Hohe Erwartungen, GROẞE Enttäuschung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Arbeit ist technisch abwechslungsreich und bietet grundsätzlich interessante Aufgaben. Die direkte Zusammenarbeit mit einzelnen Kolleginnen und Kollegen war häufig angenehm, da viele trotz der schwierigen Rahmenbedingungen versucht haben, sich gegenseitig zu unterstützen. Das Gehalt wurde zuverlässig und pünktlich gezahlt.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Arbeitsbelastung ist dauerhaft zu hoch. Regelmäßige Überstunden, Personalmangel, schlechte Einsatzplanung und eine Rufbereitschaft, die sich häufig wie zusätzliche Arbeitstage anfühlt, führen zu einer sehr schlechten Work-Life-Balance. Wertschätzung habe ich kaum erlebt, Kritik wurde häufig relativiert und Entscheidungen waren für mich oft nicht nachvollziehbar. Versprochene Weiterbildungen verzögerten sich oder blieben aus. Nach außen vermittelt das Unternehmen aus meiner Sicht ein deutlich besseres Bild, als ich es im Arbeitsalltag erlebt habe.
Verbesserungsvorschläge
* Mitarbeitende endlich als Menschen und nicht nur als verfügbare Arbeitskraft betrachten.
* Die Einsatzplanung realistischer und vorausschauender gestalten.
* Überstunden dauerhaft reduzieren und die vertragliche Arbeitszeit tatsächlich einhalten.
* Rufbereitschaft so organisieren, dass echte Erholungszeiten möglich sind.
* Führungskräfte fachlich und persönlich stärker auf ihre Aufgaben vorbereiten.
* Entscheidungen nachvollziehbar kommunizieren und Zusagen schriftlich festhalten.
* Neue Mitarbeitende besser einarbeiten und Weiterbildungen zuverlässig ermöglichen.
* Dokumentationen und technische Unterlagen vereinfachen und aktuell halten.
* Ausreichend Personal einstellen, um den täglichen Zeitdruck zu reduzieren.
* Wertschätzung nicht nur in Präsentationen vermitteln, sondern im Arbeitsalltag leben.
*Regeln und Vorschriften einhalten
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war für mich überwiegend belastend. Viele Mitarbeitende wirkten frustriert und demotiviert, weil sich Probleme über lange Zeit nicht verbessert haben. Wertschätzung habe ich kaum erlebt. Stattdessen standen Druck, Stress und Konflikte im Vordergrund.
Image
Das öffentliche Bild des Unternehmens und meine persönlichen Erfahrungen gingen weit auseinander. Aufgrund meiner Erlebnisse würde ich den Arbeitgeber nicht weiterempfehlen.
Work-Life-Balance
Die vertragliche Arbeitszeit existierte für mich hauptsächlich auf dem Papier. Überstunden gehörten zum Alltag, monatlich kamen häufig 50 bis 60 Stunden zusammen. Rufbereitschaft bedeutete in der Praxis oft zusätzliche Arbeitstage. Freizeit war zwar theoretisch möglich, wurde aber aus meiner Sicht nicht gerne gesehen. Auch im Urlaub war eine vollständige Erholung schwierig.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildung beschränkte sich überwiegend auf notwendige Pflichtschulungen. Versprochene Qualifizierungen verzögerten sich teilweise über Jahre oder fanden gar nicht statt. Entwicklungsmöglichkeiten und Karrierechancen habe ich kaum gesehen.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt wurde zwar pünktlich gezahlt, stand für mich aber nicht im Verhältnis zur Verantwortung, den Überstunden und der Belastung. Leistungen wurden nach und nach reduziert. Nennenswerte Benefits habe ich persönlich kaum wahrgenommen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nach außen präsentiert sich das Unternehmen sehr nachhaltig und mitarbeiterorientiert. Meine persönlichen Erfahrungen entsprachen diesem Bild jedoch nicht. Der Fokus lag aus meiner Sicht überwiegend auf Leistung und Zahlen, während der Mensch häufig in den Hintergrund rückte.
Kollegenzusammenhalt
Die direkten Kollegen haben versucht, sich gegenseitig zu unterstützen. Allerdings arbeitet man im Außendienst überwiegend nur mit seinem jeweiligen Partner, sodass ein echter Teamzusammenhalt kaum entstehen konnte. Außerdem hatte ich den Eindruck, dass Gerüchte und Gespräche hinter dem Rücken anderer nicht selten waren. Erschwerend kam hinzu, dass neue Anlagentypen betreut werden sollten, obwohl viele Mitarbeitende dafür nur unzureichend geschult waren.
Umgang mit älteren Kollegen
Zwischen langjährigen und neuen Mitarbeitenden waren deutliche Unterschiede spürbar. Erfahrung wurde zwar geschätzt, gleichzeitig fehlte es neuen Kolleginnen und Kollegen oft an ausreichender Einarbeitung und Unterstützung.
Vorgesetztenverhalten
Ich habe meine Vorgesetzten als wenig unterstützend erlebt. Kritik wurde häufig heruntergespielt oder das Thema gewechselt. Lob war selten, Fehler standen dagegen schnell im Mittelpunkt. Entscheidungen wirkten für mich oft nicht nachvollziehbar. Außerdem hatte ich nicht den Eindruck, dass fachliche Kenntnisse immer ausreichten, um die Herausforderungen im Arbeitsalltag angemessen beurteilen zu können. Die Fürsorgepflicht gegenüber Mitarbeitenden kam aus meiner Sicht ebenfalls zu kurz.
Arbeitsbedingungen
Es herrschte aus meiner Sicht Personalmangel. Zeitdruck war täglicher Begleiter. Die Fahrzeuge und Arbeitsmittel waren unterschiedlich ausgestattet, gleichzeitig hatte ich den Eindruck, dass zunehmend an der Ausstattung gespart wurde. Die Einführung von E-Fahrzeugen empfand ich im Außendienst teilweise als wenig praxisgerecht. Lange Fahrzeiten gehörten ebenfalls zum Alltag.
Kommunikation
Die Kommunikation war aus meiner Sicht einer der größten Schwachpunkte. Wichtige Informationen kamen häufig gar nicht oder erst viel zu spät. Probleme wurden oft zerredet, ohne dass eine Lösung gefunden wurde. Mündliche Zusagen hatten für mich kaum Verlässlichkeit und wurden später teilweise bestritten oder vergessen.
Gleichberechtigung
Nach meinem Eindruck wurden Mitarbeitende nicht immer gleich behandelt. Wer sich gut verkaufen konnte, hatte häufig Vorteile. Neue Mitarbeitende hatten es dagegen oft schwer.
Interessante Aufgaben
Die Arbeit an sich könnte technisch interessant und abwechslungsreich sein. Leider wird vieles durch fehlende oder schwer auffindbare Dokumentationen, unzureichende Schulungen und schlechte Organisation unnötig erschwert. Häufig sollte an neuen Anlagen gearbeitet werden, ohne dass eine ausreichende Einarbeitung oder das notwendige Fachwissen vorhanden war. Dadurch ging der eigentliche Reiz der Tätigkeit oft verloren.
