Leistungsdruck auf Kosten der Mitarbeiter
Verbesserungsvorschläge
Die notwendigen Verbesserungsvorschläge sollten der Leitung mittlerweile hinreichend bekannt sein. Es fehlt aus meiner Sicht weniger an Erkenntnissen als an konsequenter Veränderung.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre habe ich persönlich als sehr negativ empfunden. Im Arbeitsalltag lag der Fokus aus meiner Sicht sehr stark auf Zahlen, Picks und Leistung. Dadurch entstand ein permanenter Leistungsdruck, bei dem die Mitarbeiter und deren Belastung für mein Empfinden zu wenig berücksichtigt wurden.
Überstunden und Samstagsarbeit gehörten immer wieder zum Arbeitsalltag und verstärkten die Belastung zusätzlich. Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass langfristige Motivation und Mitarbeiterzufriedenheit deutlich hinter den Leistungskennzahlen standen.
Auch unter den Mitarbeitern war eine starke Unzufriedenheit spürbar. Mein Eindruck war, dass einige ihre Tätigkeit hauptsächlich deshalb weiter ausübten, weil ihnen aktuell eine passende Alternative fehlte.
Image
Das Image des WLC hat aus meiner Wahrnehmung über die Jahre stark gelitten.
Work-Life-Balance
Eine wirkliche Work-Life-Balance war kaum vorhanden. Zeitarbeitnehmer wurden je nach Auftragslage sehr flexibel zwischen den Standorten eingesetzt. War das Arbeitsaufkommen geringer, wurden vorhandene Kapazitäten häufig an andere Standorte geschickt, anstatt beispielsweise spontan Überstunden abbauen zu können. Diese Vorgaben kamen aus meiner Wahrnehmung überwiegend von der Leitung. Auch bei den operativen Führungskräften entstand teilweise der Eindruck, dass sie diese Entscheidungen selbst nicht immer mit voller Überzeugung vertreten konnten.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt bewegt sich für die geforderte Leistung auf einem sehr niedrigen Niveau. Gleichzeitig sind Leistungsdruck, Zielvorgaben und Erwartungen enorm hoch. Anspruch und Vergütung stehen für mich in keinem angemessenen Verhältnis.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt war grundsätzlich gut, gerade durch die vielen Überstunden und die Samstagsarbeit ist man zusammengerückt. Gleichzeitig waren viele Kollegen aufgrund der dauerhaften Belastung häufig spürbar erschöpft.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit älteren Kollegen war aus meiner Sicht teilweise absolut inakzeptabel. Konnte die geforderte Leistung nicht mehr vollständig erbracht werden, folgten teilweise Abteilungswechsel, Standortwechsel oder ein Umgang, der den Eindruck vermittelte, die Betroffenen zum Gehen bewegen zu wollen. Gerade bei langjährigen Mitarbeitern empfand ich dieses Vorgehen als sehr respektlos.
Vorgesetztenverhalten
Es gab durchaus gute Vorgesetzte, allerdings hatte ich den Eindruck, dass viele durch unrealistische Zielvorgaben und den zunehmenden Druck der Leitung negativ verändert wurden. Besonders der Umgang mit langjährigen und älteren Mitarbeitern war für mich teilweise erschreckend. Leistung und Zielerreichung standen häufig über dem Menschen. Führungskräfte, die Vorgaben konsequent durchsetzen, schienen dabei besonders gefragt zu sein. Insgesamt entstand für mich der Eindruck, dass Mitarbeiter eher als austauschbare Kapazität als als Menschen betrachtet werden.
Kommunikation
Die Kommunikation war grundsätzlich vorhanden, jedoch stark von Leistungszahlen, Picks und dem kommenden Arbeitsaufkommen geprägt. Der dadurch entstehende Druck und die negative Grundstimmung gingen aus meiner Wahrnehmung vor allem von der übergeordneten Leitung aus.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung wurde grundsätzlich gelebt und war aus meiner Sicht einer der wenigen Bereiche, die positiv hervorzuheben sind.
Interessante Aufgaben
Interessante oder abwechslungsreiche Aufgaben gab es kaum. Die Arbeit war überwiegend sehr monoton und bestand aus sich ständig wiederholenden Abläufen. Entwicklung oder wirkliche Abwechslung waren nur sehr begrenzt vorhanden.