Wer Rechte einfordert, gilt als nervig.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Hinweis: Diese Bewertung gibt meine Erfahrungen bis zu meinem Ausscheiden 2024 wieder.
Das Gehalt kommt pünktlich. Es gibt ein Zeiterfassungssystem und 90 € im Monat auf dem Mitarbeiterchip, für ein Angebot, das mich persönlich nicht anspricht. Viel mehr fällt mir ehrlich gesagt nicht ein.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Vertrauen ist in einigen Bereichen Mangelware, nach oben wie unter Kollegen. Einzelne Vorgesetzte habe ich als respektlos erlebt, bestimmte Mitarbeiter genießen aus meiner Sicht eine offensichtliche Sonderbehandlung. Über Gäste habe ich unter Mitarbeitern teilweise Äußerungen gehört, die ich grenzwertig fand.
Verbesserungsvorschläge
Die Auswahl der Vorgesetzten in einigen Bereichen ernsthaft überdenken. Mitarbeitergespräche vertraulich behandeln, statt sie wörtlich weiterzureichen. Teammeetings abhalten, bevor es brennt, nicht erst danach.
Arbeitsatmosphäre
Wer seine Meinung offen sagt, hat danach meiner Erfahrung nach meist ein Problem.
Kommunikation
Teammeetings gab es in meiner Abteilung meist erst, wenn es eskaliert war, oft mit sechs Monaten oder mehr Pause dazwischen.
Kollegenzusammenhalt
Was man sagt, kann gegen einen verwendet werden. Das habe ich selbst erlebt. Die sicherste Strategie: nicken, zustimmen, Meinung für sich behalten.
Work-Life-Balance
Work-Life-Balance? Habe ich so nicht erlebt. Im Dienstplan standen bei mir regelmäßig deutlich mehr Stunden, als mein Vertrag hergab, ohne dass mir das je jemand erklären konnte. Ausgezahlt wurde davon nichts, alles wanderte aufs Zeitkonto. Und von dort wieder herunter bekam ich nur einen Bruchteil. Unterm Strich hatte ich das Gefühl, kostenlos für den Betrieb mitzuarbeiten.
Selbst bei den Pausen hatte ich den Eindruck, dass nicht alle gleich behandelt werden: Einigen wurden ihre Pausen von der Vorgesetzten zugeteilt, mir wurde dagegen unterstellt, ich hätte meine schon gemacht, was nicht der Fall war.
Vorgesetztenverhalten
Auf meine Frage nach meinem Überstundenstand bekam ich sinngemäß zu hören, das müsse ich selbst wissen, in einem Ton, den ich als respektlos empfunden habe.
Eine freundliche Auskunft bekam ich erst bei der Personalabteilung.
Mehrfach habe ich erlebt, dass ich Ärger bekam, weil angeblich etwas fehlte, ohne dass vorher nachgesehen wurde. Wenn ich dann nachproduziert habe, gab es Ärger, weil es zu viel war.
Bei Fehlern hatte ich den Eindruck, dass mit zweierlei Maß gemessen wird:
Andere wurden aus meiner Sicht in Schutz genommen, während ich mich rechtfertigen musste.
Bei Ideen, die ich eingebracht habe, hatte ich das Gefühl, dass sie später als Ideen des Vorgesetzten dargestellt wurden. Wenn ich konstruktive Kritik geäußert habe, fühlte es sich am Ende so an, als wäre ich selbst der Schuldige.
Als ich auf gesetzliche Vorgaben aus dem Arbeitsrecht hingewiesen habe, wurde mir sinngemäß gesagt, das sei nervig.
Bei mir ist dadurch das Gefühl entstanden, dass Arbeitnehmerrechte eher als Störung gesehen werden und es mehr darum geht, möglichst viel aus den Mitarbeitern herauszuholen.
Interessante Aufgaben
In meinem Bereich: kaum vorhanden.
Gleichberechtigung
Als männlicher Mitarbeiter hatte ich in meiner Abteilung oft das Gefühl, anders behandelt zu werden als Kolleginnen, ob bei Pausen, bei Fehlern oder bei Vorwürfen. Gleichbehandlung habe ich mir dort anders vorgestellt.
Arbeitsbedingungen
In meinem Bereich fehlten Geräte, die die Arbeit spürbar erleichtert hätten. Die wenigen, die es gab, wurden verkauft, weil das Saubermachen angeblich zu lange dauerte. Die Firmen-App wird nach meinem Eindruck kaum genutzt, meist schreiben dort immer dieselben wenigen Personen. Für mich war sie ein nutzloser Download.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es wird immerhin versucht, den Müll zu trennen. Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass da noch Luft nach oben ist.
Gehalt/Benefits
Die 21,60 €, die heute öffentlich genannt werden, haben mit dem, was ich bis 2024 in der Produktion verdient habe, nach meiner Erinnerung wenig zu tun. Mein Eindruck war, dass man in der Zeitarbeit teilweise mehr bekommt.
Zu den Benefits gehören neben dem Chip: ein Obstkorb, kostenloses Trinkwasser und ein pünktliches Gehalt. Dass Letzteres als Benefit durchgeht, sagt einiges.
Image
Nach außen glänzend, nach innen deutlich weniger.
Bei Mitarbeitergesprächen hatte ich das Gefühl, dass Aussagen Wort für Wort mitgeschrieben und so an Vorgesetzte weitergegeben werden, dass diese wissen, wer was gesagt hat.
Ehrliches Feedback traut man sich mit diesem Gefühl nicht mehr.
Mir selbst gegenüber gab es teilweise Beschuldigungen, die für mich nicht nachvollziehbar waren.
Karriere/Weiterbildung
Sind in meiner Abteilung so gut wie gar nicht vorhanden.
