Ein Lehrstück über Kommunikation, Führung und Vertrauen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Parkplatz
Kantine
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Dies würde den Rahmen von Kununu sprengen.
Verbesserungsvorschläge
Dies würde den Rahmen von Kununu sprengen.
Arbeitsatmosphäre
Gute Ansätze – aber eine Atmosphäre, die viele zermürbt
Meine Zeit bei VIAOPTIC war leider geprägt von einer Arbeitsatmosphäre, die ich als sehr belastend und demotivierend empfunden habe – und mit diesem Eindruck war ich keineswegs allein. Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen äußerten ähnliche Frustration, oft hinter vorgehaltener Hand.
Trotz spannender Produkte und eines grundsätzlich zukunftsfähigen Markts fehlte es intern an echter Wertschätzung, klarer Kommunikation und einem vertrauensvollen Miteinander. Entscheidungen wirkten häufig willkürlich oder wurden nur unzureichend erklärt. Der Umgangston war zum Teil angespannt, Feedbackkultur kaum vorhanden. Führung fand mehr auf Kontrolle als auf Vertrauen basierend statt. Dies führte zu einem Klima, in dem sich viele nicht wohlfühlten oder dauerhaft mit Rückzug reagierten.
Besonders enttäuschend war für mich die Diskrepanz zwischen kommunizierten Werten und gelebtem Alltag. Flache Hierarchien oder moderne Führungskultur wurden zwar nach außen vermittelt – intern aber kaum erlebbar gemacht.
Ich bin mit dem Anspruch gestartet, etwas zu bewegen – geblieben ist das Gefühl, gegen unsichtbare Mauern zu laufen.
Image
Außendarstellung weckt mitunter falsche Erwartungen
VIAOPTIC ist außerhalb der Branche wenig bekannt. In Vorstellungsgesprächen wird gerne auf die geografische Nähe und frühere Verbindungen zu Leica Bezug genommen, was bei Außenstehenden mitunter den Eindruck einer engeren Zugehörigkeit erweckt. Tatsächlich handelt es sich jedoch um zwei klar getrennte Unternehmen, die sowohl organisatorisch als auch strategisch unabhängig voneinander agieren – eine Unterscheidung, die im Bewerbungsprozess deutlicher kommuniziert werden sollte.
Work-Life-Balance
völlig normal.
Karriere/Weiterbildung
Interne Weiterbildungen standen nicht allen Mitarbeitenden gleichermaßen offen. Oft mussten sie aktiv eingefordert oder mehrfach angestoßen werden. Externe Qualifizierungsmaßnahmen wurden in der Regel nur für diejenigen angeboten, bei denen dies ausdrücklich im Arbeitsvertrag festgelegt war. Einmal fand eine externe Weiterbildung statt, doch diese war so stark überfüllt, dass nicht alle Interessierten teilnehmen konnten. Diese selektive Vorgehensweise kann dem Aufbau eines gemeinsamen Teamgefühls im Wege stehen und vermittelt den Eindruck, dass individuelle Entwicklungspotenziale nicht ausreichend wertgeschätzt werden.
Gehalt/Benefits
Gehälter waren im mittleren bis hohen Bereich eines Mittelständlers in der Kunststoffspritzgussindustrie.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt war von gegenseitigem Verständnis geprägt – oft als Reaktion auf schwierige Umstände.
Viele Mitarbeitende wirkten in ihrem Aufgabenbereich resigniert, was spürbare Auswirkungen auf Motivation und Engagement hatte. Gleichzeitig zeigte sich unter den Kolleginnen und Kollegen ein respektvoller, mitfühlender Umgang. Man sprach sich Mut zu und zeigte Verständnis für die teils herausfordernden Rahmenbedingungen – sei es aufgrund der jeweiligen Aufgaben in bestimmten Abteilungen oder der räumlichen Nähe zu bestimmten Führungspersonen, deren Führungsstil das Arbeitsklima spürbar belastete.
Leider zeigte der Kollegenzusammenhalt Brüche, sobald neue oder bestehende Mitarbeitende versuchten, neue Technologien einzuführen oder auszuprobieren.
In solchen Situationen traten teils deutliche Verhaltensunterschiede zutage, was die Offenheit für Veränderung und den Umgang mit Innovation betraf. Die daraus entstehende Diskrepanz wirkte sich spürbar auf das Miteinander aus.
Umgang mit älteren Kollegen
Im Unternehmen gibt es durchaus ältere Mitarbeitende, die mit ihrer Erfahrung geschätzt werden und in Führungsrollen einen wertvollen Beitrag leisten. Ihre Kompetenz und Verlässlichkeit werden anerkannt, und sie genießen entsprechendes Vertrauen.
Gleichzeitig war ich jedoch auch Zeuge von Situationen, in denen erfahrene Kollegen – teils mit beeindruckendem fachlichem Hintergrund – respektlos behandelt oder bewusst übergangen wurden. Besonders auffällig war dies bei Mitarbeitenden, deren Qualifikation die Anforderungen ihrer Position deutlich überstieg. Statt deren Potenzial zu nutzen, wurde ihre Meinung häufig ignoriert oder abgewertet. Solche Widersprüche im Umgang mit älteren Fachkräften werfen Fragen auf und senden ein zwiespältiges Signal – sowohl intern als auch nach außen.
Vorgesetztenverhalten
Vorgesetztenverhalten – die größte Baustelle im Unternehmen
Das Führungsverhalten stellt aus meiner Sicht die gravierendste Schwachstelle im Unternehmen dar. Entscheidungen orientieren sich primär an den Erwartungen des Vorgesetzten – nicht am tatsächlichen Bedarf, der Teamdynamik oder den Unternehmenszielen. Mitarbeitende agieren zunehmend angepasst, kritische Stimmen verschwinden oder werden ignoriert.
Eine offene Diskussionskultur ist faktisch nicht vorhanden. Statt konstruktivem Austausch herrscht Zustimmungspflicht. Der Begriff Mikromanagement müsste hier neu definiert werden – das Ausmaß an Kontrolle, Einmischung und Detailsteuerung überschreitet deutlich das, was man selbst in streng geführten Organisationen erwarten würde.
Demütigungen im Einzelgespräch oder vor versammelter Mannschaft waren hier leider wöchentlich möglich.
Führung im Sinne von Vertrauen, Entwicklung oder Verantwortung? Fehlanzeige.
Arbeitsbedingungen
Die technische Grundausstattung ist in Teilen positiv hervorzuheben – höhenverstellbare Tische und moderne Notebooks stehen zur Verfügung. Allerdings fehlt eine Klimaanlage, was insbesondere in den Sommermonaten zu deutlich eingeschränktem Arbeitskomfort führt.
Zudem war keine klassische IT-Abteilung vorhanden. Supportanfragen blieben teils über Stunden unbeantwortet, was zu unnötigen Arbeitsunterbrechungen und Frustration führte.
Kommunikation
Die Unternehmensziele wurden bei VIAOPTIC klar formuliert und regelmäßig kommuniziert – sowohl auf Bereichs- als auch auf Geschäftsführungsebene. Besonders positiv empfand ich die Transparenz bei strategischen Themen und die Offenheit, mit der Hintergründe erklärt wurden.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren in vielen Fällen stark routiniert und boten nur begrenzt Abwechslung. Teilweise musste aktiv nach sinnvollen Tätigkeiten gesucht werden, was auf Dauer demotivierend wirkte. Dieser Umstand ist zum Teil produktbedingt – die Produkte und Prozesse lassen in bestimmten Bereichen wenig Raum für kreative oder strategisch anspruchsvolle Aufgabenstellungen. Insgesamt blieb dadurch viel Potenzial ungenutzt.