Kontrolle statt Vertrauen – Führung, die Mitarbeiter vergrault
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ich habe das Unternehmen vor Kurzem verlassen und möchte meine Erfahrungen aus dem Maklervertrieb schildern.
Seit Anfang des Jahres hat sich die Situation mit dem neuen Chef aus meiner Sicht deutlich verschlechtert. Statt den Vertrieb fachlich zu unterstützen, Mitarbeiter zu fördern und gemeinsam Lösungen zu entwickeln, hatte ich zunehmend den Eindruck, dass seine Hauptaufgabe darin besteht, die Mitarbeiter permanent unter die Lupe zu nehmen, zu kontrollieren und ihre Arbeit bis ins kleinste Detail zu überwachen.
Ein solches Maß an Kontrolle hat aus meiner Sicht nichts mehr mit guter Führung zu tun. Es schafft Misstrauen, setzt die Mitarbeiter unter Druck und nimmt ihnen die Möglichkeit, eigenverantwortlich zu arbeiten. Hinzu kommt eine Art der Einflussnahme, die ich persönlich als manipulativ empfunden habe. Eine offene Kommunikation auf Augenhöhe und echtes Vertrauen sehen für mich anders aus.
Die ständige Kontrolle und der damit verbundene Druck waren für mich psychisch sehr belastend und haben sich negativ auf mein Wohlbefinden ausgewirkt. Ein Arbeitsplatz sollte nicht zu einem Ort werden, an dem man sich permanent beobachtet, unter Druck gesetzt und in seiner Arbeit infrage gestellt fühlt.
Besonders bedenklich finde ich, dass nach meiner Wahrnehmung nicht nur ich mit dieser Situation unzufrieden war. Auch andere Mitarbeiter haben das Unternehmen verlassen. Wenn mehrere Menschen aufgrund der Führungssituation gehen, sollte sich das Unternehmen ernsthaft fragen, woran das liegt.
Die entscheidende Frage ist für mich: Ist diese Art der Führung tatsächlich im Sinne des Unternehmens? Ist bekannt, was im Maklervertrieb passiert, und wird diese Entwicklung bewusst in Kauf genommen? Oder bekommt die Unternehmensleitung überhaupt mit, weshalb erfahrene Mitarbeiter gehen?
Ein junger Chef muss nicht automatisch eine schlechte Führungskraft sein. Allerdings gehören zu einer Führungsposition auch Erfahrung, Verantwortungsbewusstsein, soziale Kompetenz und die Fähigkeit, Menschen zu motivieren, statt sie durch übermäßige Kontrolle zu demotivieren.
Für mich war diese Entwicklung letztlich ein wesentlicher Grund, das Unternehmen zu verlassen. Ich finde es schade, dass es so weit kommen musste. Gute Mitarbeiter gewinnt und hält man nicht durch permanente Überwachung, sondern durch Vertrauen, Wertschätzung und eine Führung, die unterstützt, anstatt zusätzlichen Druck aufzubauen.
Mein Wunsch wäre, dass die Verantwortlichen diese Kritik ernst nehmen und sich ehrlich damit auseinandersetzen, warum Mitarbeiter gehen und welche Rolle die Führung dabei spielt.
Ein wichtiger Hinweis: Die Frage, ob das Unternehmen diese Situation bewusst in Kauf nimmt, ist bewusst als offene Frage formuliert. So bringst du deinen Verdacht zum Ausdruck, ohne eine Absicht als Tatsache darzustellen, die du möglicherweise nicht belegen kannst. Das macht die Bewertung zugleich glaubwürdig und deutlich.

