Unternehmen fühlt sich verloren an
Arbeitsatmosphäre
Die ist von Kreis zu Kreis sehr unterschiedlich. Wenn man dann über Kreise hinwegschaut, wird es deutlich dünner. Es ist nicht so, dass man sich nicht versteht, aber irgendwie kommt man dann nicht voran. Es geht viel Energie verloren.
Image
Viele Mitarbeitende stehen noch 100% hinter dem Unternehmen. Einige haben den Glauben aufgrund der Entwicklungen im letzten Jahr eher aufgegeben. Am Markt hat das Unternehmen noch ein gutes Image, das Produkt sicher auch viel Wert.
Work-Life-Balance
Da gibt es nichts zu bemängeln. Eigentlich ist alles möglich. Manchmal vielleicht auch etwas zu viel, da einige Teams so auch nicht so gut ins Arbeiten kommen.
Karriere/Weiterbildung
Man kann es schaffen, sich weiterzubilden, wenn man sich selber hinterklemmt und auch einiges selbst investiert. Im Arbeitsalltag ist Lernen eher weniger eingeplant. Weiterbildungen müssen sehr hart argumentiert werden. Für größere Weiterbildungen gibt es kein Budget. Typische Karrierepfade gibt es in Holakratie nicht. Rollenauswahl ist begrenzt
Gehalt/Benefits
Leider keine transparenten Gehälter, wie man es vielleicht in einem Unternehmen mit moderner Organisation erwarten würde. Mein Gehalt war gut, Gehaltsanpassungen waren aufgrund der Lage eher nicht in Sicht.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Theoretisch gibt's dafür eine Rolle. Irgendwie werden auch CO2 Verbrauch ausgeglichen und Bäume gepflanzt. Aber alltägliche Maßnahmen gab es nicht wirklich. Zugreisen waren immer bevorzugt, aber zu den Hotels des Team Events brauchten wir dann oft doch Taxis, da sonst kaum erreichbar.
Kollegenzusammenhalt
Die Kollegin halten zusammen und unterstützen, wo und wie sie können. Zuletzt war es aber mehr so, dass man vor lauter Druck und Angst vor Kündigung eher auf seine eigene Arbeit schaut.
Umgang mit älteren Kollegen
Hierzu habe ich keine negativen Eindrücke gewonnen.
Vorgesetztenverhalten
Klassische Führungskräfte gibt es nach Holakratie angeblich nicht. Aber es ist auch nicht klar, wie die Führungsaufgaben vernünftig verteilt sind. Einige Circle Leads führen sich wie klassische Führungskräfte auf. Einige Führungsprozesse fühlen sich auch sehr klassisch an. Gerade in der GF fehlt oft die Stringenz, Klarheit und Anschlussfähigkeit. Das schwankt dann gerne von Mikromanagement bis hin zu völliger Abwesenheit. Ein gutes Mittelmaß wäre gut.
Arbeitsbedingungen
Technik war voll in Ordnung. Die Internetpauschale ist ein toller Benefit. Der Umgang mit Software war verwirrend: von maximal reguliert bis "macht was ihr wollt".
Kommunikation
Informationen schaffen es nicht zuverlässig von "oben" nach unten. Die Kommunikation ist unklar und wenig zielgerichtet. Oft weiß man gar nicht, was man mit so wagen Informationen anfangen soll und die Sender (oft die GF) weiß es gefühlt auch nicht. Am Ende werden die Mitarbeitenden als selber schuld dargestellt, wenn sie Informationen nicht richtig verstehen. Es gibt aber auch wenig Unterstützung bei der Einordnung. Große Projekte und Initiativen versanden so auch gerne.
Gleichberechtigung
Ich habe nicht den Eindruck, dass Frauen benachteiligt werden. Allerdings, wenn ich es richtig im Kopf habe, sind insbesondere in der Produktentwicklung mehr Männer als Frauen Circle Leads und bei den Kündigungswellen wurden mehr Frauen als Männer herausgeworfen.
Interessante Aufgaben
An sich könnten die Aufgaben interessant sein, aber das Arbeitsumfeld (Abläufe und Struktur) demotiviert sehr, sich in einzelne Aufgaben tiefer reinzuknien. Dafür ändert sich die Priorität viel zu oft.
