sind. Gerade zum Monatsende schränken zeitintensive Rückstellungsarbeiten die Möglichkeiten ein, Urlaub flexibel zu planen oder zu nehmen.
Es gibt Kernarbeitszeiten, die Möglichkeit, Minusstunden aufzubauen und Gleittage zu nehmen. Angesichts der Arbeitsrückstände sind Gleittage allerdings nicht immer günstig. Besonders belastend ist die Zeit vor und nach dem Urlaub oder nach einer Krankheit: Die Arbeit bleibt größtenteils liegen und wartet anschließend zusätzlich auf einen. Nur bei akut dringenden Fällen gibt es Ausnahmen.
Positiv sind die Möglichkeit, bis zu zehn Tage im Monat im Homeoffice zu arbeiten, und eine gewisse Flexibilität bei der Arbeitszeit. Da die Arbeit während der Abwesenheit kaum aufgefangen wird, führen Urlaub und Krankheit jedoch häufig zu zusätzlichen Rückständen und Belastungen im Anschluss.
Karriere/Weiterbildung
Innerhalb der Faktura besteht grundsätzlich die Möglichkeit, zum Teamkoordinator und anschließend zum Teamleiter aufzusteigen. Wer diesen Schritt erwägt, sollte allerdings genau prüfen, ob die zusätzliche Verantwortung und Arbeitsbelastung tatsächlich durch eine angemessene Gehaltserhöhung ausgeglichen werden.
Eine solche Position lohnt sich daher womöglich eher für den Lebenslauf als finanziell. Hinzu kommt, dass man offenbar auch kurzfristig und ohne ausreichende Vorwarnung wieder von einer Führungsposition abgelöst werden kann. Ein respektvoller und wertschätzender Umgang sieht anders aus.
Wer in der Faktura als Sachbearbeiter anfängt, sollte sich deshalb gut überlegen, welche tatsächlichen Entwicklungsperspektiven das Unternehmen bietet. Mein Eindruck: Wer als Fakturist anfängt, geht am Ende auch als Fakturist.
Gehalt/Benefits
Das Einstiegsgehalt in der FAKTURA ist angesichts der enormen Arbeitsbelastung ein schlechter Witz. Neben der Rechnungsbearbeitung müssen Fakturisten Fehler aus dem Vertriebsinnendienst, der Stammdatenpflege und dem Vertriebsaußendienst ausbaden und Rückstände unter hohem Zeitdruck aufarbeiten. Gemessen an Aufgaben und Verantwortung ist das Gehalt kaum von dem eines ungelernten Arbeiters zu unterscheiden.
Die jährlichen Gehaltserhöhungen fallen teilweise mit rund 70 Euro äußerst dürftig aus. Zudem entsteht der Eindruck, dass Krankheitstage dabei eine Rolle spielen könnten. Individuelle Gehaltsverhandlungen bringen offenbar kaum etwas. Auch die kostenlose HVV-Karte kann eine derart unangemessene Bezahlung nicht ausgleichen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Im Vergleich zu anderen Unternehmen ist das Umweltbewusstsein erstaunlich gut: Abfälle werden getrennt und es wird überwiegend papierlos gearbeitet. Beim Küchenbedarf wird jedoch offenbar nicht auf Fair-Trade-Produkte geachtet. Umweltbewusstsein ja, soziale Verantwortung beim Einkauf noch ausbaufähig
Kollegenzusammenhalt
Die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen hat durchaus positive Seiten, ist insgesamt aber unterschiedlich. Auch bei den Führungskräften kommt es stark auf die jeweilige Person und Situation an. Einzelne Führungskräfte bemühen sich, Probleme anzusprechen und Verbesserungen zu erreichen. Allerdings scheinen ihre Handlungsmöglichkeiten teilweise begrenzt zu sein.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit langjährigen und gesundheitlich eingeschränkten Mitarbeitenden lässt mich an der sozialen Verantwortung des Unternehmens zweifeln. Ich habe erlebt, dass eine freundliche, stets bemühte und zuverlässige Kollegin, die pünktlich war und selten krankheitsbedingt fehlte, trotz ihrer Bemühungen gekündigt wurde, weil ihre Arbeitsleistung offenbar nicht den Erwartungen entsprach. Für mich stellt sich die Frage, wo Menschlichkeit, individuelle Leistungsfähigkeit und Wertschätzung bleiben. Gerade ein großes Unternehmen sollte nicht nur Leistung fordern, sondern auch einen fairen und respektvollen Umgang mit Mitarbeitenden zeigen, die nicht jede Anforderung im gleichen Tempo erfüllen können.
Vorgesetztenverhalten
Die Mitarbeitenden der Faktura werden bei Entscheidungen kaum einbezogen. Informationen kommen manchmal rechtzeitig, manchmal erst über den Flurfunk. Änderungen lassen sich dadurch schlecht planen, Aufgaben müssen kurzfristig umgestellt werden und wichtige Informationen fehlen mitunter genau dann, wenn sie für die Bearbeitung benötigt werden.
Die Teamkoordinatoren bemühen sich, den Überblick zu behalten und die zahlreichen Probleme zu bewältigen. Dennoch gehen wichtige Informationen gelegentlich unter. Das führt zu Rückfragen, Missverständnissen, vermeidbarer Mehrarbeit und zusätzlichem Zeitdruck.
Bei der übergeordneten Führung habe ich den Eindruck, dass die tatsächliche Arbeitsbelastung und die vielen Zusatzaufgaben der Faktura nicht ausreichend bekannt sind. Entscheidungen beruhen dadurch teilweise auf unrealistischen Vorstellungen vom Arbeitsalltag. Die Folgen tragen die Mitarbeitenden: Prioritäten ändern sich, Rückstände bleiben bestehen und statt Probleme nachhaltig zu lösen, wird häufig nur das nächste akute Problem abgearbeitet.
Arbeitsbedingungen
Die Personalbesetzung im Bereich FAKTURA ist extrem knapp kalkuliert. Angesichts der erheblichen Arbeitsrückstände und des laufenden Arbeitsvolumens ist die Situation aus meiner Sicht kaum noch dauerhaft zu bewältigen. Hohe Arbeitsbelastung und Zeitdruck gehören zum Alltag.
Die Probleme werden nach meinem Eindruck von Führungskräften wiederholt angesprochen, dennoch sind keine ausreichenden Verbesserungen erkennbar. Die Führungskräfte vor Ort scheinen teilweise nicht die notwendigen Möglichkeiten zu haben, etwas zu verändern. Gleichzeitig wird an Vorgehensweisen festgehalten, die sich in der Praxis nicht bewähren.
Auch die Kommunikation ist häufig verspätet oder zu vage. Die Personalabteilung ist telefonisch schwer erreichbar; auf schriftliche Anfragen wartet man teilweise mehrere Tage.
Mein Einstieg war katastrophal organisiert: Zwei Wochen lang fehlten Arbeitsmittel, E-Mail-Adresse und Zugangsdaten. Einen Tag vor Arbeitsbeginn musste ich selbst nachfragen, ob ich überhaupt kommen sollte, da mir noch kein Arbeitsvertrag vorlag. Die Einarbeitung empfand ich als unzureichend und wenig engagiert.
Kommunikation
In größeren Besprechungen wird regelmäßig betont, dass die Türen der obersten Führungsebene für alle Beschäftigten offenstehen. In der Praxis empfinde ich diese Aussagen zunehmend als leere Versprechen. Wenn Probleme wiederholt angesprochen werden, ohne dass daraus spürbare Veränderungen entstehen, verliert eine solche Offenheit ihre Glaubwürdigkeit.
Es entsteht der Eindruck, dass zwar Gesprächsbereitschaft signalisiert wird, die tatsächlichen Ursachen der Probleme aber nicht ausreichend angegangen werden. Wenn die Führungskräfte vor Ort auf Missstände hinweisen, aber keine wirksamen Veränderungen erreichen können, stellt sich die Frage, welchen Stellenwert die Rückmeldungen der Beschäftigten tatsächlich haben.
Auch die Kommunikation über betriebliche Veränderungen ist häufig verspätet, unzureichend oder so vage, dass eine verlässliche Planung erschwert wird. Insgesamt fehlt mir eine klare, rechtzeitige und verbindliche Kommunikation.
Gleichberechtigung
Beim Thema Gleichbehandlung bleiben für mich Fragen offen. Meine Vorgängerin bzw. mein Vorgänger erhielt nach meiner Kenntnis von Beginn an ein höheres Gehalt als ich. Die Gründe dafür kenne ich nicht. Bei vergleichbarer Tätigkeit stellt sich für mich daher die Frage, nach welchen Kriterien die Gehälter festgelegt werden und ob geschlechtsbedingte Unterschiede ausgeschlossen sind. Ich kann nicht beurteilen, ob tatsächlich ein Gender Pay Gap vorliegt, wünsche mir jedoch nachvollziehbare und transparente Gehaltsentscheidungen.
Auch die Parkmöglichkeiten empfinde ich als ungleich verteilt: Die Geschäftsführung und der Vertriebsaußendienst können die geschützte Tiefgarage nutzen. Andere Beschäftigte müssen auf einen weiter enfernten Bahnhofparkplatz ausweichen. Aufgrund der wiederholt berichteten Vorfälle und Polizeieinsätze im dortigen Umfeld fühle ich mich bei dem Gedanken, dort zu parken, nicht sicher.
Als Alternative bleibt für mich, sehr früh anzureisen und auf einer unbefestigten Fläche mit Bauschutt und Müll zu parken, wobei Absperrungen überwunden werden müssen. Diese Situation empfinde ich als unzumutbar.
Interessante Aufgaben
Wenn andere Abteilungen ihre Aufgaben ordnungsgemäß erledigen, bleibt in der Faktura im Wesentlichen die Prüfung und Freigabe von Belegen zur Zahlung. Eine Tätigkeit, die vor allem Routine erfordert, obwohl jeder Kunde individuelle Anforderungen mitbringt. Wirklich abwechslungsreiche oder fachlich spannende Aufgaben sind rar. Dafür gibt es umso mehr offene Baustellen und Fehler anderer Abteilungen, die unter Zeitdruck schnell behoben werden müssen. Statt interessanter Aufgaben steht häufig Feuerlöschen auf dem Programm.