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FREYWILLE
Bewertung

Starke Geschichte, fehlende Zukunftsvision

2,6
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2026 im Bereich Marketing / Produktmanagement bei Frey Wille GmbH & Co KG in Wien gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Die Marke verfügt über eine besondere Geschichte, ein hochwertiges Produkt und einen faszinierenden Herstellungsprozess. Vor allem das künstlerische Erbe der außergewöhnlichen Wiener Künstlerin bietet großes Potenzial. Dieses wurde in den vergangenen Jahren aus meiner Sicht jedoch zu wenig sichtbar gemacht.

Die Marke könnte stärker an ihren künstlerischen Ursprung anknüpfen und gleichzeitig zeitgemäßer werden, beispielsweise durch Kooperationen mit aktuellen Künstler und Designer. Die bisherigen Kollektionen mit historischen Künstlern passen zwar zur kulturellen Identität Wiens und anderer Länder, ergänzend wären jedoch Kooperationen mit lebenden, zeitgenössischen Kunstschaffenden spannend und könnten neue Zielgruppen erreichen.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Problematisch empfand ich vor allem das konservative Führungsverständnis, den teilweise respektlosen Umgangston und die geringe Wertschätzung gegenüber Mitarbeitenden. Beschäftigte wurden aus meiner Sicht nicht ausreichend einbezogen und teilweise offen kritisiert. Gleichzeitig sollten sie Probleme lösen, die durch langjährige strukturelle und strategische Versäumnisse entstanden waren.

Seitens der Geschäftsführung gab es nur wenig Selbstreflexion, Empathie oder echtes gemeinsames Arbeiten. Bei Fehlern stand häufig zuerst die Frage nach der Schuld im Mittelpunkt, anstatt gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Verantwortung wurde oftmals weitergegeben, wodurch Vertrauen, Motivation und eine konstruktive Fehlerkultur erschwert wurden.

Verbesserungsvorschläge

Aus meiner Sicht wäre eine grundlegende Erneuerung der Geschäftsführung und der strategischen Ausrichtung notwendig. Dazu gehören mehr Offenheit gegenüber zeitgemäßem Design sowie ein besseres Verständnis dafür, was jüngere Generationen anspricht und über welche Plattformen sie erreicht werden können.

Auch intern braucht es deutlich mehr Respekt, transparente Kommunikation, Organisation und Vertrauen in qualifizierte Fachkräfte. Abwertende Bemerkungen in Bezug auf Geschlecht oder Nationalität haben in einem Unternehmen des 21. Jahrhunderts keinen Platz. Entscheidungen sollten stärker auf tatsächlicher Expertise basieren, und weniger auf internen Machtstrukturen oder Personen, die vor allem ihre eigene Position absichern. Fehler sollten offen analysiert werden, um gemeinsam Lösungen zu finden, anstatt sofort nach Schuldigen zu suchen.

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre zwischen den Mitarbeitenden und den verschiedenen Abteilungen war während meiner Zeit im Unternehmen insgesamt gut. Trotz anfänglicher Herausforderungen, vermutlich aufgrund früherer Strukturen und Verhaltensweisen, entwickelte sich eine offene und konstruktive Kommunikation zwischen den Teams.

Deutlich problematischer war hingegen die Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung. Hier fehlten aus meiner Sicht Wertschätzung, Respekt und ein realistisches Verständnis dafür, wie neue Themen und zusätzliche Verantwortungsbereiche aufgebaut werden müssen. Gleichzeitig wurden in mehreren Bereichen, unter anderem Finanzen, Logistik, Produktion und Marketing, personelle Ressourcen reduziert, obwohl der Arbeitsumfang weiterhin hoch blieb oder sogar zunahm.

Gleichberechtigung

Grundsätzlich war im Unternehmen eine gute Vielfalt vorhanden. Die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Generationen gestaltete sich jedoch teilweise schwierig. Viele langjährige Mitarbeitende sind seit mehreren Jahrzehnten im Unternehmen und entsprechend stark an bestehende Abläufe gewöhnt. Obwohl jüngere Kolleg:innen versuchten, neue Ideen und moderne Arbeitsweisen einzubringen, stießen Veränderungen, insbesondere bei neuen Technologien, häufig auf Skepsis.

Die Logistik- und Datensysteme wurden über viele Jahre offenbar nicht ausreichend modernisiert und sind inzwischen teilweise veraltet. Gleichzeitig fehlte seitens der Geschäftsführung aus meiner Sicht das notwendige Verständnis dafür, dass eine technologische Erneuerung nicht unbegrenzt aufgeschoben werden kann. Die Anpassung wurde daher meist nur von den jüngeren Mitarbeitenden erwartet, während bestehende Strukturen kaum hinterfragt wurden. Für jüngere Beschäftigte war es dadurch schwierig, eine langfristige Perspektive im Unternehmen zu sehen.

Arbeitsbedingungen

Die allgemeinen Arbeitsbedingungen waren gut. Die Büros befinden sich in einer sehr guten und zentralen Lage. Besonders interessant war die Möglichkeit, die gesamte Wertschöpfungskette und Produktion von A bis Z kennenzulernen. Die verschiedenen Abteilungen und Teams waren grundsätzlich gut erreichbar, wodurch man einen umfassenden Einblick in die Abläufe des Unternehmens erhalten konnte.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt war insgesamt attraktiv und angemessen. Allerdings gab es keine Bonusregelung und kaum zusätzliche Benefits, beispielsweise für öffentliche Verkehrsmittel oder andere Mitarbeitervorteile. Das vergleichsweise gute Grundgehalt konnte diesen Punkt teilweise ausgleichen.

Das Image des Unternehmens wirkt aus meiner Sicht zunehmend veraltet. Für bestimmte Zielgruppen besitzt die Marke weiterhin Bekanntheit und Relevanz, insgesamt wird sie jedoch kaum noch als modern oder inspirierend wahrgenommen.

Das Unternehmen und die Marke verfügen grundsätzlich über enormes Potenzial. Dieses wurde in den vergangenen Jahren jedoch nicht ausreichend genutzt, da eine konsequente Modernisierung und strategische Erneuerung seitens der Geschäftsführung aus meiner Sicht weder ausreichend vorangetrieben noch unterstützt wurde. Auch klare Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten waren kaum erkennbar.


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