Mehr Schein als Sein
Gut am Arbeitgeber finde ich
Remote-Work
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Aus meiner Sicht insbesondere die Arbeitsatmosphäre, die gelebte Kommunikations- und Führungskultur sowie der Umgang mit Kritik und abweichenden Perspektiven
Verbesserungsvorschläge
Mehr Transparenz, konsistente Entscheidungen, ein offener Umgang mit Feedback sowie eine stärkere Orientierung an Mitarbeitenden könnten aus meiner Sicht einen großen Unterschied machen.
Arbeitsatmosphäre
Aus meiner Erfahrung heraus habe ich die Arbeitsatmosphäre als angespannt und wenig vertrauensvoll wahrgenommen. Es wirkte auf mich so, als ob viel hinter dem Rücken gesprochen wurde und ein offener Umgang miteinander nicht immer gegeben war. Dabei hatte ich auch den Eindruck, dass sich dieses Verhalten nicht nur auf Mitarbeitende beschränkte, sondern teilweise auch von Führungskräften mitgetragen wurde.
Ich habe Situationen wahrgenommen, in denen Aussagen und Perspektiven durch Führung in einer Weise dargestellt wurden, die aus meiner Sicht eher spaltend als klärend wirkte. Dadurch entstand für mich der Eindruck, dass Spannungen verstärkt und ein offenes, vertrauensvolles Miteinander zusätzlich erschwert wurden.
Aus meiner Sicht traten solche Dynamiken nicht nur vereinzelt auf, sondern prägten das Miteinander spürbar. Insgesamt entstand für mich eine Arbeitsatmosphäre, in der Zurückhaltung und Vorsicht zum normalen Umgang gehörten.
Image
Nach außen präsentiert sich das Unternehmen sehr professionell und betont moderne Werte wie Offenheit und Vielfalt. Intern hatte ich jedoch den Eindruck, dass diese Darstellung nicht in allen Bereichen der gelebten Realität entspricht. Wie bereits unter dem Punkt "Gleichberechtigung" beschrieben, entstand für mich auch hier ein spürbarer Widerspruch zwischen dem vermittelten Selbstbild und der tatsächlichen Kultur. Darüber hinaus entstand bei mir der Eindruck, dass zwischen dem, was nach außen kommuniziert wurde, und dem, was intern umsetzbar war, nicht immer ein realistisches Verhältnis bestand. Das wirkte auf mich stellenweise belastend und führte aus meiner Sicht zu unnötigem Zeitdruck.
Work-Life-Balance
Der Remote-Anteil ist grundsätzlich positiv. Gleichzeitig habe ich erlebt, dass zugesagte Flexibilität im Alltag nicht immer eingehalten wurde (z.B. Regeltermine am Morgen). Individuelle Bedürfnisse wurden aus meiner Sicht nicht immer berücksichtigt, und das Ansprechen solcher Themen fühlte sich teilweise schwierig und nicht durchgehend erwünscht an.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nachhaltigkeit hatte aus meiner Sicht keine zentrale Priorität. Bei internen Angeboten hatte ich den Eindruck, dass unterschiedliche Ernährungsweisen nicht ausreichend berücksichtigt wurden und pflanzliche Optionen eher nachrangig waren. Insgesamt wirkte das für mich nicht vollständig konsistent mit dem modernen und offenen Selbstbild, das nach außen vermittelt wird. Auch im Reiseverhalten war für mich wenig ökologisches Bewusstsein erkennbar: Aus meiner Wahrnehmung gab es häufig Vor-Ort-Termine inklusive längerer Anfahrten und Inlandsflüge, auch in Situationen, in denen aus meiner Sicht ein Remote-Format ausgereicht hätte.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungsmöglichkeiten waren vorhanden, wirkten jedoch aus meiner Sicht begrenzt und häufig abhängig von individuellen Faktoren wie Sympathie oder aktueller Rolle. Eigeninitiative war hier stark erforderlich.
In Bezug auf Karriereentwicklung hatte ich den Eindruck, dass Beförderungen und Entwicklungsmöglichkeiten nicht immer klaren oder nachvollziehbaren Kriterien folgten. Teilweise wirkten Entscheidungen uneinheitlich, wodurch nicht transparent wurde, welche Leistungen tatsächlich ausschlaggebend sind. Zudem hatte ich den Eindruck, dass individuelle Spezialisierungswünsche nicht immer ausreichend berücksichtigt wurden, was die fachliche Weiterentwicklung zusätzlich erschwert hat. Insgesamt hatte ich dabei nicht den Eindruck, dass langjähriges Engagement und Loyalität in Entwicklung oder Förderung in einer Weise berücksichtigt wurden, die echte Wertschätzung erkennen ließ.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt wirkte auf mich zu Beginn positiv, hat sich in schwierigeren Situationen jedoch relativiert. In solchen Momenten hatte ich eher den Eindruck, dass Eigeninteressen im Vordergrund standen und gegenseitige Unterstützung in der Praxis nur eingeschränkt vorhanden war.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten von Führungskräften habe ich als wechselhaft und teilweise schwer nachvollziehbar erlebt. Kommunikation wirkte auf mich stellenweise kontrollierend und wenig konstruktiv. Kritik wurde aus meiner Sicht oft nur eingeschränkt aufgenommen und Entscheidungen erschienen nicht konsistent oder transparent. Zusätzlich hatte ich häufig den Eindruck, dass Mitarbeitenden im Alltag zu wenig echte Wertschätzung entgegengebracht wurde. In Konfliktsituationen entstand bei mir wiederholt der Eindruck, dass mögliche arbeitsrechtliche Konsequenzen früh mitgedacht oder zumindest spürbar in den Raum gestellt wurden. Das wirkte auf mich nicht klärend, sondern eher druckverstärkend und verunsichernd.
Arbeitsbedingungen
Ich hatte häufig den Eindruck, dass Mitarbeitende trotz hoher Erwartungen weitgehend auf sich allein gestellt waren. Unterstützung, klare Ansprechpartner oder strukturierte Begleitung waren aus meiner Sicht nur begrenzt vorhanden. Gleichzeitig wurden teilweise hohe fachliche Anforderungen vorausgesetzt, die insbesondere für weniger erfahrene Mitarbeitende schwer ohne entsprechende Unterstützung zu erfüllen waren.
Zusätzlich hatte ich den Eindruck, dass ein hoher Leistungsdruck bestand, insbesondere in Bezug auf abrechenbare Stunden und Zielerreichung. Dies führte aus meiner Sicht dazu, dass der Fokus stärker auf Kennzahlen als auf nachhaltiger Qualität lag. In bestimmten Situationen hatte ich außerdem den Eindruck, dass Entscheidungen oder Vereinbarungen unter spürbarem Druck getroffen werden sollten. Der Handlungsspielraum wirkte dabei aus meiner Sicht eingeschränkt, was zu einem unangenehmen Gefühl im Umgang mit solchen Themen führte.
Kommunikation
Die Kommunikation habe ich als wenig transparent und häufig widersprüchlich erlebt. Entscheidungen wirkten oft so, als würden sie in kleinen Kreisen getroffen und anschließend nicht klar vermittelt. Zudem hatte ich mehrfach den Eindruck, dass getroffene Absprachen nicht zuverlässig eingehalten wurden, was zusätzliche Unsicherheit erzeugt hat.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt empfand ich als durchschnittlich. Das Bonusmodell wurde zunächst als zusätzlicher Anreiz dargestellt, wirkte im Alltag jedoch weniger optional als erwartet. Gleichzeitig erschien mir die Berechnung nicht vollständig transparent, wodurch unklar blieb, welche Leistungen tatsächlich berücksichtigt wurden.
Im weiteren Verlauf hatte ich zudem den Eindruck, dass sich Benefits und variable Vergütungsbestandteile für Mitarbeitende restriktiver und teilweise weniger vorteilhaft entwickelten als zuvor. Aus meiner Sicht waren einzelne Vorteile dadurch außerdem stärker an Rolle oder Hierarchie geknüpft, was die Wahrnehmung von Fairness zusätzlich erschwert hat.
Gleichberechtigung
Offiziell wird Gleichbehandlung betont. In der Praxis hatte ich jedoch den Eindruck, dass Sympathie und persönliche Nähe zu Führungskräften eine spürbare Rolle bei Entwicklungsmöglichkeiten und Benefits spielen können, was ich als wenig transparent empfunden habe. Darüber hinaus hatte ich nicht den Eindruck, dass unterschiedliche Persönlichkeiten, Arbeitsweisen oder Bedürfnisse im Alltag in gleicher Weise mitgedacht wurden. Gerade zurückhaltendere Mitarbeitende wirkten auf mich im Umgang teilweise eher benachteiligt als unterstützt.
Interessante Aufgaben
Es gibt grundsätzlich spannende Themen. Allerdings hatte ich den Eindruck, dass Aufgaben primär nach Unternehmensinteressen verteilt wurden und weniger danach, wo individuelle Stärken oder Interessen lagen.
