Es ist nicht alles Gold was glänzt
Gut am Arbeitgeber finde ich
- Pünktliche Gehaltszahlungen
- Kostenfreie Getränke (Wasser und Kaffee)
- Überdachter Parkplatz
- Flexible Arbeitszeiten (Gleitzeit)
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- Keine Möglichkeit zur Remote-Arbeit in Abteilungen, in denen dies technisch und organisatorisch möglich gewesen wäre
- Geringe Wertschätzung gegenüber Mitarbeitenden
- Das Führungsverhalten war stark von Mikromanagement und Misstrauen geprägt
Verbesserungsvorschläge
Im Vergleich zu meinen anderen beruflichen Stationen stellte dieses Arbeitsumfeld für mich die größte Herausforderung dar. Insbesondere in Bezug auf Führungskultur und Kommunikation entsprach es am wenigsten meinen positiven Erfahrungen.
Die berufliche Belastung war zeitweise so hoch, dass sie sich auch auf mein privates Umfeld auswirkte.
Aus persönlicher Erfahrung sowie aus Gesprächen mit Kolleginnen entstand der Eindruck, dass sich insbesondere viele jüngere Mitarbeitende nicht ausreichend unterstützt oder wohl fühlten. Hier bestand aus meiner Sicht Potenzial zur Weiterentwicklung der Unternehmenskultur.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre im Unternehmen war oft angespannt und belastend. Sowohl bei mir als auch bei anderen Kolleginnen war es keine Seltenheit, mit einem Gefühl des Unbehagens zur Arbeit zu kommen.
Insbesondere das Arbeitsumfeld und die Führungsstruktur wurden als deutlich verbesserungsbedürftig wahrgenommen. Umgangston und Arbeitsbedingungen führten zu einer dauerhaft erhöhten Belastung.
Image
Das Unternehmen legt großen Wert auf seine Außenwirkung. Dazu zählen unter anderem käuflich erhältliche Auszeichnungen wie das „Top Job“-Siegel. Es wird viel Aufwand betrieben, um regelmäßig in den Medien präsent zu sein. Oft entsteht dabei der Eindruck, dass die öffentliche Wahrnehmung einen höheren Stellenwert hat, als die Realität im Unternehmen.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance variierte stark je nach Team und Vorgesetztem. In einigen Bereichen wäre Remote-Arbeit ohne Weiteres möglich gewesen, wurde jedoch nur in Sonderfällen zugelassen. Gleitzeit war grundsätzlich gegeben. Private Termine während der Kernarbeitszeit konnten nach Absprache mit den Vorgesetzten wahrgenommen werden. In der Verwaltung verfielen Überstunden ab einem Umfang von 30 Stunden, was dem Grundgedanken von Flexibilität und Ausgleich entgegenwirkte.
Karriere/Weiterbildung
In kreativen Abteilungen herrschte über Jahre hinweg eine starre Arbeitsweise. Es wurde erwartet, bestehende Vorgehensweisen nahezu unverändert fortzuführen, was persönliche und fachliche Entwicklungsmöglichkeiten erheblich einschränkte. Die Zuweisung fachfremder Aufgaben führte dazu, dass für die eigentlichen Kernaufgaben kaum noch Zeit blieb. Als besonders demotivierend wurde empfunden, dass bei Überlastung nicht konstruktiv entlastet wurde, sondern mit dem Entzug von Kernaufgaben gedroht wurde. Dieses Vorgehen wirkte sich
negativ auf Motivation, Engagement und persönliche Entwicklung aus -insbesondere vor dem Hintergrund der gleichzeitigen Erwartung, keine Überstunden zu leisten.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt war marktgerecht. Die Zusatzleistungen wie Jobrad, Tankgutscheine oder ÖPNV-Zuschuss waren positiv hervorzuheben und wurden von vielen Mitarbeitenden geschätzt
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nach außen wurde ein nachhaltiges Image vermittelt, das intern jedoch nicht konsequent umgesetzt wurde. In manchen Bereichen kam es zu erheblicher Papierverschwendung durch unnötige wiederholte Ausdrucke.
Anstelle langfristig wirksamer Maßnahmen wie Qualifizierung oder struktureller Weiterentwicklung von Führungskräften zur Reduktion von Fluktuation und Krankenständen kamen eher kurzfristige Anreizsysteme, etwa eine Anwesenheitsprämie, zum Einsatz.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen war insgesamt in Ordnung. In vielen Teams gab es ein kollegiales Miteinander und gegenseitige Unterstützung im Arbeitsalltag.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Mitarbeitende wurden respektvoll behandelt, und ihre Erfahrung wurde geschätzt.
Vorgesetztenverhalten
Bei einzelnen Führungskräften bestanden über längere Zeit Defizite im Führungsverhalten, die sowohl intern als auch extern wahrgenommen wurden. Hinweise an die Personalabteilung wurden zwar aufgenommen, führten jedoch nicht zu nachhaltigen Veränderungen. Statt gezielter Entwicklungsmaßnahmen oder struktureller Anpassungen erfolgte regelmäßig ein Wechsel der betroffenen Mitarbeitenden, was zu einer angespannten und wenig vertrauensvollen Arbeitsumgebung beitrug.
Viele Entscheidungen waren stark vorstrukturiert und bis ins Detail kontrolliert, wodurch eigenverantwortliches Handeln deutlich eingeschränkt wurde. Dieses Maß an Mikromanagement hatte spürbare Auswirkungen auf die Arbeitsmotivation und Effizienz.
Arbeitsbedingungen
Die technische Ausstattung war modern und grundsätzlich funktional. Die Voraussetzungen für Remote-Arbeit wären vorhanden gewesen, wurden jedoch uneinheitlich umgesetzt. Zwar wirkte das Büro auf den ersten Blick modern, in der Praxis fehlte es jedoch an funktionalem Stauraum.
Der Fokus auf Ästhetik ging teilweise zulasten der praktischen Nutzbarkeit, beispielsweise bei den Druckerstationen, da die räumliche Planung hier teils zu knapp bemessen war.
Kommunikation
Regelmäßige Meetings fanden überwiegend auf Führungsebene oder in der Produktion statt. Mitarbeitende in anderen Bereichen erhielten relevante Informationen meist ausschließlich über Newsletter, vor allem aus dem Personalwesen oder Marketing. Nach meinem Ausscheiden wurden in diesem Bereich offenbar Anpassungen vorgenommen.
Gleichberechtigung
Ich habe keine negativen Erfahrungen gemacht, jedoch auch keine gezielten Maßnahmen wahrgenommen. Es ist grundsätzlich aber eher eine von Männern dominierte Atmosphäre.