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Bewertungen

Ihr Unternehmen?

Das Wohnheim St. Christophorus e. V. ist in der Regel sorgfältig geplant worden.

3,8
Empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr im Bereich Personal / Aus- und Weiterbildung in Kandern gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Innerhalb der gesetzlich vorgegebenen und finanziellen Möglichkeiten, hat der Arbeitgeber die größtmöglichen Vorteile für seine Mitarbeiter herausgearbeitet.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Obwohl die stillen Mitarbeiter oftmals fleißiger waren als ihre extrovertierten Kollegen, wurden sie häufiger übersehen. Von Praktikanten, Auszubildenden und Mitarbeitern im freiwilligen sozialen Jahr wurden die gleichen Arbeitsleistungen erwartet wie von den hauptberuflich tätigen Fachkräften.

Verbesserungsvorschläge

Arbeitgeber sollten in zunehmendem Maße der emotionalen Ausgeglichenheit ihrer Mitarbeiter im Rahmen von Tätigkeiten im sozialen Bereich Beachtung schenken. Professionelle Freundlichkeit existiert nicht. Entweder begegnet man einem Schutzbefohlenen mit Wohlwollen und Respekt, oder eben nicht. Jegliche mechanische Handlung an einem Menschen, die von einem erstarrten Lächeln begleitet wird, stellt für mich ein Indiz für mangelnde Zuneigung dar. Der Übergang von der Gefühlskälte zur Grausamkeit ist oftmals fließend. Übermäßige Empathie hingegen könnte die Abgrenzung erschweren und eine unzuträgliche wechselseitige Abhängigkeit zur Folge haben.

Arbeitsatmosphäre

Die Gestaltung einer positiven Arbeitsatmosphäre gestaltete sich aufgrund der wechselnden Früh-, Spät- und Nachtschichten als schwierig. Verstärkt wurde dies durch die unterschiedlichen beruflichen Qualifikationen, soziokulturellen Prägungen sowie Lebens- und Berufserfahrungen der Mitarbeitenden.

Image

Nachdem ich nunmehr hinreichend Abstand gewonnen habe, vermag ich im Rückblick zahlreiche positive Aspekte der Einrichtung hervorzuheben. Während ich dort gearbeitet habe, konnte ich die Einrichtung nicht beurteilen. Meiner Ansicht nach trifft dies auch auf viele meiner Kolleginnen und Kollegen zu, da wir aufgrund unserer beruflichen Tätigkeit ebenfalls stark emotional beteiligt waren.

Work-Life-Balance

Die Einrichtung befand sich aufgrund der hohen Personalfluktuation in einem Zustand permanenten Personalmangels. Verstärkt wurde dies zusätzlich durch krankheitsbedingte, urlaubsbedingte und fortbildungsbedingte Personalausfälle. Infolgedessen akkumulierten sich zahlreiche Überstunden, deren Abbau erforderlich war und die bei anderen Kollegen wiederum aufgebaut wurden. Es handelte sich um einen schwer durchbrechbaren Kreislauf. Mitarbeiter mit Kindern koordinierten ihre Urlaubsplanung mit den Schulferien ihrer Kinder. Aufgrund der Notwendigkeit, die Urlaubsplanung mit den Oster-, Pfingst-, Herbst-, Weihnachts- und Sommerferien zu koordinieren, war es ihnen selten möglich, den gesamten Urlaubsanspruch zusammenhängend wahrzunehmen.

Karriere/Weiterbildung

Es versteht sich von selbst, dass nicht alle Mitarbeitenden in eine Führungsposition aufsteigen können, da die Organisation nicht über eine hinreichende Anzahl an Führungspositionen verfügt. Nichtsdestotrotz förderte sie die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Es existierte zum einen die von der Institution für die Mitarbeiter organisierte allgemeine Fortbildung und zum anderen die von der Institution finanzierte individuelle Fortbildung. Im Rahmen der persönlichen Weiterbildung wurde es als vorrangig erachtet, das erworbene Wissen in das Team zu transferieren. Dies implizierte, dass der Kollege einen Vortrag über die neu erworbenen Kenntnisse hielt und gemeinsam mit seinen Mitarbeitern neue Fertigkeiten einübte. Das Verfahren wiederholte sich sukzessive, wodurch jeder Einzelne die Verantwortung für die Weitergabe von Kenntnissen und Fertigkeiten übernahm, was allen Beteiligten zugutekam.

Gehalt/Benefits

Die Vergütungen wurden planmäßig und fristgerecht entrichtet. Die Entlohnung entsprach jedoch keineswegs der Arbeitsbelastung. Es könnte sein, dass die Tatsache, dass soziale Arbeit von unschätzbarem Wert ist, entscheidend dafür ist und sie nicht von privaten Institutionen bezahlt werden kann.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Das ausgeprägte Umweltbewusstsein dieser Einrichtung war unverkennbar. Sie bewirtschafteten einen Bauernhof gemäß den strikten Richtlinien des Demeter-Verbandes. Die Behandlung von Wiesen und Weiden mit chemischen Substanzen pharmazeutischen Ursprungs ist unterblieben. Obwohl die Einrichtung inmitten des Waldes gelegen ist, wurden die Freiflächen der Liegenschaft mit Obstbäumen, Sträuchern, Rasenflächen und Blumen bepflanzt. Es waren sowohl Gehwege für Rollstühle als auch für gehbehinderte Personen vorhanden. Durch ihre Einbindung in die Pflege der Anlage kamen sie unmittelbar mit der Natur in Kontakt. Im Rahmen der alljährlichen Amphibienwanderung im Frühjahr wurden an der stark frequentierten Straße Amphibienschutzzäune errichtet und die gefangenen Tiere anschließend über die Fahrbahn verbracht. In diesem Fall erfolgte eine enge Kooperation mit dem Bund Naturschutz. Die Einrichtung bezog ihre Lebensmittel aus regionalem Anbau und räumte Produkten aus ökologischem Anbau eine Vorrangstellung ein. Bei der Auswahl der Haushaltsartikel wurde ökologischen Aspekten Vorrang eingeräumt.

Kollegenzusammenhalt

Die Schichtarbeit und der damit einhergehende stetige Personalwechsel führten lediglich zu einem geringfügigen Zusammenhalt unter den Kollegen.

Umgang mit älteren Kollegen

Jede erfahrene ältere Mitarbeiterin war willkommen, da die Einrichtung aus Kostengründen eine große Anzahl von Auszubildenden, Praktikanten und Personen für das Freie Soziale Jahr einsetzte.

Vorgesetztenverhalten

Die Mitarbeiter wurden von den Vorgesetzten gehört. Sie lösten gemeinsam anstehende Probleme und Konflikte. Sie nahmen auch konstruktive Vorschläge von den Mitarbeitern an und setzten sie um. Allerdings konnten sie sich genervt fühlen, wenn immer wieder die gleichen Probleme angesprochen wurden, die sie wegen ihrer strukturellen Natur nicht lösen konnten. Ein großer Teil der strukturellen Probleme wurde durch gesetzliche Vorgaben verursacht.

Arbeitsbedingungen

Es stand kein Aufenthaltsbereich für die Angestellten zur Verfügung. Ihre Pausen verbrachten sie in einem kleinen Raum, der mit Akten, einem Computer sowie einer Schlafgelegenheit für die Nachtwache vollgestellt war. Zusätzlich zu dem Zimmer waren eine Dusche und eine Toilette vorhanden. Der Raum wurde von den Mitarbeitern während ihrer Dienstzeit genutzt, da sie dort sämtliche Schreibarbeiten verrichteten. Der Raum verfügte über ein Fenster, welches geöffnet werden konnte. Aufgrund des regen Besuchs durch sowohl die Kollegenschaft als auch durch die uns anvertrauten Personen herrschte in dem provisorischen Pausenraum ein hoher Lärmpegel und Unruhe.

Kommunikation

Es traten Komplikationen im Umgang mit Kollegen anderer Kulturkreise auf, die die deutsche Sprache nicht oder nur unzureichend beherrschten.

Gleichberechtigung

Männer und Frauen hatten genauso viele Chancen auf einen Aufstieg. Die Männer waren in der Minderheit und hatten Probleme, sich gegen die vielen Frauen durchzusetzen. Die osteuropäischen Frauen hegten und pflegten sie und räumten ihnen Rechte ein, die ihnen nicht zustanden. Die Konstellation präsentierte sich in etwa folgendermaßen: Die Herren führten das Regiment, während die Frauen sämtliche Tätigkeiten verrichteten, welche die Herren aufgrund ihrer vermeintlichen Zuordnung zur Sphäre der Frauenarbeit zu unterlassen beliebten. Dies führte zu Auseinandersetzungen mit den westlich orientierten Frauen, welche von den männlichen Kollegen die gleiche Leistungsbereitschaft forderten, die sie selbst an den Tag legten.

Interessante Aufgaben

Jeder Angestellte hatte seine vertraglich vereinbarten Stunden. Im Rahmen dieser Arbeitszeitgestaltung war es ihnen möglich, neben der Bewältigung der alltäglichen Aufgaben auch ihre besonderen Fertigkeiten, wie beispielsweise musische, handwerkliche, sportliche oder künstlerische Betätigungen, in ihre Tätigkeit zu integrieren. Sofern die personelle Lage dies erlaubte, wurden dafür im Team Freiräume geschaffen.

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