Geschlossene Gesellschaft, kaum Freiraum und sehr starre Strukturen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Ausstattung. Hier fließt wirklich viel Geld hinein.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Vorgesetzten werden überhaupt nicht kontrolliert. Die hohe Fluktuation in manchen Bereichen wird weder vom Personalrat noch von der Hochschulleitung hinterfragt, stattdessen schiebt man die Verantwortung grundsätzlich dem abgehenden Personal zu.
Es herrscht eine Atmosphäre der „Vergessenheit“. Die Angehörigen wissen, dass die Hochschule vom Ministerium und von der Bevölkerung mehr oder weniger übersehen wird und versuchen daher, mit möglichst wenig Lärm ihr Gehalt zu kassieren. Daher wirkt die Hochschule wie eine Art geschlossene Gesellschaft. Für Externe ist es extrem schwierig, hier akzeptiert zu werden. Professuren und Planstellen werden bevorzugt mit eigenen Leuten besetzt.
Verbesserungsvorschläge
Es ist völlig unverständlich, dass identische Labore doppelt eingerichtet wurden, obwohl sie nur von einem sehr kleinen Anwenderkreis genutzt werden. Eine stärkere Zentralisierung könnte hier Wunder wirken, denn abgekoppelte Arbeitsgruppen kochen ihr eigenes Süppchen, und niemand weiß genau, was dort eigentlich passiert.
Es herrscht eine Atmosphäre des Misstrauens. Offenbar weiß hier niemand, dass die besten Ergebnisse in einer wertschätzenden und freundlichen Umgebung erzielt werden und nicht durch das Anschreien von Mitarbeitenden.
Trotz dieses ständigen Misstrauens wird keine Arbeitszeiterfassung eingeführt, da diese letztlich zugunsten der Mitarbeitenden wäre. Es werden Überstunden erwartet, und wenn man sie macht, wird man gefragt, warum man sie nicht vorher genehmigen ließ. Möchte man die Stunden dann abfeiern, heißt es: Es gibt keine Zeiterfassung, also wisse ja niemand, dass diese Überstunden tatsächlich angefallen sind.
Arbeitsatmosphäre
Jeden Tag mit Bauchschmerzen hingegangen, extrem belastend!
Image
Diese Hochschule kennt kaum jemand. Einstellige Einschreibezahlen in manchen Bereichen zeigen deutlich, welchen Stellenwert die Hochschule in der Region tatsächlich hat. Zudem wurden Studierende mit kaum Kenntnissen durchgewunken, was den Wert des Abschlusses weiter minderte.
Auch die Art und Weise, wie Mitarbeitende behandelt werden, lässt nicht erkennen, dass man sich um ein positives Image bemüht.
Work-Life-Balance
Viele Bereiche haben sich im Urlaub mehr angestrengt als bei der Arbeit. Ich habe von der Verwaltung nichts gesehen, was beim ersten Versuch fehlerfrei war.
Karriere/Weiterbildung
Eigentlich hätte ich während meiner Zeit dort mindestens drei Fortbildungen erhalten müssen. Da diese jedoch Geld gekostet hätten, wurde darauf verzichtet. Stattdessen sollte ich so lange die Gerätehersteller kontaktieren oder hilflos googeln.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Die Art und Weise, wie die Chemikalien entsorgt wurden, war ein Skandal.
Kollegenzusammenhalt
Die Kollegen waren zwar nett, aber viele ignorierten die Umstände, wenn der Vorgesetzte bestimmte Mitarbeitende mobbte oder schlecht behandelte.
Umgang mit älteren Kollegen
Nach der Probezeit strengte sich hier gefühlt niemand an.
Vorgesetztenverhalten
Eigentlich null Sterne. Während meiner Zeit konnte ich es den Vorgesetzten nie recht machen. Unkonstruktive Kritik gab es ständig, an Ergebnissen, Folien oder an der Arbeitsweise. Sie wussten immer alles besser, auch wenn dahinter oft kaum Substanz steckte. Die Atmosphäre war geprägt von Angst und Kontrolle. Ständig wurde davon ausgegangen, dass Mitarbeitende den Ruf der Fachhochschule oder ihrer Vorgesetzten schädigen wollen.
Selbst wenn man hier einen Nobelpreis gewonnen hätte, wäre das höchste Lob vermutlich ein „nicht schlecht“ gewesen.
Eigentlich hätte das Vorgesetztenverhalten eine Dienstaufsichtsbeschwerde gerechtfertigt.
Arbeitsbedingungen
Die Büros waren gut ausgestattet. Es gab kaum eine Fachzeitschrift, auf die ich nicht zugreifen konnte. Auch die Laborgeräte waren in gutem Zustand und größtenteils neu. Allerdings war kaum Verbrauchsmaterial vorhanden. Einen Laborzugang zu erhalten, war ein ständiger Kampf, und selbst dann wurde man permanent überwacht.
Während einige Mitarbeitende aus Gründen des Arbeitsschutzes die Arbeit verweigerten, wurden andere von Vorgesetzten gedrängt, eben diesen Arbeitsschutz zu ignorieren. Wörtliches Zitat eines Vorgesetzten: „Sie können auch wegen etwas anderem krank werden."
Kommunikation
Einmal im Jahr gab es eine Art "Betriebsversammlung"
Kommunikation fand unter den Professoren kaum statt. Stattdessen wurden Steuergelder dafür genutzt, identische Geräte mehrfach anzuschaffen, nur um nichts miteinander zu tun haben zu müssen.
Gleichberechtigung
Es handelt sich um eine Art geschlossene Gesellschaft. Externe sind nicht willkommen, offene Stellen wurden bevorzugt mit eigenen Leuten besetzt. Als das Wort „Universität“ aufkam, fühlte sich jeder sofort angegriffen. Die Mitarbeitenden wirkten insgesamt extrem unaufgeschlossen und ablehnend gegenüber Neuerungen.