Die guten Zeiten sind vorbei
Gut am Arbeitgeber finde ich
Homeoffice ist problemlos möglich, die Arbeitszeiten sind flexibel gestaltbar und durch die vielen Feiertage ergibt sich zusätzlich eine gute Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Teilweise entsteht der Eindruck einer „Hire & Fire“-Mentalität, was zusätzlich zur Verunsicherung beiträgt. Wichtige Informationen erreichen Mitarbeitende oft zu spät oder gar nicht.
Auch das Verhalten einiger Führungskräfte trägt dazu bei: Entscheidungen wirken nicht immer transparent oder nachvollziehbar, und der Umgang mit Veränderungen könnte deutlich besser begleitet werden.
Verbesserungsvorschläge
Mitarbeitende sollten stärker gefördert und gehalten werden, bevor sie gehen. Aktuell ist das Klima schwierig, und es braucht spürbare Maßnahmen – nicht nur kurzfristig, sondern dauerhaft.
Es müsste mehr getan werden, damit Wikando wieder ein wirklich guter Ort zum Arbeiten wird.
Arbeitsatmosphäre
Seit den beiden Kündigungswellen hat sich die Stimmung im Unternehmen deutlich verschlechtert. Während früher eine motivierende und positive Arbeitsatmosphäre herrschte, wirkt das Arbeitsumfeld heute spürbar angespannter. Viele Mitarbeitende konzentrieren sich stark auf ihre eigenen Aufgaben und zeigen Zurückhaltung, was vermutlich auch mit der Unsicherheit über die eigene berufliche Zukunft zusammenhängt.
Nach einer Phase intensiver Neueinstellungen wurden im Zuge der nicht erreichten Internationalisierungsziele schrittweise wieder Stellen abgebaut. Diese Entwicklung hat das Sicherheitsgefühl im Team nachhaltig beeinträchtigt. Es herrscht keine Jobsicherheit.
Image
nach außen hin gut, nach innen wird die Arbeitsathmosphäre immer unzumutbarer
Work-Life-Balance
Ein großer Pluspunkt ist weiterhin die Möglichkeit, remote zu arbeiten. Das funktioniert unkompliziert und wird im Alltag gelebt. Auch die Arbeitszeiten lassen sich flexibel einteilen, was vieles erleichtert.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Zum Umweltbewusstsein kann ich wenig sagen. Es gibt zwar Maßnahmen und Initiativen, inwieweit diese tatsächlich umgesetzt und gelebt werden, ist für mich schwer einzuschätzen.
Das Sozialbewusstsein wirkt dagegen eher gering. Im Zuge von Umstrukturierungen werden Mitarbeitende vergleichsweise schnell entlassen. Dass daran auch Existenzen hängen, scheint im Umgang damit nur eine untergeordnete Rolle zu spielen, und echte Verantwortung wird aus meiner Sicht zu wenig übernommen.
Karriere/Weiterbildung
Mehr Verantwortung oder zusätzliche Aufgaben zu übernehmen ist grundsätzlich möglich. Wirklich nach oben entwickeln kann man sich jedoch kaum – auch durch die Holacracy-Struktur und die starke Abhängigkeit vom jeweiligen Circle Lead. Unterstützung habe ich dabei nur wenig erlebt.
Weiterbildungen werden nicht aktiv angeboten. Als ich eine machen wollte, musste ich mich zwischen einer Gehaltserhöhung und der Weiterbildung entscheiden – das fand ich persönlich sehr schade.
Kollegenzusammenhalt
Der Großteil der Leute hält weiterhin gut zusammen und unterstützt sich gegenseitig. Trotzdem merkt man, dass sich das nach den finanziell schwierigen letzten Jahren langsam verändert. Viele gute Kolleginnen und Kollegen haben gekündigt oder wurden entlassen und offene Stellen werden oft nicht nachbesetzt.
Die Arbeit bleibt natürlich trotzdem liegen und verteilt sich auf weniger Schultern. Das sorgt spürbar für mehr Druck und macht die Situation zunehmend angespannt.
Umgang mit älteren Kollegen
Es gibt nur vereinzelt Kollegen und Kolleginnen über 50, deswegen schwer zu sagen.
Vorgesetztenverhalten
Der Umgang mit Kündigungen und die Kommunikation dazu laufen aus meiner Sicht schlecht. Vieles wirkt kurzfristig und wenig transparent, was zusätzlich verunsichert.
Seitdem hat sich auch das Verhalten spürbar verändert: mehr Kontrolle, mehr Einmischung und insgesamt weniger Vertrauen. Das macht die Zusammenarbeit schwieriger als früher und nimmt den Spaß an der Arbeit.
Kommunikation
Zwei Kündigungswellen und weitere Entlassungen, bei denen insgesamt fast ein Drittel der Belegschaft gehen musste, haben deutliche Spurenn Viertelssen. Für viele kam das unerwartet, entsprechend groß ist die Verunsicherung. Die Stimmung hat sich seitdem merklich verändert.
Die Gründer sind im Alltag kaum sichtbar, und es macht wenig Unterschied, ob sie answesend sind oder nicht. Einige Führungskräfte bemühen sich zwar spürbar, insgesamt fehlt aber eine klare Orientierung.
Die Kommunikation im eigenen Bereich funktioniert gut und kollegial, in anderen Teams scheint sie deutlich holpriger zu laufen.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist in Ordnung, liegt aber eher im Mittelfeld. In den letzten Jahren wurde aufgrund der finanziellen Situation kein Weihnachtsgeld gezahlt. Gehaltserhöhungen sind zudem erst nach längerer Zeit möglich, in der Regel frühestens nach zwei Jahren.
Gleichberechtigung
Schwer pauschal zu beurteilen. Auffällig war jedoch, dass im Zuge der Kündigungswellen überwiegend Frauen betroffen waren
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben an sich sind interessant und können abwechslungsreich sein. Allerdings muss man aufpassen, dass sich der Tätigkeitsbereich schleichend verändert und man plötzlich ganz andere Dinge macht als ursprünglich vereinbart – oft mit dem Hinweis, man solle sich ja „weiterentwickeln“.
Durch viele und laufende Veränderungen in Strukturen, Teams und Zuständigkeiten kommen regelmäßig neue Aufgaben dazu. Wer möchte, kann sich aber auch proaktiv Themen suchen und Verantwortung übernehmen.
