Gut am Arbeitgeber finde ich
Die grundlegenden Rahmenbedingungen sind formal erfüllt.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Kommunikation mit Mitarbeitenden ist verbesserungswürdig. Die Art und Weise, wie Entscheidungen getroffen und Informationen weitergegeben werden, vermittelt den Eindruck, dass positive Veränderungen oder Entwicklungsmöglichkeiten nur begrenzt vorhanden sind. Dieses Muster zeigt sich an beiden Standorten vergleichbar.
Verbesserungsvorschläge
Es wird empfohlen, dass die Führungskräfte gezielt an Kommunikationsfähigkeiten und persönlicher Weiterentwicklung arbeiten. Schulungen zu Kommunikation auf Augenhöhe und emotionaler Intelligenz könnten die Zusammenarbeit deutlich verbessern. Zudem sollte auf Transparenz geachtet werden, klare Informationen bereitgestellt und eine offene, authentische Unternehmenskultur gefördert werden, um das Vertrauen der Mitarbeitenden langfristig zu stärken.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist sehr herausfordernd und war für mich ein wesentlicher Grund, das Unternehmen zu verlassen. Es gibt häufig unklare Kommunikation und Aufgaben werden teilweise anders bewertet, als man sie erledigt hat. Die Führungskräfte wirken in der Mitarbeiterführung teilweise überfordert, was den Arbeitsalltag erschwert. Einige Mitarbeiter:innen fühlen sich dadurch unwohl, und die Fluktuation im Unternehmen ist vergleichsweise hoch. Insgesamt habe ich die Atmosphäre als sehr belastend empfunden und bin nur ungern zur Arbeit gegangen.
Karrierechancen
Das Unternehmen bietet Möglichkeiten, übernommen zu werden, jedoch sind die Karrierechancen begrenzt. Wer übernommen wird, hat zwar einen Arbeitsplatz, aber es gibt keine langfristige Sicherheit oder klare Weiterentwicklungsmöglichkeiten.
Arbeitszeiten
Die offiziellen Arbeitszeiten sind von 9 bis 18 Uhr. Es wird Gleitzeit zwischen 8 und 9 Uhr kommuniziert, diese Regelung gilt in der Praxis jedoch überwiegend für die Geschäftsführung. Ich musste mich beim frühen kommen oder gehen mit Hinweisen oder Rückfragen auseinandersetzen.
Ausbildungsvergütung
Die Ausbildungsvergütung ist insgesamt in Ordnung und ermöglicht ein „komfortables“ Leben. Das Unternehmen übernimmt z. B. das Deutschland-Ticket, was ein Vorteil ist. Im Vergleich zu anderen Unternehmen sind die Staffelungen jedoch eher gering, sodass es hier Unterschiede in der langfristigen Vergütungsentwicklung gibt.
Die Ausbilder
Die Ausbilder wirkten auf mich wenig offen für moderne Entwicklungen und setzten in meiner Wahrnehmung stark auf Schein statt auf Substanz. Fachlich beschränkte sich die Erfahrung überwiegend auf klassisches Printmarketing, Weiterentwicklungen in anderen Bereichen konnte ich nicht erkennen. Der Umgang war häufig von Arroganz geprägt, konstruktive Kritik wurde nicht aufgenommen, sondern als Angriff verstanden. Wertschätzung für Leistungen oder eigenständiges Denken habe ich nicht erlebt. Insgesamt fehlte es an emotionaler Intelligenz und reifer Kommunikation, was die Zusammenarbeit sehr schwierig gemacht hat.
Spaßfaktor
Einen Spaßfaktor habe ich in diesem Unternehmen nicht erlebt. Es wurde zwar zu Beginn vermittelt, dass die Arbeit abwechslungsreich sei und man in seinen Stärken gefördert werde, meine Erfahrung war jedoch das Gegenteil: Eigene Ideen oder andere Lösungsansätze wurden nicht akzeptiert, stattdessen fühlte ich mich in meinen Stärken geschwächt. Wer Wert darauf legt, authentisch zu bleiben und Freude an der Arbeit zu haben, sollte sich gut überlegen, ob er hier richtig ist
Aufgaben/Tätigkeiten
Die Arbeitsbelastung ist sehr gering – neben der Arbeit besteht theoretisch genug Zeit zum Lernen. Praktisch gibt es oft nur wenige echte Aufgaben, viele Tätigkeiten sind eher formal oder administrativ („Phantom-Aufgaben“), sodass man nicht wirklich beschäftigt ist.
Unterstützung durch Kolleg:innen oder Vorgesetzte ist begrenzt.
Es wird die Möglichkeit angeboten, am Erasmus-Programm teilzunehmen. Die Teilnahme ist an bestimmte Voraussetzungen geknüpft (z. B. Notenanforderungen) und wird nur in bestimmten Fällen genehmigt.
Die Ausstattung ist modern: Laptop, HP-Computer und iPhone werden bereitgestellt.
Fazit: Wer eigenständig arbeiten kann und sich selbst beschäftigen möchte, findet die Ausstattung gut; wer strukturierte Aufgaben, Unterstützung oder klare Chancen auf Programme wie Erasmus erwartet, sollte sich der Einschränkungen bewusst sein.
Variation
Die Aufgaben während meiner Ausbildung empfand ich als wenig sinnvoll und kaum lehrreich. Statt echte Kundenprojekte kennenzulernen, habe ich die meiste Zeit mit Übungs- oder Präsentationsaufgaben verbracht, die mir keinen praktischen Mehrwert gebracht haben. Häufig wurden Azubis auch für organisatorische Tätigkeiten im Büro wie Botengänge, Post, Küche oder Einkäufe eingesetzt. Am Ende hatte ich das Gefühl, dass ich fachlich nicht weitergekommen bin und kaum etwas Relevantes gelernt habe.
Respekt
Die Kollegen sind überwiegend sehr freundlich, und je nach Standort kann man sich gut mit ihnen verstehen. Die Geschäftsführung und die Ausbilder:innen arbeiten allerdings sehr hierarchisch, sodass persönliche Bindungen vorsichtig gestaltet werden sollten. Wer zu nah an die Führung herantritt, könnte Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit erleben. Grundsätzlich lässt sich mit den Kolleg:innen gut arbeiten, wenn man professionell bleibt und sich auf die Arbeit konzentriert. Wer eher oberflächlich kommuniziert und sachlich bleibt, kommt hier am besten zurecht.