Ihr Unternehmen?

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Yellotools 
GmbH
Bewertung

Ihr Unternehmen?

Es ist nicht alles Gold, was glänzt.

2,2
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr für dieses Unternehmen in Windeck gearbeitet.

Verbesserungsvorschläge

Es gibt einige Bereiche, in denen das Unternehmen definitiv an sich arbeiten könnte. Ein wichtiger Punkt wäre, mehr Empathie zu entwickeln und die Perspektiven anderer Mitarbeitender zu berücksichtigen. Ein Buch über die Erfahrungen von Frauen und deren Körper könnte helfen, die Sensibilität für Gleichberechtigung und Diversität zu fördern.

Außerdem sollte das Unternehmen offener für andere Meinungen und Ideen sein und nicht alles persönlich nehmen. Ein respektvoller Umgang mit Kritik und konstruktiven Vorschlägen würde das Arbeitsklima deutlich verbessern.

Arbeitsatmosphäre

Die Atmosphäre schwankte stark und hing maßgeblich davon ab, wer gerade im Büro anwesend war. Wenn der Chef nicht vor Ort war, arbeiteten alle entspannter und dadurch oft auch effektiver. Die Anwesenheit des Chefs erzeugte hingegen einen sehr hohen Druck, der als toxisch empfunden wurde und die eigene Entfaltung stark einschränkte.

Zwar wurde regelmäßig betont, dass Fehler erlaubt und wichtig für die persönliche Entwicklung seien, in der Praxis wurden Fehler jedoch oft persönlich genommen und im großen Kreis des "Morning Meetings" thematisiert. Das sorgte regelmäßig für Spannungen im Team, die nicht offen angesprochen wurden, sondern von vielen mit sich selbst ausgemacht wurden, was die allgemeine Stimmung weiter verschlechterte.

Das Betriebsklima hing zudem stark von der Laune und persönlichen Haltung des Chefs gegenüber einzelnen Mitarbeitenden ab. War er gut gelaunt, versprach er einem gefühlt die Welt. War die Stimmung jedoch negativ, wurde man ignoriert, nicht gegrüßt und sogar im Flur gemieden.

Work-Life-Balance

Es wurde häufig von einer 4-Tage-Woche gesprochen. Teilweise wurde sie sogar aktiv versprochen. Am Ende stellte sich jedoch heraus, dass dies eher ein Mittel war, um die Belegschaft ruhigzustellen. Letztlich wurde die Einführung mit dem Verweis auf hohe Krankenstände und wirtschaftliche Bedenken abgelehnt. Das wirkt besonders widersprüchlich, wenn man bedenkt, dass zahlreiche Studien belegen, wie sehr eine bessere Work-Life-Balance das Wohlbefinden stärkt und Krankheitsausfälle reduziert.

Von den Mitarbeitenden wurde zudem erwartet, dass sie sich über die eigentliche Arbeitszeit hinaus mit der Firma identifizieren, als sei sie eine Familie. Diese Haltung führte nicht zu mehr Motivation, sondern vor allem zu mehr Druck und Stress, da eine klare Grenze zwischen Beruflichem und Privatem kaum noch möglich war.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Ein positiver Aspekt war das Umweltbewusstsein im Alltag: Es wurde auf Mülltrennung geachtet, und generell wurde darauf Wert gelegt, nicht verschwenderisch mit Ressourcen umzugehen. Das Thema Nachhaltigkeit war zwar nicht tief in der Unternehmensstrategie verankert, wurde aber im täglichen Betrieb durchaus berücksichtigt.

Karriere/Weiterbildung

Trotz der vermeintlich flachen Hierarchien war eine wirkliche Karriere oder ein Aufstieg innerhalb der Firma nicht möglich. Zwar gab es die Möglichkeit, mehr Verantwortung zu übernehmen, aber das ging leider immer nur mit der gleichen Bezahlung einher. Es wurden keine klaren Perspektiven für eine berufliche Weiterentwicklung oder Gehaltserhöhungen geboten, was auf lange Sicht demotiviert hat.

Kollegenzusammenhalt

In der Belegschaft gab es viele Kolleginnen und Kollegen, die echte Fachleute auf ihrem Gebiet waren und bei Fragen oder Problemen stets hilfsbereit und offen reagierten. Dafür möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich meinen Dank aussprechen. Einige dieser Kolleg:innen haben sich klar gegen problematische Strukturen gestellt und ihre fachliche Unabhängigkeit bewahrt. Auch gegenüber einer Führung, die sich häufig in Themen eingemischt hat, in denen weder Wissen noch Ausbildung vorhanden war.

Leider gab es aber auch einige Kolleg:innen, die bei kleinsten Fehlern oder Rückfragen sehr ungehalten reagierten und schnell den Eindruck vermittelten, man sei weniger intelligent oder unfähig. Insgesamt hatte man bei manchen das Gefühl, sie hätten den Dunning-Kruger-Effekt verinnerlicht. Das allerdings nicht in reflektierter, sondern in gelebter Form.

Umgang mit älteren Kollegen

Ältere Kolleg:innen wurden grundsätzlich mit Respekt behandelt, was positiv hervorzuheben ist. Es gab keine besonderen Altersdiskriminierungen oder Benachteiligungen im täglichen Miteinander. Allerdings wurden auch keine spezifischen Benefits oder angepasste Arbeitsbedingungen (z. B. altersgerechte Pausenregelungen oder ergonomische Maßnahmen) angeboten. Insgesamt war der Umgang in Ordnung, wenn auch ohne besonderen Fokus auf die Bedürfnisse älterer Mitarbeitender.

Vorgesetztenverhalten

Über das Vorgesetztenverhalten ließe sich ein ganzes Buch schreiben. Es erinnerte oft eher an das Verhalten eines jungen Menschen mit zu viel Macht und zu wenig Selbstreflexion: geprägt von stark narzisstischen Tendenzen und der Überzeugung, dass die ganze Welt gegen ihn sei. Entscheidungen wurden häufig impulsiv und stimmungsabhängig getroffen, selten auf Grundlage von Fachwissen oder objektiven Kriterien.

Kritik wurde persönlich genommen statt konstruktiv aufgenommen, was zu einem Klima der Angst und Einschüchterung führte. Wer Widerspruch äußerte oder Verbesserungsvorschläge machte, wurde fortan ignoriert, nicht mehr gegrüßt oder sozial isoliert, bis hin zur Kündigung.

Besonders frustrierend war die Doppelmoral: Nach außen wurde Bescheidenheit gepredigt („Wir sind ein Team“, „Fehler sind erlaubt“, „flache Hierarchie“), während intern das Gegenteil gelebt wurde. Während sich große Teile der Belegschaft mit Gehältern unter Branchendurchschnitt arrangieren mussten, wurden auf Firmenkosten Luxusfahrzeuge gefahren und eine Selbstdarstellung betrieben, die mit der Realität im Betrieb kaum etwas zu tun hatte.

Insgesamt wirkte vieles wie eine Inszenierung. Mehr Schein als Sein.

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen waren insgesamt in Ordnung. Wenn man etwas Neues für den Arbeitsplatz benötigte, etwa Werkzeuge, Materialien oder zusätzlichen Schutz, wurde sich in der Regel schnell darum gekümmert. Auf Sicherheit und Ausstattung wurde geachtet, was den Arbeitsalltag erleichtert hat. In diesem Bereich gab es wenig zu beanstanden.

Kommunikation

Die täglichen Morning Meetings waren grundsätzlich ein gutes Konzept und gaben theoretisch allen Mitarbeitenden die Möglichkeit, sich einzubringen und mitzuentscheiden. Leider wurde das Potenzial dieser Meetings kaum ausgeschöpft. Viel Zeit wurde mit der Diskussion über banale Themen vergeudet, die für die Mehrheit der Belegschaft irrelevant waren z. B. das Verschwinden oder das falsche Ablegen von Kisten. Teilweise hatte man das Gefühl, sich wie in der Schule ständig beweisen zu müssen und zu allem etwas sagen zu können, um dazuzugehören.

Die oft betonte flache Hierarchie und die Idee, dass jeder überall mit anpackt, entsprach nicht der Realität. Menschen haben unterschiedliche Stärken und Schwächen und sollten die Möglichkeit haben, diese sinnvoll einzusetzen, statt in Bereiche gedrängt zu werden, die ihnen nicht liegen.

Ein weiteres großes Problem war der Umgangston in den Meetings. Immer wieder kam es zu sexistischen Kommentaren oder unangebrachten Witzen. Für insbesondere jüngere oder aufgeklärte Mitarbeitende war der alltägliche Sexismus schwer zu ertragen. Wenn Mütter aufgrund ihrer Kinder einmal ausfielen, wurde das nicht mit Verständnis, sondern mit Vorwürfen behandelt.

Gehalt/Benefits

Einer der kritischsten Punkte des Unternehmens waren definitiv die fehlenden Benefits. Es gab weder ein 13. Gehalt noch Prämien. Die Bezahlung lag weit unter dem Branchendurchschnitt, und es wurde einem das Gefühl vermittelt, man solle dankbar sein, überhaupt einen Job zu haben. Als ob man ohne diesen Job nichts erreicht hätte.

Darüber hinaus gab es zahlreiche Zweifel an der finanziellen Transparenz: Viele der privaten Ausgaben des Chefs wurden über die Firma abgewickelt, wie etwa Sanierungen an seinem Haus oder die Nutzung der Firmenwagen. Von denen alle bis auf eines als seine privaten Autos genutzt wurden.

Auf Nachfragen bezüglich einer Lohnerhöhung wurde man schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, und es wurde einem klargemacht, dass man keine großen Hoffnungen haben sollte. Einmal gab es eine Inflationszahlung, doch diese fiel je nach Sympathie des Chefs unterschiedlich aus. Ein Kollege ging rechtlich gegen diese Ungleichbehandlung vor und konnte das Geld nachfordern, da er weniger als andere erhalten hatte.

Gleichberechtigung

Als weibliche Mitarbeitende, insbesondere als Mutter, fühlt man sich bei Yellotools leider oft fehl am Platz. Die Unternehmenskultur wirkt in Teilen geprägt von veralteten Rollenbildern und Alltagssexismus. Wichtige gesellschaftliche Entwicklungen in Richtung Gleichstellung und Diversität scheinen bewusst ignoriert oder nicht ernst genommen zu werden.

Ein besonders bezeichnendes Beispiel ist das sogenannte "Wrap-Babe", ein Firmenmaskottchen in Form einer freizügig gekleideten, blond gezeichneten Dame mit überzeichneten weiblichen Attributen. Dieses Bild steht sinnbildlich für ein Frauenbild, das nicht mehr zeitgemäß ist und wirft Fragen auf, wie ernst Gleichberechtigung im Unternehmen tatsächlich genommen wird.

Interessante Aufgaben

Durch den internationalen Handel sowie die regelmäßige Teilnahme an Messen waren die Aufgaben grundsätzlich abwechslungsreich und spannend. Es gab viele Berührungspunkte mit verschiedenen Märkten, Produkten und Kulturen, was den Arbeitsalltag interessant gestaltet hat.

Leider hatten nicht alle Mitarbeitenden die gleichen Möglichkeiten, sich einzubringen. Alternative Ideen oder neue Ansätze wurden oft nicht ernst genommen oder direkt abgewiesen, was auf Dauer demotivierend wirken konnte. Dabei hätte das Team viel Potenzial für kreative Lösungsansätze gehabt.

Positiv hervorzuheben ist die hochwertige Ausstattung: Werkzeuge, Maschinen und Materialien waren in der Regel auf einem sehr guten Niveau. Hier wurde nicht am falschen Ende gespart, was die Arbeit effizienter und angenehmer gemacht hat.

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Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.