Keine gute Erfahrung.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Vielleicht eher aufschlussreich als gut! Den Bewertungsdrang der Mitarbeitenden auf kununu. 250 Mitarbeitende - 134 Bewertungen. Damit ist diese Bank vermutlich deutscher Spitzenreiter. Die Bewertungen sind hier genauso authentisch wie alles andere in und an dieser Bank. (Eine andere Bank in der Umgebung hat 450 Mitarbeitende und 21 Bewertungen)
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- Es wird sehr schnell neu eingestellt, aber auch schnell wieder gekündigt. Die Mitarbeitenden werden quasi "ausprobiert". Wer aus einer sicheren Festanstellung kommt, sollte sich einen Wechsel daher gut überlegen.
- Gleitzeit und HomeOffice: Es gibt keine Gleitzeit und die HomeOffice-Regelungen sind nasenabhängig; trotzdem wird mit umfangreichen Gleitzeitregelungen, etc. geworben. (In der Realität sollen sogar Arztbesuche auf den Freitag gelegt werden.)
Kurz zu meiner Erfahrung: Ich hatte um die Möglichkeit gebeten, wie auch andere Mitarbeitende, aus dem Home Office arbeiten zu können. Das wurde mir nicht gestattet. Da die langen Arbeitstage (35 Std. auf 4 Tage) und die zusätzlichen Pendelzeiten sehr belastend waren, erkrankte ich zwischendurch. Daraufhin wurde mir die Kündigung ausgehändigt.
---------------
Mein Kommentar zum Kommentar:
- Mir wurde mitgeteilt, dass der direkte Vorgesetzte entscheiden könne, wie viel Homeoffice möglich ist. Den Hinweis auf die 100%tige Präsenzpflicht in der Probezeit wurde nicht gegeben; noch nicht mal beim "Team-Kennenlerntag", sondern erst zu Beginn des Arbeitsverhältnisses. Wie man sich vorstellen kann, ist dieser Zeitpunkt zu spät. Wäre das früher klar mitgeteilt worden, hätte ich mich gegen dieses Arbeitsverhältnis entschieden.
- Mehrere Gespräche wurden nicht geführt. Es wurde nach einem Lösungsansatz gefragt. Nachdem ich einen Vorschlag (tageweise Homeoffice; wie auch andere Kolleg*innen) eingebracht hatte, wurde mit einer Kündigung reagiert. Ihre Rückmeldung auf meinen Vorschlag war die Kündigung.
- Wo ich der kommentierenden Person recht gebe: Ich habe andere Rahmenbedingungen erwartet; Darum habe ich die Umstände geschildert, die vor Ort wirklich vorzufinden sind. Die Kommunikation ist erheblich verbesserungswürdig.
Verbesserungsvorschläge
- Die Begriffe "Gleitzeit" und flexibles Arbeiten nicht mehr verwenden
- Einschränkungen zur HO-Regelung kommunizieren
Arbeitsatmosphäre
Top‑Down. Die Führung ist autoritär geprägt und nimmt immer noch an, dass Mitarbeitende grundsätzlich faul und träge sind und deshalb eng kontrolliert werden müssen. Das merkt man an jeder Ecke: wenig Vertrauen und ein Arbeitsumfeld, in dem Mitarbeitende damit beschäftigt sind, der Führung zu gefallen, anstatt Arbeitsabläufe kritisch zu hinterfragen, neu zu gestalten oder Prioritäten zu setzen. Die "Kompetenz" der Führungskräfte ist natürlich unantastbar.
Image
Volksbank halt; daher gerade nicht so gut.
Work-Life-Balance
Eine 4‑Tage‑Woche klingt zwar gut, ist es aber nur bedingt, wenn man 35 Stunden auf vier Tage verteilt. Die Arbeitstage sind lang und auch stressig, weil ja der Freitag fehlt. Kurze Pausen sind nicht gern gesehen. Wer eine Bildschirmpause braucht, wird auf andere Tätigkeiten verwiesen. Effektives und gesundes Arbeiten ist hier ein Fremdwort. An einigen Stellen ist die Personalausstattung sehr knapp, was dazu führt, dass das Team unter dauerhafter hoher Auslastung arbeitet.
Karriere/Weiterbildung
Ist eine eher kleine Bank, darum sind die Karrieremöglichkeiten beschränkt. Weiterbildungen werden bei Notwendigkeit ermöglicht.
Gehalt/Benefits
Unteres Mittelfeld – auch für eine Volksbank. Das niedrige Gehalt wird mit der 4 Tage Woche gerechtfertigt und man dürfte ja auch am Freitag noch anderweitig arbeiten. Auch der VB-Tarif war früher besser. Bei der (roten) Konkurrenz sind die Gehälter in den letzten Jahren deutlich stärker gestiegen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Meines Wissens nach wird hier nichts getan. Es werden ein paar soziale Projekte o.ä. unterstützt; allerdings eher aus Imagegründen. Nach dem Motto: tue ein bisschen was Gutes und rede sehr, sehr viel darüber.
Kollegenzusammenhalt
Kolleginnen und Kollegen sind freundlich und hilfsbereit, stehen jedoch unter enormem Druck, was ein gemeinsames Arbeiten erschwert. Von einem echten Zusammenhalt würde ich nicht sprechen; viele versuchen, ihre Aufgaben für sich allein zu bewältigen. Es ist eher ein isoliertes Arbeiten, was natürlich auch, aber nicht nur, der Unternehmensgröße geschuldet ist.
Umgang mit älteren Kollegen
Mir ist nichts Negatives aufgefallen.
Vorgesetztenverhalten
Irgendwo zwischen Mikro‑ und Nanomanagement: Kontrollen durch die Vorgesetzten finden ständig und überall statt, lediglich die Umgangsformen unterscheiden sich. Es wird über die Schulter geschaut, bewertet und – mal direkt, mal unterschwellig – Druck aufgebaut, um die Personalknappheit irgendwie zu kompensieren.
Einen Betriebsrat gibt es nicht. Dafür wird immer wieder betont, dass das Unternehmen und natürlich besonders die Vorgesetzten bodenständig, fair und umgänglich seien und dass man daher ja keinen Betriebsrat bräuchte.
Arbeitsbedingungen
Die Standardausstattung – je weiter die Büros vom Kunden entfernt sind desto älter werden sie.
Kommunikation
Eine Kommunikation auf Augenhöhe findet nicht statt und einen offenen und konstruktiven Austausch gibt es nicht. Die Führung führt Monologe ohne wirklich zuzuhören oder Einwände zuzulassen, wobei manche Aussagen tendenziell grenzwertig sind. Oft steht auch die Lösung bereits fest, bevor das Problem überhaupt verstanden wurde.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung gibt es hier gar nicht. Die Führungspositionen sind homogen besetzt; Vielfalt spielt keine Rolle. Zudem prägen ein traditionelles Denken und klar festgelegte, überholte Rollenbilder den Arbeitsalltag.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind stark standardisiert und durch größtenteils durch die IT-Landschaft vorgegeben. Mitarbeitende erledigen die Aufgaben, die systemseitig noch nicht abgebildet werden können. Größere, zukunftsorientierte oder komplexe Themen werden nicht angegangen, weil Know‑how und Kapazitäten fehlen. Statt strategisch, gemeinsam zu arbeiten, ist man überwiegend damit beschäftigt, kurzfristige „Brände“ zu löschen.

