Chaos, mangelnde Wertschätzung und Lippenbekenntnisse anstatt Kollegialität und professionellen Arbeitens
Arbeitsatmosphäre
Das Unternehmen verschreibt sich einem sog. "Positive Way", von dem aber bis auf Lippenbekenntnisse nicht viel bleibt. Untereinander enthält man sich Wissen vor, wenn es zum eigenen Vorteil gereicht. Lob wird selektiv anstatt konsistent verteilt, in Botschaften des Top-Managements liegt der Fokus auf Zahlen, während Dankesworte für Geleistetes in den Hintergrund rücken.
Image
Völlig unbekannt, wenn nicht gerade schon eine Kundenbeziehung vorliegt.
Work-Life-Balance
Sie kann ok sein, wenn man nicht voll mit Projekten ausgelastet ist. Sobald eine Vollauslastung eintritt und ggf. noch interne Aufgaben hinzukommen, sind massive Überstunden die Regel.
Karriere/Weiterbildung
Es gibt zwei Karrierepfade für Fach- und Managementkarrieren. Faktisch ist jedoch der Karrierepfad vom anderen abhängig, wodurch ein Auftsieg dort erschwert wird, wenn die Management-/Sales-Kollegen nicht in der Lage sind, Projekte einzuwerben, auf denen sich die Fach-Kollegen beweisen können.
Gehalt/Benefits
Teilweise schlechtere Bezahlung als in der Industrie für Positionen mit vergleichbarer Verantwortung. Manche Benefits können interessant sein (Mitarbeiteraktien, Wellpass), aber vor allem die Mobilitätsbenefits sind für Menschen, die nicht gerade urban leben, kaum interessant.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Man schreibt sich "Responsible Consulting" im Sinne von Nachhaltigkeit auf die Fahnen und fordert zugleich exzessive KI-Nutzung. Die dabei verbrauchten Ressourcen treten in den Hintergrund. Die Mobilitätsbenefits sind zwar klar an Nachhaltigkeitskriterien ausgerichtet, was aber auch Nachteile mit sich bringt.
Kollegenzusammenhalt
Vereinzelt kann man am selben Strang ziehen. Im Vordergrund scheint jedoch der persönliche Vorteil zu stehen, dann auch mal zu Lasten der Kollegen oder schlimmstenfalls des gesamten Unternehmens, wenn wertvolles Wissen vorenthalten wird, anstatt geteilt zu werden.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Kollegen werden in keiner Weise schlechter behandelt als jüngere.
Vorgesetztenverhalten
Vorgesetzte auf den unteren Ebenen gehen noch idealistisch und insgesamt wertschätzend an ihre Rolle heran. Auf den höheren Ebenen spürt man, dass die Verantwortung für den Unternehmenserfolg zunehmend in den Vordergrund rückt, während die Personalführung dahinter zurücktreten muss.
Arbeitsbedingungen
Laptop und Handy. Ein Monitor, der bei einer derart bildschirmlastigen Tätigkeit dringend empfehlenswert wäre, wurde mir nicht angeboten. Die Büros, die nicht gerade am Hauptstandort sind, sind sehr trist und dadurch wenig einladend.
Kommunikation
Inkonsistent und somit schlecht. Gerüchte sind regelmäßig schneller als offizielle Verlautbarungen. Insbesondere die Kommunikation bei Abgängen ist völlig unzureichend: Manche Beschäftigte haben die Gelegenheit, ihren Abgang selbst zu verkünden, andere sind hingegen plötzlich einfach weg, was mehr Fragen aufwirft als beantwortet. Chaos entsteht regelmäßig, wenn binnen kürzester Zeit irgendetwas erwartet wird, die Delegierung aber kaum relevante Informationen enthält (Was genau? Wozu? Für wen? Bis wann? usw.).
Gleichberechtigung
Regelmäßige Formate zu Diversität etc. finden statt. Ich konnte kein Fehlverhalten hinsichtlich Gleichberechtigung feststellen.
Interessante Aufgaben
Wenn man Glück hat, kommt man an Projekte, die echten Mehrwert generieren. Falls das nicht der Fall ist, muss man damit rechnen, für Aufgaben weit unter den eigenen Fähigkeiten eingesetzt zu werden. Zudem erhöht sich dann der Druck, sich auch bei Projekten anzubieten, die weder den eigenen Kompetenzen noch Interessen/Neigungen entsprechen.

