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Chemie 
AG
Bewertung

Ein guter Arbeitgeber mit Schwächen in der B Note

3,8
Empfohlen
Ex-Zeitarbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr im Bereich Produktion bei Wacker Chemie AG in Burghausen gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Was mir sehr gut gefallen hat, war in diesem lehrreichen Prozess tatsächlich das Vorgesetztenverhalten. Parteiführung, Vorarbeiter, Meister... alle waren verständnisvoll und nett. Ich hatte absolut keinerlei Gründe mich zu beschweren und wurde wirklich vorbildlich behandelt. Ich bedanke mich auch nochmal bei den Kollegen dafür, sollten sie sich in der Bewertung wiedererkennen und hoffe ihr wisst, daß ich es wirklich bedauere keine längeren und tiefere Einblicke in den Bereich erhalten zu haben. Danke!

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Nochmal, ein mangelhafter Einarbeitungsprozess, der keinen Raum für eine gesunde Eingewöhnung lässt. Ein meat grinder den man überstehen muss, um später in den Genuss körperlich verträglicher Arbeitsweise kommen zu können. So beraubt man sich selbst des Personals, das motiviert ist aber eine längere oder andere Eingewöhnung benötigen würde. Wenn man - wie das fertig eingearbeitete Personal - nicht zu lange an der körperlich fordernsten Station dauerhaft festsitzen würde und körperlich abwechselnde Bewegungen ausführen könnte, wäre eine einseitige Überlastung deutlich unwahrscheinlicher. Klar, man muss an einer Station beginnen und diese meistern, das leuchtet mir ein aber vielleicht ist diese Station nicht der beste Startpunkt. Wenn man zum Beispiel woanders beginnen würde, wäre auch später ein Wechsel/ausweichen zu der anderen Station möglich wenn sich Überlastung abzeichnet. So ist man fix an die Arbeit gebunden, die am schwersten ist und kann dort nicht weg wenn man merkt das es Probleme gibt. Wäre aus meiner Sicht absolut kein Problem den Prozess beim Beginn zu verändern. Ob es dabei Probleme mit Leuten gibt, die sich vor der "unangenehmen" Arbeit drücken wollen, müsste man dann natürlich beachten und aktiv vermeiden aber den wichtigsten Punkt empfinde ich erstmal auf die körperliche Unversehrtheit meiner Arbeitskraft zu achten und Möglichkeiten schaffen, das zu vermeiden. Ist jedoch im Werk ein allgemeines Problem, daß man anfänglich erstmal mit den härtesten Bereichen konfrontiert wird. Vermutlich will man damit vorselektieren oder vermeiden das später Leute abspringen wenn sie schon mehr Einarbeitung/Zeit/Aufwand erhalten haben. Trotzdem ein schlechtes und veraltetes Denken, das kontraproduktiv ist für Menschen wie mich.

Verbesserungsvorschläge

Wie gesagt, ein System beim anlernen "designed to fail" aus meiner Ansicht nach. Ich habe mich an meine zwei Jahre Bundeswehr erinnert gefühlt, als man der Meinung war, die neuen müsste man Anfangs erstmal "brechen" damit man sie dann wieder aufbauen kann, wie man sie haben möchte. Ich werde aber hier nicht in die Schlacht geschickt, sondern möchte arbeiten. Meine Arbeitsleistung kann ich nur zur Verfügung stellen, wenn meine Gesundheit dabei erhalten bleibt. Bricht man meinen Körper, fällt die Arbeitskraft aus und auch wenn das für den Arbeitgeber keine allzu große Belastung ist, Zeitarbeitnehmer zurückzugeben und neue zu organisieren, ist das eine schlechte Praxis. Ich weiß daß in Zukunft Veränderungen geplant sind aber bis dahin müsste trotzdem die Arbeitskraft besser geschützt werden aus meiner Sicht. Hätte sehr gerne mehr von dem Betrieb kennengelernt und mich weiter eingebracht, was heutzutage aus meiner Sicht eh schon deutlich seltener zu finden ist. So haben wir beide in diesem Prozess verloren, was ich sehr schade empfinde aber vielleicht hilft es euch ja besser zu verstehen, wo noch optimiert werden müsste. Ich hoffe jedenfalls bald wieder fit zu sein, um das Erlebnis als Lektion für die Zukunft abschließen zu können und woanders frisch an's Werk gehen zu können.

Arbeitsatmosphäre

Leider war mir nur ein kurzer Moment in der Firma vergönnt aber die Arbeitsatmosphäre erschien mir in Poly angenehm. Fühlte mich definitiv willkommen im Team.

Kommunikation

Die Kommunikation war sehr gut. Man konnte problemlos alles ansprechen und wurde mit offenen Armen empfangen.

Kollegenzusammenhalt

Der Zusammenhalt war anfangs scheinbar gut, einige Kollegen haben mir aber von anderen Ereignissen berichtet, wenn man hinter die Fassaden blickt.

Work-Life-Balance

5 Schicht... auf dem Papier ist viel Zeit für sich selbst möglich pro Monat.

Vorgesetztenverhalten

Die Vorgesetzten haben sich mir gegenüber - trotz der kurzzeitigen Zugehörigkeit - super verhalten. Man zeigte Empathie, Mitgefühl und hätte alles Recht gehabt etwas frustriert zu reagieren auf Grund unseres Verlaufes. Stattdessen erhielt ich Zuspruch und Unterstützung.

Interessante Aufgaben

Die Aufgaben waren jetzt nicht wirklich als interessant zu beschreiben in den Bereichen die ich gesehen habe. Es war Arbeit und benötigte nicht allzuviel Fähigkeiten, außer körperlicher Belastbarkeit, an der es leider gescheitert ist.

Gleichberechtigung

Konnte keine Auffälligkeiten beobachten und sah mir zumindest nach einer Gleichbehandlung aus vor Ort. Habe jedoch ein paar Dinge mitbekommen über Hörensagen, weshalb ich vorsichtig bewerte.

Umgang mit älteren Kollegen

Hab keine älteren Kollegen gesehen in meiner Abteilung, weshalb ich mal davon ausgehe der Umgang wird wie bei mir, einwandfrei sein.

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingung war mein einziger, wirklicher Kritikpunkt. Während ich wirklich motiviert war, zog ich mir am dritten Tag eine Verletzung am Rücken zu. Hexenschuss der schlimmsten Sorte und bin immer noch in ärztlicher Behandlung deshalb. Der Prozess der Einarbeitung zeigt für mich einen großen Mangel im Verständnis über den menschlichen Körper auf. Während Personal normal im fordernden Bereich regelmäßig die Stationen wechseln darf, muss der "Lehrling" die körperlich fordernste Tätigkeit erstmal unter Dauerbelastung von Schichtbeginn bis Ende ausführen. Am ersten und zweiten Tag entstanden dadurch bei mir bereits erste Anzeichen, daß diese neue Bewegung zusammen mit Akkordarbeit eine gewisse Gewöhnung benötigt. Bei der 12 Stunden Schicht am Sonntag ist jedoch dann mein Körper ausgestiegen und habe bis heute - zwei Wochen danach inkl Krankengymnastik etc noch immer Probleme den Bewegungsapparat normal nutzen zu können. Hier sollte man definitiv eine Alternative schaffen, um die Belastung nicht sofort von null auf das absolute Maximum im Bereich zu treiben. Mit Ausfällen ist niemanden geholfen und man hat nur Arbeit als Arbeitgeber damit, Leute zu finden.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Mir ist nichts wirklich markantes aufgefallen. Arbeitsplatz bedingt entsteht ne Menge Müll für Schutzkleidung etc. ansonsten alles gut.

Gehalt/Benefits

Die Zeiten ändern sich. War nicht mein erster Einsatz im Werk, jedoch war die frühere Entlohnung deutlich besser geregelt meiner Ansicht nach.

Image

Chemie-Dreieck... bestimmte Meldungen sorgen für manche schlechte Meinung bei Anwohnern im Umkreis, die man immer wieder liest aber im großen und ganzen ein super Arbeitgeber, der auf ähnlichen Ebenen agiert mit Größen wie BMW und anderen. Weltweit bekannt und gefragt.

Karriere/Weiterbildung

In dem Bereich Poly aus meiner Sicht eigentlich keinerlei wirkliche Perspektive gesehen. Außer das man die verschiedenen Bereiche erlernen kann, hatte ich nichts in Aussicht "mehr" erreichen zu können. Für einen reinen Arbeiter kein Problem, der nur sein Geld verdienen möchte und glücklich damit ist. Für Leute mit Ambitionen eher weniger ein Bereich für den Einstieg denke ich. Die Freizeit im 5 Schicht System kann man aber gut nutzen was nebenbei aufzubauen aus meiner Sicht, da man relativ viel Freizeit hat.

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Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.