nicht empfehlenswert
Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv sehe ich, dass der Gründer nach wie vor ein gewichtiges Wort mitzureden hat, auch wenn er mittlerweile offenbar öfter überstimmt wird.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die allgemeine Stimmung ist angespannt. Viele bekommen den Wandel mit, und das wirkt sich spürbar auf das Arbeitsklima aus. Abgesehen von den Senior-expert ist die Stimmung eher schlecht. Dazu kommt die hohe Fluktuation, wodurch kaum noch langfristige oder freundschaftliche Beziehungen entstehen.
Verbesserungsvorschläge
Ich denke, man sollte den eingeschlagenen Weg noch einmal überdenken und wirklich in die Firma hineinhören. Ehrlicherweise muss man sagen, dass sich die Firma immer stärker in Richtung Konzern entwickelt – mit immer mehr Abteilungen und Strukturen. Auch wenn das intern ein „böses Wort“ ist, ist diese Entwicklung deutlich spürbar.
Arbeitsatmosphäre
„Großraumbüro“
Ich habe früher bereits in einem Großraumbüro gearbeitet. Damals war das in Ordnung, da es kaum Kundenkontakt gab. Bei einer Consultingfirma ist jedoch fast ständig jemand in einem Meeting oder Telefonat, was den Lärmpegel natürlich deutlich erhöht.
Zum anderen gibt es einen toxischen Mitarbeiter. Obwohl gefühlt jeder ein Problem mit ihm und seinem Verhalten hat, gibt es keinerlei Konsequenzen. Durch Einschmeicheln hat er sich hochgearbeitet und spielt jetzt den Chef. Man merkt sofort, wenn er da ist, dass die Atmosphäre sehr angespannt ist.
Die Frage ist wie viele noch Kündigen werden bis es Tatsächlich mal Konsequenzen hat.
Kommunikation
Leider ist es immer sehr stressig, und man hat kaum Zeit, gemeinsame Projekte in Ruhe zu besprechen. Die wichtigsten Informationen werden meist nur per E-Mail ausgetauscht. Oft fühlt man sich mit der Arbeit alleine gelassen.
Kollegenzusammenhalt
Abgesehen von den „Haien“, die rücksichtslos ihr eigenes Ding durchziehen, geht es eigentlich.
Work-Life-Balance
Schwieriges Thema. Eigentlich haben wir eine „freiwillige“ 4-Tage-Woche und Gleitzeit. In der Praxis lässt das Arbeitspensum das jedoch nur selten zu. Wenn man doch einmal früher geht, bekommt man typische Kommentare – bis hin zu einer mündlichen Abmahnung, dass Zeitausgleich außerhalb der Kernarbeitszeit zu beantragen sei.
Auch Gespräche darüber, dass die Arbeitslast zu hoch ist, führen meist nur dazu, dass man noch mehr Arbeit bekommt. Eine 50-Stunden-Woche lässt grüßen.
Das zweite Thema ist Homeoffice. Einer der Gründe, warum ich dort angefangen habe, war das Versprechen auf Homeoffice, um zumindest die Pendelzeit zu sparen. Anfangs hieß es noch: „Während der Einarbeitungszeit nicht.“ Später dann: „Während dieses Projekts geht es nicht.“ Gefühlt habe ich inzwischen jede Ausrede schon einmal gehört. So vergehen die Jahre, und man gewöhnt sich irgendwann daran.
Mittlerweile wurde von der Geschäftsführung sogar offiziell verkündet, dass Homeoffice nur im äußersten Notfall und am besten nur halbtags geduldet wird.
Vorgesetztenverhalten
Mein Direkt-Geschäftsführe hat wenig Zeit und weiß nicht, was und wie viel seine Angestellten leisten. Was bei Gehaltsverhandlungen meistens schwierig wird.
Interessante Aufgaben
Ja, man kann viel herumkommen oder auch nur im Büro seine Arbeit verrichten, wie es einem am besten passt.
Gleichberechtigung
Schwierig, wenn eine weibliche Dipl. Ing. weniger verdient als ein mänlicher Ing., obwohl sie mehr macht, finde ich die Gleichberechtigung fraglich.
Umgang mit älteren Kollegen
Ist gut
Arbeitsbedingungen
Meistens Stressig
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nach aussen hin ja intern schmeckt das Geld aber dann doch zu gut
Gehalt/Benefits
Es ist kein Geheimnis, dass die Gehälter unter dem regionalen Niveau liegen. Als Consultant ist man oft im Austausch mit anderen Firmen und wird regelmäßig abgeworben. Einer der Gründe, warum ich das eine oder andere Angebot dennoch abgelehnt habe, waren die Benefits, wie diverse Ausflüge und Veranstaltungen. Leider wird davon mittlerweile immer mehr gestrichen. Offiziell gibt es dafür zwar immer andere Gründe, die jedoch kaum jemand nachvollziehen kann. Gleichzeitig wird laut Geschäftsführung jedes Jahr mehr Umsatz gemacht – daher wirken diese Maßnahmen für viele einfach wie reine Einsparungen.
Vielleicht sollte man sich auch überlegen, ob fünf Geschäftsführer für eine doch vergleichsweise kleine Firma nicht etwas zu viel sind.
Image
Der Gründer hat eine schöne und sehr hochtrabende Philosophie als Mission definiert. Nur wenn sich niemand daran hält, wirkt diese jedoch sehr heuchlerisch.
Karriere/Weiterbildung
Jedes Jahr gibt es außerdem drei Weiterbildungstage, die immer an einem Freitag stattfinden und für alle verpflichtend sind – unabhängig davon, ob die Inhalte für die jeweilige Person überhaupt relevant sind oder nicht. Gerade in Kombination mit der angeblichen 4-Tage-Woche wirkt das ziemlich widersprüchlich.
Karriere kann man oft nur machen, wenn man sich gut mit der Geschäftsführung stellt und sich einschleimt. Die stillen Arbeitstiere, die die meiste Arbeit erledigen, bleiben dabei meist unerhört.
Außerdem muss man sagen, dass die Benefits eines Seniors oft deutlich höher sind, obwohl ein Expert im Grunde die gleiche Arbeit und Verantwortung hat.