Stimmung nach Übernahme verschlechtert sich
Gut am Arbeitgeber finde ich
Sehr gutes Teamklima mit professioneller und persönlicher Zusammenarbeit; flexible Home‑Office‑Regelungen und gut ausgestattete Arbeitsplätze (häufig drei Bildschirme); überdurchschnittliche, zuverlässige Vergütung; zufriedenstellende Arbeitsgeräte (Laptop).
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Insgesamt verschlechterte Stimmung seit Übernahme; Führungskommunikation oft negativ, widersprüchlich und wenig kontextreich; abteilungsübergreifende Kommunikation problematisch, teils persönlich angreifend; eingeschränkter Gestaltungsspielraum durch veraltete Prozesse und unklare Verantwortlichkeiten; eingeschränkte Weiterbildungs- und Karrierechancen; Büroorganisation (Raumbuchung, Shared‑Desk) teils unzuverlässig; schwaches Arbeitgeberimage;
Verbesserungsvorschläge
Prozesse & Verantwortlichkeiten: Veraltete Abläufe zentral erfassen, klare Prozess‑Owners zuordnen und Prioritäten für schnelle Aktualisierungen setzen. Halbjährliche Reviews und ein kleines Change‑Board verhindern Stillstand.
Kommunikation: Einheitliche Leitlinien für Konzern‑ vs. Unternehmenskommunikation einführen; negative Meldungen immer mit Kontext und Handlungsoptionen versehen. „Wins“-Formate zielgruppengerecht aufbereiten und ein anonymes Feedback‑Instrument schaffen.
Weiterbildung & Karriere: Ein transparentes Weiterbildungsbudget und vereinfachte Genehmigungsprozesse wieder einführen. On‑Demand‑Lernangebote bereitstellen und parallele Karrierepfade für Führung und Experten klar definieren und kommunizieren.
Führung & Kultur: Führungskräfte in konstruktiver Kommunikation und Change‑Management schulen; psychologische Sicherheit fördern und regelmäßige, teamrelevante Anerkennung etablieren.
Operations: Raumbuchung gegen No‑Shows absichern und Desk‑Konzept für häufige Büroanwender prüfen.
Arbeitsatmosphäre
Die Stimmung hat sich seit der Übernahme deutlich verschlechtert. Dies wirkt sich negativ auf Motivation und Zusammenhalt aus und hat bereits zu mindestens einem Austritt geführt. Das direkte Teamklima ist jedoch deutlich besser als die Gesamtstimmung im Unternehmen.
Image
Das Arbeitgeberimage ist wenig bekannt und schwer zu kommunizieren; bei Nachfragen erfolgt häufig Verweis auf frühere Firmennamen, was die Wiedererkennung einschränkt.
Work-Life-Balance
In meiner Abteilung ist die Balance zufriedenstellend. Flexible Home-Office-Regelungen werden weitgehend akzeptiert, was die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben erleichtert. Diese Praxis gilt jedoch nicht unternehmensweit.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es gibt nur begrenzte sichtbare Maßnahmen im Bereich Umwelt und Soziales. Positiv hervorzuheben ist die überwiegend digitale Arbeitsweise mit geringem Papierverbrauch sowie vereinzelte Solarzellen auf dem Firmendach. Weitere nachhaltige oder soziale Initiativen sind kaum erkennbar.
Karriere/Weiterbildung
Die Entwicklungsmöglichkeiten haben sich seit der Übernahme deutlich verschlechtert. Ein zuvor verfügbares Abteilungsbudget für Weiterbildung existiert nicht mehr; für Konferenzteilnahmen und Workshops muss inzwischen jede Genehmigung einzeln erkämpft werden. Angebote zur Selbstweiterbildung (z. B. LinkedIn Learning) wurden eingestellt. Karrierepfade erscheinen weitgehend auf Führungspositionen ausgerichtet; eine angekündigte Expertenlaufbahn wurde nicht umgesetzt und die hierzu kommunizierten Informationen sind unzureichend.
Kollegenzusammenhalt
Das direkte Arbeitsumfeld ist der positivste Aspekt der Tätigkeit. Die Zusammenarbeit im Team ist durchweg professionell, und mit vielen Kolleginnen und Kollegen besteht auch ein gutes persönliches Verhältnis.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhältnis zum direkten Vorgesetzten ist überwiegend gut. Es gibt jedoch Auffälligkeiten: Die Kommunikation bei personellen Veränderungen war teilweise unzureichend, und gelegentliche unbedachte Formulierungen haben zu peinlichen Situationen geführt.
Arbeitsbedingungen
Die bereitgestellte Hardware (z. B. Laptop) ist zufriedenstellend. Es gilt ein Shared‑Desk-Konzept mit Platzreservierung, das in Kombination mit großzügigen Home‑Office-Regelungen akzeptabel ist; bei häufiger Präsenzpflicht wäre das Modell jedoch nachteilig. Die Arbeitsplätze sind in der Regel gut ausgestattet (häufig drei Bildschirme). Zur Wahrung der Ruhe im Großraumbüro stehen zahlreiche Telefon‑ und Besprechungsräume zur Verfügung, allerdings kommt es beim Raummanagement regelmäßig zu Problemen (Reservierungen werden nicht bestätigt, Räume bleiben ungenutzt und führen so zu Doppelbelegungen).
Kommunikation
Die abteilungsübergreifende Kommunikation ist problematisch und führt zu Missverständnissen. Mitarbeiter fühlen sich teils persönlich angegriffen; bei einigen Führungskräften wirkt die Angst erkennbar, Kompetenzen oder Kontrolle zu verlieren. Interne Formate (z. B. ein "Wins of the Month"-E‑Mail mit neuen Aufträgen und Umsatzzahlen) sind für bestimmte Teams, etwa IT, wenig relevant. Zudem entstehen widersprüchliche Signale durch die Konzernkommunikation: einerseits werden Erfolge und Zielerreichung betont, andererseits wird fortlaufend das schwierige Umfeld hervorgehoben, sodass klare Orientierung fehlt.
Gehalt/Benefits
Die Vergütung liegt über Branchendurchschnitt und Gehaltszahlungen erfolgen zuverlässig. Es gibt eine Essenszulage, die jedoch an Büroanwesenheit gebunden ist; die Auszahlung erfolgt über eine firmeneigene App statt über gängige externe Anbieter.
Interessante Aufgaben
Teile des aktuellen Projekts bieten interessante Aufgaben. Der professionelle Gestaltungsspielraum ist jedoch eingeschränkt, da neue Lösungsvorschläge häufig nicht unterstützt werden. Viele veraltete Prozesse bestehen fort, weil Zuständigkeiten unklar sind und Aktualisierungen nicht vorangetrieben werden.


