Leider ein Musterbeispiel, wie man es nicht machen sollte – oder: Das Grauen nach dem Bewerbungsprozess…
Gut am Arbeitgeber finde ich
1. Der Kollegenzusammenhalt im Team war gut. Viele Kolleg:innen haben versucht, sich gegenseitig zu unterstützen, trotz der schwierigen Umstände. Leider sind die meisten dieser Menschen inzwischen schon wieder weg.
2. Moderne Ausstattung und IT - die Arbeitsmittel waren auf einem guten Stand.
3. Teilweise flexible Arbeitszeiten, was bei der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben hilft – sofern man Glück mit dem Vorgesetzten hat.
4. Es gab vereinzelt Bemühungen um Verbesserung – auch wenn sie leider nicht konsequent umgesetzt wurden. Immerhin habe ich hier viel über schlechte Unternehmensführung lernen dürfen - als Warnbeispiel für die Zukunft. Ich weiß jetzt, was ich zukünftig von einem guten Arbeitgeber erwarten darf.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
1. Führungskräfte sind überfordert oder unqualifiziert (oder beides!), was sich massiv auf die Arbeitsatmosphäre auswirkt. Schlechte Führung, keine Struktur, toxisches Klima.
2. Ehrliches und kritisches Feedback wird nicht gewünscht, Kritik nicht ernst genommen. Wer Verbesserungsvorschläge macht, riskiert es, sich unbeliebt zu machen. Anerkennung? Null. Wertschätzung? Fehlanzeige.
3. Versprochene Werte werden nicht gelebt, sondern nur nach außen vermarktet. Fortschritt existiert hier nur in der Theorie.
Verbesserungsvorschläge
1. Führungskräfte professionell aufstellen und schulen
Führung sollte auf Kompetenz, nicht auf Sympathie basieren. Klare Verantwortlichkeiten, transparente Kommunikation und echte Führungsqualität fehlen oft: hier muss dringend nachgebessert werden.
2. Strukturen schaffen und Prozesse definieren
Der derzeitige Mangel an Struktur lähmt die Organisation. Es braucht klare Prozesse, Zuständigkeiten und sinnvolle Workflows, sonst bleibt das Chaos bestehen.
3. Mitarbeiter ernst nehmen
Feedback sollte nicht als Kritikabwehr betrachtet werden. Es braucht regelmäßige, ehrliche Gespräche, individuelle Förderung und echte Wertschätzung, nicht nur Floskeln. Und dies gilt in beide Richtungen!
4. Transparenz in der Vergütung und Leistungsbewertung
Es fehlt an Klarheit, Fairness und Nachvollziehbarkeit beim Gehalt. Ein transparentes Gehaltsmodell sowie objektive, nachvollziehbare Kriterien für Boni oder Beförderungen wären überfällig.
5. Nachhaltigkeit und soziales Bewusstsein aktiv leben
Umweltbewusstsein und soziale Verantwortung müssen mehr sein als Buzzwords auf der Website. Interne Programme, echte Maßnahmen und messbare Ziele sind notwendig.
5. Kommunikation verbessern - offen, ehrlich, strukturiert
Informationen müssen zuverlässig und frühzeitig an alle Mitarbeitenden gehen. Es braucht regelmäßige Team-Updates und eine offene Fehlerkultur statt interner Grabenkämpfe.
6. Fluktuation ernst nehmen und Ursachen analysieren
Die hohe Mitarbeiterfluktuation ist hausgemacht. Statt sie schönzureden, sollte sich die Geschäftsführung und die Gründe dafür selbstkritisch reflektieren.
Arbeitsatmosphäre
Toxisch. Misstrauen, Intransparenz und persönliche Befindlichkeiten prägen den Alltag. Viele Mitarbeitende haben das Unternehmen bereits verlassen - und das mit gutem Grund. Einige davon freiwillig, andere eher nicht...
Image
Die nach außen vermittelte Positionierung steht in starkem Widerspruch zur internen Realität: Statt Struktur herrscht häufig Chaos. Die Marke wird clever inszeniert, doch intern fehlen klare Linien, vor allem bei Führung und Kommunikation.
Work-Life-Balance
Nur auf dem Papier vorhanden. Flexibilität wird zwar nach außen betont, intern aber kaum ermöglicht. Überstunden gelten als selbstverständlich und bleiben unkommentiert. Anerkennung? Fehlanzeige.
„Remote Working“ klingt modern, bedeutet in der Praxis aber: Homeoffice nur, wenn es genehmigt und auch kontrolliert wird.
Karriere/Weiterbildung
Mitarbeiterentwicklung findet hier nicht statt: Es gibt keinerlei Förderung oder sinnvolle Weiterbildungsangebote. Eigenes Engagement bleibt unbemerkt und wird nicht wertgeschätzt.
Gehalt/Benefits
Wer hier auf faire Bezahlung hofft, wird enttäuscht. Entscheidend ist nicht die Leistung, sondern wer am lautesten fordert. Wertschätzung durch angemessene Bezahlung? Fehlanzeige. Einige Benefits gibt es zwar, doch diese sind mittlerweile branchenüblich und kein echtes Plus.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Weder Umweltbewusstsein noch soziales Verantwortungsgefühl sind im Unternehmen erkennbar - beides scheint dort keine Rolle zu spielen.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Mitarbeitenden ist der Kitt, der den Laden noch irgendwie zusammenhält - abgesehen von einer kleinen Gruppe, die nur eigene Interessen verfolgt.
Umgang mit älteren Kollegen
Ein altersgerechter Umgang findet hier nicht statt. Ältere Mitarbeitende, die nicht jung, günstig und bedingungslos loyal sind, werden schnell ins Abseits gedrängt oder sogar entlassen.
Vorgesetztenverhalten
Führungskultur mangelhaft: Entscheidungen werden entweder planlos oder ausschließlich nach Sympathie getroffen - nicht nach Kompetenz oder Leistung. Klare Ziele oder Strategien sind nicht erkennbar.
Arbeitsbedingungen
In der Bewertung „Meine Erfahrungen sind durchweg negativ! Kann nur dringend davon abraten, bei dieser Firma (Zeitarbeit) zu arbeiten!“ vom Mai 2025 auf Kununu wird die Lage schon treffend beschrieben. So dramatisch diese Schilderung auch klingt – leider entspricht sie der Realität.
Kommunikation
Katastrophal. Es herrscht chronisches Informationschaos - wichtige Dinge erfährt man zu spät oder gar nicht. Offene Kritik wird nicht nur ignoriert, sondern teilweise sogar bestraft. Transparenz? Fehlanzeige.
Gleichberechtigung
Hier werden alle Mitarbeiter gleichermaßen unfair behandelt – es gibt keine echte Chancengleichheit oder Wertschätzung für Vielfalt.
Interessante Aufgaben
Gibt es vereinzelt, abhängig von der Auftragslage. Die Verteilung der Aufgaben erfolgt oft nach Sympathie oder persönlichem Wohlwollen, nicht nach Kompetenz oder einer nachvollziehbaren Ressourcenplanung.

