Vielversprechende Vision trifft auf ernüchternde Praxis
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Vision des Unternehmens ist inspirierend und die Produkte leisten einen echten Beitrag. Es ist motivierend zu sehen, wie sie bedeutenden Organisationen bei ihrer wichtigen Arbeit helfen. Die Gründer erlebe ich – ungeachtet mancher schwieriger Entscheidungen – zusammen mit bestimmten Mitarbeitern als die aufrichtigsten und respektvollsten Personen im Unternehmen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Sowohl Gründer und OE als auch Circle Leads/Projekt Manager betonen ständig Werte, Prinzipien und verbreiten Motivationssprüche. Themen wie psychologische Sicherheit, Kritikfähigkeit und echte Teambildung werden in Workshops und Meetings als "enorm wichtig" hervorgehoben, ebenso das Etablieren von "echtem" Socializing.
In der Praxis bleiben diese jedoch leere Worte: Unaufrichtiges und dominantes Verhalten einiger Mitarbeiter sowie mangelnde Inklusion stehen im klaren Gegensatz dazu. Die Initiativen wirken halbherzig seitens derer, die für die Umsetzung verantwortlich sind – wie ein Drehbuch, das abgespult wird, ohne gelebt zu werden.
Verbesserungsvorschläge
Mitarbeiter in verantwortungsvollen Positionen müssen die propagierten Werte selbst vorleben. Unaufrichtiges und dominantes Verhalten und Wertschätzung, die sich aufgesetzt und taktisch motiviert anfühlt statt ehrlich gemeint, führen dazu, dass engagierte und sehr gute Kollegen das Unternehmen verlassen oder Quiet Quitting betreiben.
Arbeitsatmosphäre
Zwei Entlassungswellen in diesem Jahr haben deutliche Spuren in der Belegschaft hinterlassen. Trotz regelmäßiger Motivationsversuche bestimmter Personen ist eine zunehmend angespannte Stimmung spürbar, die sich negativ auf das allgemeine Arbeitsklima auswirkt.
Kommunikation
Die interne Kommunikation weist Verbesserungspotenzial auf. Wie in vielen Unternehmen erschweren Informationssilos und abteilungsübergreifende Barrieren einen effektiven und transparenten Austausch, hier hat die Holakratie nichts verbessert.
Kollegenzusammenhalt
Die Teams sind gemischt: Es gibt engagierte und verlässliche Kollegen, die für ein positives Miteinander sorgen. Gleichzeitig führt die angespannte Unternehmenssituation bei anderen zu verstärktem Einzelkämpfertum, negativem Verhalten gegenüber Kollegen und weniger Kooperationsbereitschaft.
Work-Life-Balance
In diesem Bereich gibt es wenig zu beanstanden. Das vollständig remote-basierte Arbeitsmodell bietet hohe Flexibilität und ermöglicht sogar das Arbeiten aus dem Ausland.
Vorgesetztenverhalten
Dieses Jahr hat leider gezeigt, dass Ziele über allem stehen. Die Ziele werden sehr schnell angepasst, je nachdem wie es gerade passt. Das führt dazu, dass es an langfristiger, durchdachter Planung fehlt. Mitarbeiter werden wie Schachfiguren bewegt und notfalls auch geopfert. Das erweckt den Eindruck, dass die Verantwortlichen hauptsächlich reaktiv agieren und trotz aller wohlmeinenden Worte und motivierenden Slogans keine echte emotionale Verbindung zu ihren Kollegen/Mitarbeitern aufbauen möchten.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind interessant und vielseitig. Mit Projekten wie dem Donor Portal, dem Donor Portal Configurator und den neuen Formularen entstehen kontinuierlich innovative Produkte, die neue Impulse für Gespräche mit Leads und Bestandskunden setzen.
Karriere/Weiterbildung
Klassische Aufstiegsmöglichkeiten existieren aufgrund der Holakratie nicht. Trotz formaler Gleichberechtigung strukturieren sich die Teams aber doch informell nach Rollen und Erfahrung. Weiterbildung erfolgt in Eigenregie – ob das als Freiheit oder fehlende Unterstützung empfunden wird, hängt von der persönlichen Einstellung ab.
