Mit Licht und Schatten - Viel Luft nach oben bei Infrastruktur, Führung & Kommunikation.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Nette Kollegen und eine flexible Tagesgestaltung: Man kann sich die Abläufe teilweise selbst einteilen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Sehr viele Überstunden wurden nie ausbezahlt. Man hätte sie zwar über die AK einfordern können, aber es ist bezeichnend, dass jetzt vieles umgesetzt wird, was ich vor teilweise mehr als 5 Jahren vorgeschlagen habe. Damals stieß ich damit auf taube Ohren. Dass nun genau diese Vorschläge umgesetzt werden, seit ich weg bin, finde ich ehrlich gesagt sehr amüsant. Schade nur, dass man dafür erst gehen musste.
Die Hardware ist teilweise stark veraltet.
Weiterbildung gab es überhaupt keine. Das fällt im Vergleich besonders auf: Mein neuer Arbeitgeber ist von der Mitarbeiterzahl her gleich groß, macht aber deutlich weniger Umsatz. Dort werden Weiterbildungen vollständig bezahlt und jeder Mitarbeiter wird aktiv gefördert.
Verbesserungsvorschläge
Mitarbeiterführung, interne Kommunikation und interne Abläufe sollten dringend verbessert werden. Dazu gehören ein strukturiertes Onboarding und Offboarding. Wichtig wäre außerdem, dass auf Probleme und Wünsche der Mitarbeiter wirklich eingegangen wird und Kritik als Chance gesehen wird, statt sich die Situation intern schönzureden bzw. den Kopf in den Sand zu stecken.
Eine anonyme interne Mitarbeiterumfrage wäre ein guter Anfang. Ich vermute, dass die Ergebnisse für die Führung ein Weckruf wären.
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre ist okay, aber die Stimmung wirkt gedrückt: Morgens sieht man kaum ein lächelndes Gesicht.
Kommunikation
Die Qualität der Kommunikation hängt stark vom jeweiligen Vorgesetzten ab. Manche informieren zwei Wochen im Voraus, andere wissen seit Monaten von Terminen und sagen erst ein bis zwei Tage vorher Bescheid. Im schlimmsten Fall gibt es zwei Stunden vorher die Ansage: “Die kommen gleich, bitte jetzt vorbereiten!”
Ein einheitlicher Standard bei der Informationsweitergabe fehlt. Mündliche Absprachen waren oft nicht verlässlich. Man lernt hier schnell, alles schriftlich festzuhalten, um sich im Zweifelsfall absichern zu können.
Kollegenzusammenhalt
Sehr liebe Kollegen, ich vermisse sie wirklich. Besonders die Zusammenarbeit mit den Haustechnikern war phänomenal.
Work-Life-Balance
Mir wurde mehrfach nicht zugestanden, im Urlaub oder Krankenstand wirklich abzuschalten: Ich wurde trotzdem in die Firma geholt. Eine Rufbereitschaft wurde dafür nicht vergütet. Hier fehlen klare Regeln zur Erreichbarkeit.
Vorgesetztenverhalten
Fachliche Einwände werden ignoriert oder weggewischt. Wenn etwas nicht wie gewünscht realisierbar ist, wird das auch nach mehrfacher Erklärung nicht akzeptiert, und die Reaktion darauf ist uneinsichtig und trotzig. Ein sachliches Gespräch auf Augenhöhe ist dann kaum möglich.
Interessante Aufgaben
Mix aus Hotel und Mesonic ist eine nette Abwechslung.
Gleichberechtigung
Männer und Frauen wurden meines Erachtens gleich behandelt.
Umgang mit älteren Kollegen
Als einer der älteren Kollegen in Pension ging und es eine kleine Abschiedsfeier gab, wurde er nicht einmal persönlich verabschiedet. Die Führung ist gar nicht erst zur Feier erschienen. Das ist traurig und zeigt wenig Wertschätzung.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind in Ordnung, wenn man sich abgrenzt. Es gab außerhalb der Arbeitszeit immer wieder Erwartungen, erreichbar zu sein. Wer am Freitagnachmittag das Handy abdreht und es erst am Montag wieder einschaltet, hat aber ein echtes Wochenende zum Abschalten.
Gehalt/Benefits
Wenn man Gehälter in Shekel auszahlen könnte, würde man dies tun.
Die Bezahlung ist im Branchenvergleich nicht konkurrenzfähig, vor allem angesichts der Überstunden, die zusätzlich nicht ausbezahlt werden. Der Wechsel hat das deutlich gezeigt: Bei meinem neuen Arbeitgeber verdiene ich bei weniger Arbeit so viel wie dort die Führungsebene.
Image
Das Image nach außen ist gut. Intern passt das Bild nicht immer ganz dazu.
Karriere/Weiterbildung
Weder Weiterbildung noch Aufstiegsmöglichkeiten wurden angeboten. Hier fehlt es an klaren Entwicklungsperspektiven für Mitarbeiter.