Schwer nachgelassen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Nahe Autobahnanbindung. Hunde sind erlaubt.
Verbesserungsvorschläge
Nicht zu sehr an alten Konstrukten festhalten. Offener für neue Ideen sein. Hinter den Mitarbeiter stehen. Bei der Warheit bleiben.
Arbeitsatmosphäre
Das Gebäude ist eine große einfache Halle wie man es aus dem Logistikbereich kennt (DHL). Entsprechend verhält es sich auch bei Regen. Man versteht kein Wort mehr. Im Sommer heizt sich der ganze Bunker auf wie eine Sauna. Die hypermoderne Eisspeicherheizung hat die längste Zeit nicht funktioniert. Auch nachdem der Eisspeicher erweitert wurde, war das Klima im Büro schrecklich. Kopfschmerzen und Schwindel waren im Sommer Tagesordnung. Die bitte nach einem Ventilator als Umstandslösung wurde ignoriert. Nächstes Problem: Wenn die Klimaanlage dann mal funktioniert hatte man durch den Faktor Großraumbüro mit 4er Blöcken das Problem das es an jedem Tisch immer mindestens einem Kollegen unangenehm gezogen, während bei dem anderen die Luft "stand" so hatte man nie das gewünschte Klima. Im Winter ähnliches Spiel, manche Kollegen haben sich sogar Heizöfen von zu Hause mitgebracht, da die Heizung in manchen Abteilungen mehr zu einem stickigen Klima als zu einem warmen Arbeitsumfeld geführt haben. Als wäre das nicht schon fordernd genug, gibt es direkt angrenzend an das Großraumbüro noch eine Werkstatt im Dauerbetrieb.. sonst könnte man sich vielleicht noch etwas konzentrieren.
Image
Wie bereits erwähnt deckte sich das Image mit der sich die Agentur nach außen präsentiert während meiner Laufbahn bei aufwind nicht mit der Realität.
Work-Life-Balance
Es gibt/gab die meiste Zeit kostenlosen Kaffee aus einer hervorragenden Maschine. Auch Obst wurde wöchentlich gratis in der Küche angeboten. Für die Büromitarbeiter gibt es höhenverstellbare Tische und ergonomische Stühle. Leider kam aufgrund von Stempeluhr und der allgemeinen Atmosphäre selten das Gefühl von freiem Arbeiten auf. Dafür war das Gehalt fair und dem Mitarbeiter wird im Jahresgespräch auch die Chance auf Feedback geboten (nur wird dieses Feedback leider nicht realisiert). Abzug gibts für die überdurchschnittliche Wochenarbeitszeit von 42 h und für die nur durchschnittliche Urlaubszeit. Vor dem Corona-Virus Ausbruch wäre hier Homeoffice durch den Überwachungsdrang der Agentur undenkbar gewesen.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungen, Vorträge, Seminare etc. werden nicht gefördert. Selbst nach einem kompletten Frameworkwechsel wirft man die Entwickler lieber ins kalte Wasser, als sie zu unterstützen, obwohl das von allen IT-Mitarbeiter gewünscht und auch im Meeting eindrücklich mitgeteilt wurde. Es wird demnach in Kauf genommen das die ersten Projekte dementsprechend Buggy realisiert werden. Qualitätssicherung wird hier kleingeschrieben.
Gehalt/Benefits
faires Gehalt + Betriebsrente. Jeder verhandelt sein Gehalt selbst.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
ich werde nie vergessen wie auf dem flachen Grundstück mit ringsherum nur Acker die vollen gelben Säcke einfach vom Wind davon getragen wurden und ewig in irgendwelchen Gräben liegen geblieben sind, bis man sich mal erbarmt hat die wegzutun. Immerhin wird Mülltrennung betrieben.
Kollegenzusammenhalt
Das Teamwork war die meiste Zeit sehr gut. Es gibt auch jährliche Events, um den Zusammenhalt zu stärken. Lediglich in der Küche geht es zu wie in einer Männer-WG. Und als Entwickler hat man keinerlei Mitsprache recht, das ist auch nicht gewünscht. Vertriebler verkaufen Kunden Lösungen, die nicht technisch nicht realisierbar sind und als Entwickler erfährt man darüber immer erst, wenn die Beauftragung bereits eingegangen ist und der Stein schon ins Rollen geraten ist. Wieso nicht einfach den Entwickler vorher mal fragen?
Umgang mit älteren Kollegen
Es handelt sich eher um eine Agentur vom "alten Schlag". Das Durchschnittsalter ist recht hoch. Ein "älterer Kollege" ist also kein Sonderfall.
Vorgesetztenverhalten
In meiner Zeit bei aufwind wurde mindestens die Hälfte der Belegschaft ersetzt bzw. "gegangen". Oftmals ohne das dazu in irgendeiner Art Stellung genommen wurde. Eine derartig hohe Fluktuation habe ich in einer Agentur noch nicht erlebt. Zuletzt wurde der Abteilungsleiter mehrfach ausgetauscht und mit jedem Wechsel gingen mehr Mitarbeiter. Zeitweise war die Projektleitungsabteilung auch komplett unbesetzt. Das könnte daran liegen, dass Aufgabenbereiche flexibel zugeteilt werden. Projektleiter sind keine Vertriebler und Entwickler keine Projektleiter. Auch wie mit sensiblen Mitarbeiter Daten umgegangen wird finde ich moralisch bedenklich. Die Stellenausschreibungen und wie sich die Agentur nach Außen präsentiert sind teilweise fern der Realität. Bei Mitarbeiterzahlen werden einfach Familienmitglieder und Außenstehende/Ex-Mitarbeiter mitgezählt. Wenn es doch so viele Mitarbeiter gäbe, warum wurde dann auf dem großen Grundstück nur so ein kleiner Parkplatz gebaut? Das Herzstück von aufwind scheint die Werkstatt zu sein, die anderen Abteilungen schwimmen halt so mit.
Arbeitsbedingungen
siehe Atmosphäre + Nachtrag: Überstunden sind gewollt bzw. müssen zwangsläufig erbracht werden, weil schlecht kalkuliert wurde. Überstunden abzubauen wird mit irgendwelchen abstrusen Regelungen so erschwert, das dieser eher ablaufen als das sie genommen werden können. Ich musste 2 Monate meinen in der Weihnachtsurlaubszeit erbrachten Überstunden nachlaufen. Außerdem ist die verwendete Stempeluhr so fehleranfällig, dass sie oft nicht registriert, wenn man sich aus/einchecked und trotzdem piepst. Eher ein Hindernis aus der XP-Ära.
Kommunikation
Innerhalb von Abteilungen ist die Kommunikation gut (d.h. solange nicht mehr als 2 Personen an einer Sache beteiligt sind). Abteilungsübergreifend eher mangelhaft. An sich gibt es festgelegte Abläufe, wer wem eine Aufgabe erteilt und für Rückfragen zuständig ist. Abteilungsleiter, Vertrieblern und der Führung war das aber prinzipiell egal. Sie haben Prioritäten ausgehebelt um Ihren Task "zwischen rein zu drücken". Dass man als Entwickler bei aufwind aber sowie schon einen komplett überladenen Zeitplan mit zig Projekten hat und sich dann vor dem Projektleiter rechtfertigen und noch Überstunden bringen muss um den Zeitplan wieder gerade zurück, war jenen Personen egal.
Gleichberechtigung
Kann ich recht wenig zu sagen, da ich meine Bewertung nicht auf die "Gerüchteküche" stützen möchte. Es wirkte aber oft etwas "altertümlich" was die Denkweise der Führung angeht. Ein bisschen mehr Offenheit & Ehrlichkeit gegenüber den Mitarbeitern wäre angebracht!
Interessante Aufgaben
Wie es in einer Agentur eben so ist wechseln die Projekte. Leider ist es oft so, dass man als Hauptentwickler für ein Projekt eingeteilt wird, dieses in Monate langer Arbeit zu einem soliden Produkt entwickelt, mit dem man sich identifizieren kann und mitten drin wird man abgezogen. Einfach, weil was neues aufm Tisch liegt das jetzt wichtiger ist und ein anderer darf dein Projekt dann zu Ende machen. So ein Projektmanaging ist unsinnig, da Entwickler immer eine Einarbeitungszeit brauchen. Nicht zuletzt, weil jeder Entwickler seinen eigenen Codingstyle betreibt. Darauf hinzuweisen stößt allerdings auf taube Ohren.