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Große Versprechen, viel Druck und wenig Wertschätzung – eine Erfahrung, die ich nicht wiederholen möchte

1,2
Nicht empfohlen
FührungskraftHat zum Zeitpunkt der Bewertung im Bereich Vertrieb / Verkauf in Düsseldorf gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Positiv ist höchstens, dass sich die vielen Warnsignale hier ungewöhnlich schnell zeigen. Die ersten gab es schon vor Arbeitsbeginn, etwa durch das sogenannte „Onboarding“, das in der eigenen Freizeit vor Vertragsbeginn stattfinden sollte. Bereits in den ersten Tagen und Wochen wurde mir deutlich, wie der Inhaber mit Mitarbeitern umgeht und wie das Unternehmen arbeitet. So merkt man wenigstens frühzeitig, dass es nicht passt, und verschwendet nicht erst Monate oder Jahre seine Zeit und Energie.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Keine vernünftige Einarbeitung, ständig wechselnde Erwartungen und wenig Transparenz. Besonders negativ habe ich den Umgang mit kritischen Fragen zu aus meiner Sicht fragwürdigen Arbeitsanweisungen erlebt: Statt sachlicher Antworten gab es Druck und Kündigungsandrohungen. Auch die hohe Fluktuation innerhalb kürzester Zeit spricht für mich nicht für ein gutes Arbeitsumfeld.

Verbesserungsvorschläge

Bevor man immer mehr Neukunden gewinnen möchte, sollte man vielleicht erst einmal sicherstellen, dass die bestehenden Kunden zuverlässig versorgt werden können. Weniger große Versprechen, dafür klare Abläufe, eine vernünftige Einarbeitung und realistische Ziele. Auch ein respektvoller Umgang mit Mitarbeitern und ein offenes Ohr für kritische Fragen wären ein guter Anfang.

Arbeitsatmosphäre

Ich empfinde die Arbeitsatmosphäre als sehr angespannt und von Misstrauen geprägt. Statt Unterstützung erlebe ich viel Druck und habe häufig das Gefühl, mich für meine Arbeit und kritische Nachfragen rechtfertigen zu müssen. Ein wertschätzendes Miteinander vermisse ich.

Image

Das Unternehmen stellt sich nach meinem Eindruck deutlich größer und erfolgreicher dar, als ich es im Arbeitsalltag erlebt habe. Schon im Vorstellungsgespräch wurde ein Bild vermittelt, das ich später nicht wiedererkannt habe. Auch die beworbene bundesweite Präsenz konnte ich anhand meiner Erfahrungen nicht nachvollziehen.

Work-Life-Balance

Die anfängliche Flexibilität ist wenig wert, wenn sich Erwartungen und Vorgaben ständig kurzfristig ändern. Plötzlich werden extrem knappe Fristen für die Neukundengewinnung gesetzt, verbunden mit erheblichem Druck und Kündigungsandrohungen. Dazu kommt die dienstliche Kommunikation über private Telefonnummern bis spätabends und am Wochenende.

Karriere/Weiterbildung

Karrieremöglichkeiten werden groß angekündigt, sind aber an sehr hohe Umsatzziele geknüpft. Eine richtige Einarbeitung oder gezielte Weiterbildung habe ich nicht erlebt. Statt persönlicher Entwicklung stand für mich vor allem der Leistungsdruck im Vordergrund.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt besteht aus einem eher niedrigen Fixgehalt und einer zusätzlichen Vergütungskomponente. Die Gehalts- und Karriereperspektiven wurden aus meiner Sicht deutlich attraktiver dargestellt, als ich sie tatsächlich erlebt habe. Weitere Benefits wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld gab es für mich nicht. Ich bin gespannt, ob die abschließende Gehaltszahlung vollständig und wie vertraglich vereinbart erfolgt. Das bleibt abzuwarten.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Von Umweltbewusstsein habe ich wenig mitbekommen. Für den Außendienst wird das eigene Auto genutzt, ohne Kilometererstattung. Auch soziale Verantwortung gegenüber Mitarbeitern habe ich vermisst: Statt Unterstützung und Wertschätzung stehen aus meiner Sicht Leistungsdruck und Umsatzziele im Vordergrund.

Kollegenzusammenhalt

Echten Teamzusammenhalt habe ich kaum erlebt. In wöchentlichen Teamcalls werden einzelne Kollegen für freiwillige Wochenendarbeit oder Social-Media-Aktivitäten besonders gelobt, während andere sich vor der Gruppe rechtfertigen müssen. Statt Zusammenarbeit wird aus meiner Sicht eher Konkurrenz gefördert.

Umgang mit älteren Kollegen

Ich habe nicht den Eindruck, dass das Alter beim Umgang mit Mitarbeitern eine Rolle spielt. Wertschätzung und ein respektvoller Umgang fehlen aus meiner Sicht generell, unabhängig davon, wie alt jemand ist.

Vorgesetztenverhalten

Während meiner Beschäftigung waren für mich nur der Inhaber und die Area-Managerin als Ansprechpartner präsent. Die offizielle Geschäftsführerin habe ich weder gesehen noch gesprochen, während der Inhaber offenbar nahezu alle Entscheidungen trifft, teilweise über nicht namentlich unterschriebene E-Mails verschiedener „Fachabteilungen“. Auf kritische Fragen erlebte ich wenig sachliche Antworten, dafür Druck und Kündigungsandrohungen.

Arbeitsbedingungen

Das bereitgestellte Diensthandy hatte keine SIM-Karte. Diese musste ich selbst auf meinen Namen besorgen und bezahlen, während die interne Kommunikation trotzdem über meine private Telefonnummer lief. Auch für Außendienstfahrten wurde das eigene Auto genutzt, ohne Kilometererstattung; die zugesagte Erstattung der SIM-Kosten war während meiner Beschäftigung noch nicht erfolgt.

Kommunikation

E-Mails kommen von verschiedenen „Fachabteilungen“, meist ohne namentliche Unterschrift. Unter den Mitarbeitern entstand die Vermutung, dass möglicherweise nur eine einzige Person dahintersteckt. Auch über private Telefonnummern wird per WhatsApp kommuniziert, teilweise noch um 23 Uhr oder am Wochenende.

Gleichberechtigung

In den wöchentlichen Teammeetings werden Kollegen besonders gelobt, wenn sie freiwillig am Wochenende arbeiten oder Videos von sich für Social Media drehen und posten. Das wird dann als Maßstab für alle genommen. Andere müssen sich vor der gesamten Gruppe rechtfertigen, warum sie das nicht ebenfalls schaffen – solche Fragen habe ich selbst miterlebt. Faire Gleichbehandlung sieht für mich anders aus.

Interessante Aufgaben

Die Aufgaben sind zwar vielfältig, werden aber vorher kaum klar kommuniziert. Ständig kommen neue Erwartungen hinzu, von Vertrieb über Personalgewinnung bis hin zu Social-Media-Aktivitäten, oft ohne richtige Einarbeitung. Teilweise erfährt man erst durch Kritik, dass bestimmte Aufgaben überhaupt erwartet wurden.

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