Spannende Aufgaben und starker Kollegenzusammenhalt – deutlicher Verbesserungsbedarf bei Führung und Kommunikation
Gut am Arbeitgeber finde ich
Besonders positiv fand ich die fachlich interessanten und abwechslungsreichen Aufgaben sowie die Möglichkeit, eigenverantwortlich an anspruchsvollen Kundenprojekten zu arbeiten.
Eine große Stärke war außerdem der sehr gute Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen. Der fachliche Austausch, die gegenseitige Unterstützung und das persönliche Miteinander haben den Arbeitsalltag wesentlich angenehmer gemacht.
Auch die flexiblen Arbeitszeiten, die Möglichkeit zum Homeoffice, die insgesamt gute Vergütung und Zusatzleistungen wie Firmenwagen, Diensthandy zur Privatnutzung und Gesundheitschecks waren positiv.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Negativ empfand ich vor allem die fehlende strategische Klarheit, häufige organisatorische Veränderungen ohne erkennbare nachhaltige Verbesserung und eine insgesamt wenig transparente Kommunikation.
Der Fokus lag aus meiner Sicht sehr stark auf Auslastung, gebuchten Stunden und Umsatz. Gleichzeitig wurde von Consultants erwartet, neben der Projektarbeit auch selbst neue Aufträge zu generieren, Angebote zu unterstützen, interne Themen voranzutreiben, neue Mitarbeitende einzuarbeiten und sich weiterzubilden. Für diese zusätzlichen Aufgaben fehlten jedoch realistische Zeitbudgets und klare Prioritäten.
Auch bei Führung, Wertschätzung, fairer Vergütung und Entwicklungsmöglichkeiten habe ich deutlichen Verbesserungsbedarf wahrgenommen. Besonders kritisch sehe ich die geringe Vielfalt in Führungspositionen sowie die Diskrepanz zwischen nach außen kommunizierten Werten und deren tatsächlicher Umsetzung im Arbeitsalltag.
Verbesserungsvorschläge
Klare strategische Ziele definieren und diese nachvollziehbar, frühzeitig und einheitlich kommunizieren. Organisatorische Veränderungen sollten nicht nur Zuständigkeiten verschieben, sondern zu erkennbaren Verbesserungen im Arbeitsalltag führen.
Führungskräfte sollten stärker Verantwortung für Vertrieb, Priorisierung und Zielerreichung übernehmen. Consultants können den Vertrieb fachlich unterstützen, sollten aber nicht gleichzeitig nahezu vollständig ausgelastet sein und zusätzlich selbst für ihre Projektpipeline sorgen müssen.
Interne Aufgaben wie Angebotsarbeit, Weiterbildung, Einarbeitung neuer Mitarbeitender und fachliche Weiterentwicklung sollten mit realistischen Zeitbudgets berücksichtigt werden. Auslastung und gebuchte Stunden dürfen nicht das alleinige Steuerungsinstrument sein.
Mehr Transparenz wäre insbesondere bei Zielsystemen, variabler Vergütung, Gehaltsstrukturen und Entwicklungsmöglichkeiten notwendig. Leistung sollte fair, nachvollziehbar und unabhängig von Geschlecht oder persönlicher Nähe bewertet werden.
Darüber hinaus sollte Vielfalt auch auf Führungs- und Entscheidungsebene aktiv gefördert werden. Werte wie Inklusion, soziale Verantwortung und Digitaler Humanismus sollten nicht nur nach außen kommuniziert, sondern im Umgang mit Mitarbeitenden erkennbar gelebt werden.
Der starke Kollegenzusammenhalt und die fachlich interessanten Aufgaben bieten dafür eine sehr gute Basis.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war zunehmend von Unruhe, häufigen organisatorischen Veränderungen und einer aus meiner Sicht wenig klaren strategischen Ausrichtung geprägt. Verantwortlichkeiten und Strukturen wurden mehrfach verändert, ohne dass sich dadurch im Arbeitsalltag spürbare Verbesserungen ergeben hätten.
Von Consultants wurde stark erwartet, neben der fachlichen Arbeit auch selbst für ihre Auslastung und neue Projekte zu sorgen. Gleichzeitig fehlten aus meiner Sicht ausreichende Unterstützung und eine klare Vertriebsstrategie. Das wirkte sich auch auf die Zielerreichung und die variable Vergütung aus, da Prämien aufgrund nicht erreichter Abteilungsziele teilweise nicht vollständig ausbezahlt wurden.
Insgesamt habe ich Wertschätzung, verlässliche Kommunikation und eine nachvollziehbare langfristige Ausrichtung vermisst.
Kommunikation
Die Kommunikation war aus meiner Sicht einer der größten Schwachpunkte. Strategische Entscheidungen, organisatorische Veränderungen und neue Zielbilder wurden häufig nicht nachvollziehbar erklärt oder erst sehr spät kommuniziert. Teilweise entstand der Eindruck, dass selbst auf Führungsebene keine klare Linie vorhanden war.
Informationen wurden nicht immer transparent oder einheitlich weitergegeben, wodurch Unsicherheit, Gerüchte und unnötige Unruhe entstanden. Auch bei Themen, die Mitarbeitende unmittelbar betrafen – etwa Zielerreichung, Prämien oder strukturelle Veränderungen – hätte ich mir eine frühzeitigere, offenere und verlässlichere Kommunikation gewünscht.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen war für mich eine der großen Stärken des Unternehmens. Die Zusammenarbeit war geprägt von gegenseitiger Unterstützung, fachlichem Austausch und einem sehr guten persönlichen Miteinander.
Auch in herausfordernden Phasen konnte man sich aufeinander verlassen. Viele Kolleginnen und Kollegen waren hilfsbereit, engagiert und bereit, Wissen zu teilen. Gerade dieser starke Zusammenhalt hat den Arbeitsalltag wesentlich angenehmer gemacht.
Work-Life-Balance
Flexible Arbeitszeiten waren grundsätzlich möglich und haben die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben unterstützt.
Gleichzeitig wurde von Consultants eine sehr hohe Auslastung erwartet – faktisch möglichst 100 Prozent in Kundenprojekten. Zusätzlich sollten Angebote erstellt, organisatorische Aufgaben übernommen, interne Weiterentwicklungen vorangetrieben, neue Mitarbeitende eingeschult und Weiterbildungen absolviert werden. Diese zusätzlichen Leistungen waren zeitlich nur schwer mit der geforderten Projektauslastung vereinbar.
Auf Führungsebene lag der wahrnehmbare Fokus stark auf gebuchten Stunden und Auslastungsquoten. Für die zusätzlichen internen Aufgaben, die über das eigentliche Projektgeschäft hinausgingen, fehlten aus meiner Sicht realistische Zeitbudgets und eine ausgewogene Priorisierung.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten habe ich als einen der größten Schwachpunkte erlebt. Es fehlte aus meiner Sicht an einer klaren strategischen Ausrichtung, nachvollziehbaren Prioritäten und aktiver Unterstützung der Mitarbeitenden.
Der Fokus lag stark auf Auslastung, gebuchten Stunden und kurzfristigen Kennzahlen. Gleichzeitig wurde von Consultants erwartet, eigenständig neue Projekte zu generieren, Angebote zu unterstützen, interne Themen voranzutreiben und neue Mitarbeitende einzuarbeiten. Die dafür notwendige Führung, Vertriebsunterstützung und Priorisierung war aus meiner Sicht nicht ausreichend vorhanden.
Organisatorische Änderungen wurden häufig angestoßen, ohne dass daraus eine erkennbare Verbesserung oder nachhaltige Richtung entstand. Auch Wertschätzung, verlässliche Kommunikation und die Übernahme von Verantwortung bei nicht erreichten Abteilungszielen habe ich vermisst.
Insgesamt entstand bei mir der Eindruck, dass Anforderungen stark an die Mitarbeitenden weitergegeben wurden, während Orientierung, Unterstützung und eine klare Führungslinie fehlten.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren fachlich anspruchsvoll, abwechslungsreich und inhaltlich sehr interessant. Besonders positiv war die Möglichkeit, an komplexen regulatorischen und fachlichen Fragestellungen zu arbeiten und dabei unterschiedliche Kunden, Projekte und Themen kennenzulernen.
Wer gerne eigenverantwortlich arbeitet, sich fachlich tief einarbeitet und laufend neue Herausforderungen sucht, findet hier ein sehr spannendes Arbeitsumfeld. Die Aufgaben selbst waren für mich einer der stärksten Aspekte des Unternehmens.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung war aus meiner Sicht auf Führungsebene kaum sichtbar. Die Geschäftsführung war ausschließlich männlich besetzt, und auch zentrale Führungs- und Bereichsleitungsfunktionen waren nahezu vollständig von Männern besetzt.
Weibliche Führungskräfte waren nur sehr vereinzelt vertreten. Dadurch entstand für mich nicht der Eindruck, dass Vielfalt und ausgewogene Repräsentanz bei der Besetzung von Schlüsselpositionen einen hohen Stellenwert hatten.
Auf Mitarbeiterebene habe ich die Zusammenarbeit grundsätzlich als respektvoll erlebt. Bei den tatsächlichen Aufstiegs- und Gestaltungsmöglichkeiten zeigte sich jedoch ein deutlich unausgewogenes Bild.
Arbeitsbedingungen
Homeoffice war grundsätzlich möglich und stellte einen positiven Aspekt der Arbeitsbedingungen dar. Die Arbeit in den Großraumbüros empfand ich hingegen aufgrund der Lautstärke und der fehlenden Rückzugsmöglichkeiten häufig als wenig konzentriertes Arbeitsumfeld.
Zusätzlich bestand ein hoher Umsatz- und Auslastungsdruck. Von Consultants wurde erwartet, neben ihrer fachlichen Projektarbeit auch selbst aktiv neue Aufträge zu generieren und sich intern wie extern zu „verkaufen“. Dies war insbesondere deshalb schwer nachvollziehbar, weil gleichzeitig zentrale Vertriebsfunktionen vorhanden waren.
Insgesamt waren die Arbeitsbedingungen für mich stark von Kennzahlen, Umsatzanforderungen und Eigenvermarktung geprägt. Die Möglichkeit zum Homeoffice konnte diese Belastungen nur teilweise ausgleichen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Ansätze wie Mülltrennung waren grundsätzlich vorhanden, wurden aus meiner Wahrnehmung im Arbeitsalltag jedoch nur wenig aktiv gefördert oder sichtbar gelebt.
Auch Themen wie „Digitaler Humanismus“ wurden über längere Zeit prominent nach außen kommuniziert. Im tatsächlichen Unternehmensalltag habe ich die damit verbundenen Werte jedoch nur eingeschränkt wiedergefunden. Insbesondere bei Inklusion, unterschiedlichen persönlichen Bedürfnissen und nachhaltiger sozialer Verantwortung besteht aus meiner Sicht deutliches Verbesserungspotenzial.
Mein Eindruck war, dass Mitarbeitende vor allem dann Anerkennung erhielten, wenn sie dauerhaft leistungsfähig, verfügbar und wirtschaftlich erfolgreich waren. Für individuelle Belastungssituationen, unterschiedliche Arbeitsweisen oder besonderen Unterstützungsbedarf habe ich wenig Raum wahrgenommen.
Gehalt/Benefits
Die Vergütung war insgesamt gut und wurde durch attraktive Zusatzleistungen ergänzt. Dazu zählten unter anderem die Möglichkeit eines Firmenwagens, ein Diensthandy zur privaten Nutzung sowie angebotene Gesundheitschecks.
Kritisch sehe ich jedoch Unterschiede in der Bezahlung von Frauen und Männern in vergleichbaren Positionen. Aus meiner Sicht fehlte hier ausreichende Transparenz und Nachvollziehbarkeit.
Insgesamt waren Gehalt und Benefits überdurchschnittlich, bei der fairen und einheitlichen Vergütung vergleichbarer Rollen besteht jedoch Verbesserungsbedarf.
Image
Die Bekanntheit und Marktpräsenz des Unternehmens war aus meiner Wahrnehmung in Österreich eher gering. Bei vielen potenziellen Kunden musste das Unternehmen beziehungsweise das Leistungsangebot zunächst ausführlich erklärt werden.
Die fachliche Kompetenz einzelner Mitarbeitender wurde von bestehenden Kunden durchaus geschätzt. Eine starke, eigenständige Marke oder eine breite Wahrnehmung am österreichischen Markt konnte ich jedoch nur eingeschränkt erkennen.


