Große Diskrepanz zwischen Anspruch und gelebter Realität
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Digitalisierung, alle System laufen Bündig in der Kommunikation auch zu anderen abteilungen. Mit dem HR Team hat man immer jemanden an der seite der einem sehr gut hilft auch anzukommen. Man versucht zumindest ein guter Arbeitgeber zu sein.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Professionalität der übergeordneten Führungsebene habe ich im Konfliktfall als unzureichend erlebt. Nach meiner Wahrnehmung fehlte es an einer transparenten und offenen Kommunikation, da über Tage hinweg ein falscher Eindruck vermittelt wurde, anstatt Unklarheiten direkt anzusprechen.
Fehler im zwischenmenschlichen Bereich können im Arbeitsalltag vorkommen. Die Art und Weise der internen Aufarbeitung war aus meiner Sicht jedoch disproportional: Gesprächsstrukturen, die an eine formelle Zeugenbefragung erinnern und erheblichen Druck aufbauen, empfinde ich in einem modernen Arbeitsumfeld als unangebracht.
Dass trotz einer unklaren Faktenlage und fundierter Gegendarstellungen eine derart folgenschwere Entscheidung ohne lückenlose Prüfung getroffen wurde, widerspricht einer zeitgemäßen Mitarbeiterfürsorge. Diese Erfahrung reiht sich für mich qualitativ als einer der unprofessionellsten Prozesse meiner bisherigen beruflichen Laufbahn ein.
Verbesserungsvorschläge
Ein großes strukturelles Problem sehe ich in der mangelnden beruflichen Distanz: Wenn Führungskräfte mit einzelnen Teammitgliedern ein offensichtlich privates, freundschaftliches Verhältnis pflegen, schadet das langfristig der professionellen Neutralität. In meinem ehemaligen Team führte diese enge Verflechtung zu einer Art „Rudelbildung“. Neue Kolleginnen und Kollegen haben es dadurch von Natur aus extrem schwer, ihren Platz im Gefüge zu finden, was organisch zu Unruhe im gesamten Team führt. Hier wäre ein klarer, professioneller Schnitt auf Teamleitungs- und Mitarbeiterebene für das Betriebsklima dringend notwendig.
Bei der Einarbeitung wird zu schnell vorausgesetzt, dass neue Mitarbeitende das hauseigene komplexe System und die Prozesse im Hintergrund sofort komplett durchdringen. Hier zeigt sich ein logischer Fehler in der Personalplanung: Es macht wenig Sinn, Fachkräfte mit hoher Seniorität und jahrelanger Berufserfahrung zu rekrutieren, wenn das interne System so speziell ist, dass diese ihr mitgebrachtes Know-how überhaupt nicht einbringen oder integrieren können. Das führt unweigerlich zu Frustration auf beiden Seiten.
Arbeitsatmosphäre
Die Struktur ist sehr Laissez faire, es fehlen klare Prozesse und Leitplanken, was zu Reibungsverlusten und Unruhe im Team führt. Die interne Kommunikation läuft nach meiner Wahrnehmung zu oft über den Flurfunk statt über offizielle Kanäle. Bei wichtigen Entscheidungen hatte ich den Eindruck, dass eher nach Bauchgefühl statt nach Fakten gehandelt wird.
Massive Kritik muss ich am übergeordneten Management üben: Bei Missverständnissen wurde disproportional reagiert. Statt einer normalen Klärung wurden extrem druckvolle Gesprächsstrukturen gewählt, die an ein Verhör erinnerten. Trotz sachlicher Gegendarstellungen wurden folgenschwere Entscheidungen ohne lückenlose Prüfung getroffen. Das widerspricht einer zeitgemäßen Mitarbeiterfürsorge. Qualitativ war dies einer der unprofessionellsten Prozesse meiner beruflichen Laufbahn.
Image
Nach meinem persönlichen Empfinden herrscht hier das Prinzip „Mehr Schein als Sein“. Das Unternehmen präsentiert sich, wie in der Branche nicht unüblich nach außen hin deutlich moderner und strukturierter, als es die interne Realität im Arbeitsalltag tatsächlich hergibt.
Work-Life-Balance
Licht und Schatten: Positiv ist die soziale Urlaubsplanung für Eltern. Weniger zeitgemäß sind die starren Arbeitszeiten (08:00–17:00 Uhr) im Vollzeitmodell, die auch durch die Homeoffice-Regelung (2 Tage Präsenz, 10 Flex-Tage) nur teilweise ausgeglichen werden.
Karriere/Weiterbildung
Entsprechende Möglichkeiten waren in der Vergangenheit zwar kaum vorhanden, es wurde intern jedoch ein Konzept vorgestellt, um dies zukünftig im Unternehmen zu ermöglichen.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt kann bei gutem Verhandlungsgeschick leicht über dem Branchendurchschnitt liegen. Hier wird deutlich, dass das Unternehmen einen gewissen Verhandlungsspielraum nach oben besitzt.
Ein starker Benefit ist die Flexibilität beim Arbeitsort: Es besteht die Möglichkeit, zwischen den Standorten Berlin und Rostock zu wechseln. Die anfallenden Fahrt- und Übernachtungskosten werden vom Arbeitgeber anstandslos übernommen. Darüber hinaus werden jedoch keine weiteren spezifischen Zusatzleistungen (wie Corporate Benefits oder ähnliches) angeboten, die man von vergleichbaren Unternehmen kennt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Produkt arbeitet papierlos und ressourcenschonend. Das soziale Bewusstsein ist jedoch ein zweigeteiltes Bild: Nach außen top, im spezifischen Einzelfall wurde meine persönliche Situation im späteren Verlauf leider gar nicht berücksichtigt. Bewerber mit Familie sollten die Rahmenbedingungen genau prüfen. Im Konfliktfall zählt nur die prozessuale Abwicklung, man fühlt sich schnell wie eine austauschbare Personalnummer. Mein Fazit: Mehr Schein als Sein.
Kollegenzusammenhalt
Das Team ist sehr eingespielt, aber auch festgefahren. Neue Ideen oder andere Arbeitsweisen werden kaum zugelassen, es herrscht hoher Anpassungsdruck. Zudem sehe ich ein Problem in der mangelnden beruflichen Distanz: Wenn Führungskräfte private, freundschaftliche Verhältnisse mit einzelnen Mitarbeitern pflegen, schadet das der Neutralität und führt zur „Rudelbildung“, was neue Kollegen isoliert. Bei Differenzen wird sofort die nächste Hierarchieebene eingeschaltet, statt Probleme auf Augenhöhe zu klären.
Umgang mit älteren Kollegen
Die Altersstruktur innerhalb der Belegschaft war auffallend homogen. Der Altersdurchschnitt bewegte sich fast auf einer Ebene, sodass ein generationsübergreifender Austausch mit älteren, erfahrenen Kollegen im Alltag kaum stattfand.
Vorgesetztenverhalten
Zu meinem direkten Vorgesetzten hatte ich eigentlich ein ganz normales, neutrales Verhältnis und wurde fachlich regelmäßig abgeholt. Allerdings hatte ich mit der Zeit das Gefühl, schnell in einer Schublade gelandet zu sein, wodurch das echte Miteinander verloren ging.
Deutliche Kritik muss ich am übergeordneten Management üben: Bei einem vermeintlichen Missverständnis wurde völlig überreagiert. Statt einer normalen Klärung wurden direkt mehrere Meetings angesetzt, bei denen man sich wie in einer Gerichtsverhandlung mit einem Verhör vorkam. Es wurde aus meiner Sicht unnötig Druck ausgeübt und Fragen gestellt, die mich extrem verunsichert haben.
Trotz sachlicher Erklärung wurde am Ende eine reine Bauchentscheidung getroffen. Nach meinem Empfinden sind sich die Verantwortlichen hier ihrer sozialen Verantwortung und der arbeitsrechtlichen Fürsorgepflicht nicht bewusst vor allem, wenn man bedenkt, dass sie genau wussten, wen und für welche Situation sie einstellen.
Arbeitsbedingungen
Die Ausstattung des modernen CoWorking Spaces ist sehr gut: Schöne Aussicht, gepflegte Küche und Sanitäranlagen, gute Parkplatzsituation, moderne Laptops sowie kostenlose Getränke. Einzig der Umgangston der externen Office Managerin des Spaces wirkte im Alltag leider gelegentlich wenig serviceorientiert.
Kritikpunkte gibt es beim Standort und den Räumlichkeiten: Die Anbindung an den ÖPNV ist ausbaufähig und der Fußweg durch das Gewerbegebiet wird, gerade im Winter im Kollegium verständlicherweise als unkomfortabel empfunden. Zudem ist das Gebäude durch leere Gänge sehr hellhörig und laut. Separate Besprechungszimmer für vertrauliche Vieraugengespräche waren meistens komplett belegt. Die Brandschutztüren im Objekt sind außerdem extrem schwergängig und nur mit viel Kraftaufwand zu öffnen.
Kommunikation
Es gibt regelmäßige Meetings, um den aktuellen Stand der Dinge zu besprechen, dass ist gut gelöst. Allerdings läuft nach meiner Wahrnehmung zu viel Kommunikation „hinter dem Rücken“ oder über den Flurfunk, statt über die offiziellen Kanäle. Bei wichtigen Entscheidungen hatte ich zudem oft den Eindruck, dass Fakten und Argumente nicht richtig geprüft wurden, sondern am Ende eher nach Bauchgefühl entschieden wurde. Das beeinträchtigt die Nachvollziehbarkeit der Prozesse im Alltag.
Ein großes Lob geht an die HR Abteilung: Das Team macht einen super Job, ist extrem engagiert und immer bemüht, den Mitarbeitenden zu helfen.
Beim Recruiting gibt es jedoch Verbesserungsbedarf: Hier sollte die Absprache mit den suchenden Fachabteilungen enger sein. Im Bewerbungsprozess wurden mir Dinge versprochen, die sich in der späteren Arbeitsrealität leider ganz anders dargestellt haben.
Gleichberechtigung
Ein großes Lob geht an die HR-Abteilung: Das Team ist engagiert, hilfsbereit und erleichtert das Ankommen ungemein. Beim Recruiting gibt es jedoch Abstimmungsbedarf: Im Bewerbungsprozess entstand ein Eindruck von den Rahmenbedingungen, der sich mit der späteren Realität leider nicht deckte.
Echte Gleichberechtigung fehlt: Es gab deutliche Gehaltsunterschiede und ein Nebeneinander von befristeten/unbefristeten Verträgen bei gleichen Aufgaben. Das Gehalt selbst ist bei gutem Verhandlungsgeschick leicht überdurchschnittlich. Starker Benefit: Fahrt- und Übernachtungskosten zwischen den Standorten Berlin und Rostock werden anstandslos übernommen. Weitere Zusatzleistungen fehlen.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind stark branchenspezifisch. Bei der Einarbeitung wird zu schnell erwartet, dass man das komplexe interne System sofort durchdringt. Es ist ein logischer Fehler in der Personalplanung, erfahrene Fachkräfte mit hoher Seniorität zu rekrutieren, wenn das System so speziell ist, dass sie ihr langjähriges Know-how überhaupt nicht einbringen können. Weiterbildungskonzepte wurden für die Zukunft immerhin angedacht.