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Wachstum beginnt im Inneren – ist KNAPP bereit dafür?

2,6
Empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung bei KNAPP Systemintegration GmbH in Leoben gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Trotz aller Kritik: Es gibt viele fachlich spannende Aufgaben, die herausfordern und motivieren. Die eingesetzte Technologie ist beeindruckend – modern, innovativ und technisch anspruchsvoll.
Im Unternehmen steckt enormes Potenzial – sowohl in den Produkten als auch in den Strukturen. Der aktuelle Konsolidierungsprozess bietet die Chance, bestehende Muster zu hinterfragen und KNAPP zukunftsfähig aufzustellen. Wenn dieser Wandel konsequent und transparent gestaltet wird, kann daraus etwas wirklich Starkes entstehen.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Doch der Weg dorthin ist steinig. Entscheidungen wirken oft aktionistisch und impulsiv – zumindest in meinem Bereich. Es fehlt an strategischer Klarheit und nachhaltiger Planung.
Die KNAPP-Werte? Eher ein schöner Schein. Sie werden nicht aktiv gelebt und spiegeln sich kaum in den täglichen Prozessen wider. Führungskräfte entwickeln bestehende Abläufe nicht weiter und übernehmen selten Verantwortung, wenn es um Veränderung geht.
Mitarbeitende werden nicht abgeholt – weder inhaltlich noch kommunikativ. Der Flurfunk ist oft verlässlicher als der offizielle KNAPP-Sharepoint. Eine bittere Erkenntnis, die zeigt, wie groß die Lücke in der internen Kommunikation tatsächlich ist.
Vielleicht ist es an der Zeit, sich nicht länger zu fragen, wie man schneller wird – sondern wie man besser wird.

Verbesserungsvorschläge

Wenn KNAPP den Anspruch hat, nachhaltig zu wachsen, muss Führung neu gedacht werden. Führungskräfte sollten ihre Rolle aktiver und gestaltender wahrnehmen – insbesondere bei der bereichsübergreifenden Definition und Umsetzung von Prozessen. Diese Prozesse brauchen Struktur, Klarheit und – wo möglich – Vereinfachung.
Doch nicht nur die Führung, auch viele Fachbereiche erfüllen ihre Bringschuld nicht. Informationen werden zu selten proaktiv geteilt, strategische Ausrichtungen bleiben vage. Es fehlt an Transparenz, an offener Kommunikation und an einem gemeinsamen Verständnis für das große Ganze.
Der Fokus auf Auftragseingang und Umsatz ist grundsätzlich positiv – aber nur dann wirksam, wenn die Teams auch befähigt sind, die steigende Nachfrage effizient und qualitativ hochwertig zu bewältigen.
Ein zentraler Punkt: Prozesse, Entscheidungen und Zuständigkeiten müssen schriftlich dokumentiert werden. Kommunikation allein – mündlich und punktuell – reicht nicht aus. Wenn einer A sagt und der andere B macht, entsteht Chaos. Nachvollziehbarkeit ist kein Luxus, sondern Notwendigkeit.

Arbeitsatmosphäre

Was auf den ersten Blick wie ein florierendes Unternehmen wirkt, zeigt bei näherer Betrachtung Risse im Fundament. Die Arbeitsatmosphäre ist zunehmend von Zahlen und Zielvorgaben dominiert – Umsatz und Auftragseingänge diktieren das Tempo. Qualität? Ein nachrangiger Gedanke. Hauptsache schnell, Hauptsache viel. Ob die Lösungen technisch durchdacht sind, ob Bestandskunden langfristig profitieren oder Erweiterungen überhaupt realistisch erscheinen – all das wird selten hinterfragt. Der Druck, alles individuell und unter Zeitnot umzusetzen, ersetzt Standards durch Improvisation. Fragen wie „Warum sind wir so teuer?“ oder „Warum dauert das so lange?“ klingen wie rhetorische Klagen, nicht wie der Beginn einer echten Analyse. Das Resultat: ein Unternehmen, das sich bis zur Schmerzgrenze verbiegt – und dabei die Qualität opfert.

Image

Nach außen hin wirkt das Unternehmen stark – professionell, innovativ, technisch versiert. Doch hinter der Fassade fehlt es an Struktur, Strategie und System.

Work-Life-Balance

Auch die jüngsten Änderungen in der Homeoffice-Regelung werfen Fragen auf. Statt Flexibilität zu fördern, wird ein Benefit beschnitten, der für viele Mitarbeitende essenziell ist. Die Maßnahme wirkt wie ein Rückschritt – und lässt Zweifel daran aufkommen, ob moderne Arbeitskultur wirklich Teil der Unternehmensstrategie ist. Für mich persönlich ist diese Änderung aktuell nicht von großer Bedeutung, da ich im Moment wenig auf Homeoffice angewiesen bin. Dennoch ist mir bewusst, dass dies für viele Kolleginnen und Kollegen eine spürbare Verschlechterung darstellt. Die Maßnahme wirkt wenig durchdacht und schwächt das Vertrauen in eine mitarbeiterorientierte Führung.

Karriere/Weiterbildung

Weiterbildung? Ein Lippenbekenntnis. Schulungen wirken pro forma, echte Entwicklung bleibt dem Zufall überlassen. Wer mehr will, muss selbst aktiv werden – und bekommt dafür selten mehr Gehalt oder Perspektive.
Karrierechancen sind begrenzt, nicht transparent und folgen selten klaren Kriterien. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass sie bevorzugt an jene vergeben werden, die sich anpassen, zustimmen, mitlaufen. Leistung, Eigeninitiative oder kritisches Denken spielen dabei oft eine untergeordnete Rolle.
Ein Unternehmen, das wachsen will, muss auch seine Menschen wachsen lassen – und genau hier beginnt echter Wandel. Doch dieser Wandel braucht Mut zur Vielfalt, zur Förderung von Haltung statt bloßer Zustimmung.

Gehalt/Benefits

Beim Gehalt zeigt sich ein ähnliches Muster: Der Einstieg ist fair, die erste Erhöhung folgt. Doch danach scheint eine Grenze erreicht. Weiterentwicklung? Unklar. Perspektiven? Nicht kommuniziert. Ein System, das motivieren soll, bleibt in der Praxis oft stehen.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Auch beim Thema Nachhaltigkeit zeigt sich ein blinder Fleck: Lichter bleiben unnötig an, Ressourcen werden verschwenderisch genutzt. KNAPP ist hier nicht schlechter als andere – aber auch nicht besser. Gerade das wäre eine Chance zur positiven Differenzierung, die bislang ungenutzt bleibt.

Kollegenzusammenhalt

Und doch gibt es Inseln der Stabilität. In meiner Abteilung lebt der Zusammenhalt – getragen von Einzelkämpfern, die Verantwortung übernehmen, motivieren und führen, obwohl sie keine Führungskräfte sind. Sie kompensieren strukturelle Defizite mit persönlichem Einsatz und schaffen ein Umfeld, das funktioniert. Aber dieses Potenzial bleibt isoliert. In anderen Bereichen fehlt es an solchen Persönlichkeiten, und der Druck zeigt Wirkung: Die Zusammenarbeit leidet, das Klima kippt.

Umgang mit älteren Kollegen

Ältere Kolleg:innen genießen grundsätzlich Respekt – als etablierte Anker im Unternehmen, als Träger von Wissen und Stabilität. Ihre langjährige Erfahrung ist wertvoll, ihre Rolle im Team oft unverzichtbar. Doch ihre Sichtweisen sind nicht immer zeitgemäß. Manche Ansätze wirken veraltet, manche Denkweisen zu starr für die Dynamik heutiger Herausforderungen.

Vorgesetztenverhalten

Ein Blick auf die Führungsebene verstärkt diesen Eindruck. Entscheidungen werden vermieden, Verantwortung weitergereicht. Qualitätskontrollen? Selten. Prozesse? Ungesteuert. Führungskräfte verbringen ihre Zeit in Meetings, deren Nutzen fraglich bleibt. Die eigentliche Führungsarbeit – das Unterstützen, Entwickeln, Lenken – findet kaum statt. Für viele Mitarbeitende wirkt es, als hätte die Führung keinen Einfluss auf den Alltag. Würde die Hälfte der Führungskräfte verschwinden, bliebe der Betrieb wohl unverändert – ein beunruhigendes Zeichen.

Arbeitsbedingungen

KNAPP versteht sich als Technologieunternehmen – innovativ, modern, zukunftsorientiert. Doch dieser Anspruch spiegelt sich nicht in den Arbeitsbedingungen wider. Die Büroausstattung ist funktional, erfüllt ihren Zweck – aber sie glänzt nicht. Was nach außen technologisch nach High-End klingt, endet im internen Alltag oft bei Mittelmaß.
Eine Modernisierung wäre nicht nur sinnvoll, sondern dringend notwendig. Sie würde nicht nur die Effizienz steigern, sondern auch ein klares Zeichen setzen: Dass man den Anspruch, technologisch führend zu sein, auch intern lebt – und nicht nur verkauft.

Kommunikation

Diese Dynamik spiegelt sich auch in der Kommunikation wider. Zwischen den Abteilungen herrscht Funkstille – Informationen werden nur spärlich geteilt, klare Richtlinien fehlen. Wer etwas wissen will, muss suchen, fragen, hoffen. Besonders das Produktmanagement meidet schriftliche Festlegungen – aus Angst vor Verbindlichkeit. Doch währenddessen werden bereits Konzepte umgesetzt, die nie dokumentiert wurden. Mitarbeitende kämpfen sich durch individuelle Lösungen, ohne zentrale Vorgaben. Der Versuch, einen konsistenten Kundenstandard zu etablieren, wird so zur Sisyphusarbeit.

Gleichberechtigung

Gleichberechtigung wird im Unternehmen unterschiedlich gelebt. In meiner Abteilung ist sie Teil der täglichen Zusammenarbeit – aktiv gefördert und weitgehend selbstverständlich. Doch dieses Bild ist nicht überall gleich. In anderen Bereichen bleibt Gleichstellung ein Thema mit Luft nach oben, oft abhängig von Führung, Teamkultur und Aufgabenfeld.
Die Rückmeldungen auf Plattformen wie Kununu zeichnen ein gemischtes Bild – und in einzelnen Fällen wird sogar von misogynen Tendenzen gesprochen. Das wirft Fragen auf, die nicht ignoriert werden dürfen. Denn wo Gleichberechtigung nicht nur ungleich verteilt, sondern aktiv untergraben wird, entsteht nicht nur ein kulturelles Problem – sondern ein strukturelles Risiko für Vertrauen, Zusammenarbeit und langfristige Bindung.

Interessante Aufgaben

Dabei gäbe es durchaus spannende Aufgaben. Die Themen sind vielseitig, herausfordernd, motivierend. Doch das strukturelle Umfeld dämpft dieses Potenzial – wie ein Motor, der nie ganz auf Touren kommt.

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Arbeitgeber-Kommentar

Fabian Eder, Recruiting & Employer Branding
Fabian EderRecruiting & Employer Branding

Liebe:r Kolleg:in,

vielen Dank für deine äußerst ausführliche Bewertung. Wir nehmen deine Verbesserungsvorschläge und Kritikpunkte sehr ernst und werden diese auf jeden Fall hinsichtlich Weiterentwicklung und Verbesserungen prüfen.

Freundliche Grüße,
Fabian Eder

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.