Schwerlich zu empfehlen...
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die flexiblen Arbeitszeiten.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Wie alle 2008 alle 14 Tage immer ein paar Mitarbeiter per Hauspost entlassen wurden war schon schlimm mit anzusehen. Aber 2024 hat dann echt dem Fass den Boden ausgeschlagen. An einem Tag in's Intranet zu schreiben, dass man sich die Personalkosten nicht leisten kann und gleichzeitig 3 neue Abteilungsleiter (zusätzlich, als Zwischenhirarchieebene!) zu benennen ist schon frech. Jede Menge Leute überall (pro Monat knapp 30, man will ja nicht beim AMS oder öffentlich aufschlagen) rauszuwerfen, egal ob in einer Abteilung Über- oder Unterauslastung herrscht, und dann jammern, dass die Mitarbeiter effizienter werden müssen, war auch eine starke Nummer. Sehr schön auch mitanzusehen, wie der eine HomeOffice Tag für fast die gesamte Belegschaft und selbst das eine Stück Obst pro Woche gestrichen wurde, weil man sich sonst den millionenschweren Neubau des USA-Standortes nicht leisten kann. Das absolute Gustostückerl waren dann die einvernehmlichen Kündigungen mit Wiedereinstellungszusage (ohne weitere Angaben über Tätigkeit, Gehalt, etc.!) oder tlw. auch Reduktion um 20% über die gesamte Belegschaft Ende 2024 für 2 Monate. Spätestens da ist dann das absolute Chaos ausgebrochen, weil wirklich niemand mehr wusste, wie er die Arbeit erledigen sollte. Ich bin schlussendlich froh, dass ich rausgeworfen worden bin, auch wenn es nach über 20 Jahren hart zu verkraften war und man doch etwas mehr als einen sprichwörtlichen A-Tritt erwarten durfte.
Verbesserungsvorschläge
Ja wo fängt man hier an? Die Mitarbeiter nicht immer nur als Kostenfaktoren und somit einen Klotz am Bein zu sehen, wäre schon mal ganz gut. Ich war immer fasziniert von der Mentalität der Mitarbeiter alles hinzubiegen und zu probieren, wenn mal wieder etwas mit viel zu engem Terminplan angesetzt wurde, z. Bsp. Nichts wird auch nur in irgendeiner Form honoriert, man wird nur ausgebeutet und dann weggeworfen, wenn man zu teuer geworden ist.
Arbeitsatmosphäre
Hier bin ich eindeutig zwiegespalten. Einerseits herrschte ein großteils gutes Klima unter den Mitarbeitern, andererseits ist von der Führung sehr starkes Misstrauen den Mitarbeitern gegenüber zu bemerken. Im Zuge des Auftragsrückganges 2024 dann ein zunehmend katastrophal schlechtes Betriebsklima.
Image
Nach Außen war früher das Image der Firma schon recht gut, das hat sich aber auch in 2024 ordentlich gewandelt.
Work-Life-Balance
Ein Hauptgrund, warum ich so lange geblieben bin, waren die flexiblen Arbeitszeiten, die sich bei mir gut mit der Familie vereinbaren ließen. Urlaub konnte man ebenfalls normalerweise selber einteilen, wenn man seine Arbeit entsprechend nicht vernachlässigte. Leider wurde tlw. sehr viel von den 25 Urlaubstagen seitens der Firma verplant - zur Spitze mal 18 Tage in 12 Monaten - dann aber auf 10 Tage Betriebsurlaub pro Jahr beschränkt.
Karriere/Weiterbildung
Höhere Positionen bekommt man nur, wenn man den darüberliegenden Personen entsprechend zu Gesicht steht, die Qualifikationen spielen kaum eine Rolle. Weiterbildung ist allerdings sehr gerne gesehen, aber auf eigene Kosten, in der Freizeit und ohne Lohnerhöhung im Anschluss daran, selbst wenn man mehr Aufgaben übernimmt. In meinen gut 20 Jahren bei STIWA wäre mir kein Fall bekannt, der eine Weiterbildung bekommen hätte (ausgenommen Einschulungen zu Beginn oder Lehrlingsausbildung).
Gehalt/Benefits
Auch zwiespältig zu beurteilen. Früher konnte man noch sehr gut bei STIWA verdienen, das hat sich sehr geändert. Ich selbst habe lange Zeit nicht gut verdient, vor allem in Anbetracht der Verantwortung, erst zum Schluss ganz gut - aber immer mit enormer Arbeitsbelastung. Schwer zu sagen, ob das für neue Mitarbeiter überhaupt noch möglich ist. Allerdings wurde auch in meiner Zeit mehrmals getrickst. Etwa eine höhere Verwendungsstufe im Vertrag reingeschrieben, ich bekam aber das niedrigere Gehalt. Oder bei einer Gehaltserhöhung dann plötzlich mehr Verwendungsjahre bekommen, sodass die Biennalsprünge im KV in den darauffolgenden Jahren die Erhöhung wieder "aufggefressen" haben. Benefits gibt es kaum, lediglich ein kleines Fahrtgeld in Abhängigkeit der Entfernung und bei besonderen Ereignissen (Heirat/Geburt/Brillenzuschuss) ein paar Euro vom Betriebsrat. Die Kantine ist zwar vorhanden, aber zu vergleichsweise hohen Kosten. Ein Semmerl mit etwas billigem Käse z. Bsp. kostet €1,50 - Stand 2023
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Hier kann man eigentlich kaum Positives finden. Mit den neuen Büros wurden auf batteriebetriebene Handtuch- und Seifenspender umgestellt. Nach 2 Jahren waren die Handtuchspender wieder Geschichte, aber nur vermutlich aufgrund der hohen Kosten. Die PV-Anlagen wurden auch erst mit dem Explodieren der Energiepreise angeschafft. Vorschläge der Mitarbeiter zum Energiesparen (etwa werden Elektroboiler in WCs auch zu Nachtzeiten und an Wochenenden beheizt, oder Toilettenspülungen laufen selbsttätig seit Bau der neuen Halle), werden getrost ignoriert. Sozialbewusstsein ist keines vorhanden. Im Zuge der Kündigungen 2024/25 wurde kein Unterschied gemacht, ob es sich um Singles handelt, frisch verschuldete Häuslbauer oder Alleinverdiener von mehrköpfigen Familien. Der Betriebsrat scheint hier auch alles einfach ohne Widerstand abzusegnen.
Kollegenzusammenhalt
Großteils recht gut, ist natürlich auch immer etwas von der Abteilung abhängig und der gerade herrschenden Grundstimmung. Im Zuge der Finanzkrise 2008 und vielen, schrittweisen Entlassungen damals kam es aber auch tlw. zu Sabotage um schlechtes Licht auf Kollegen zu werfen.
Umgang mit älteren Kollegen
Hat sich im Laufe meiner Zeit bei STIWA schon deutlich verbessert. Wurden 2008 noch viele kurz vor ihrem 25jährigen Jubiläum rausgeworfen (vor dem Sprung in der Abfertigung alt), so waren die Kündigungen 2024/25 quer durch die Bank.
Vorgesetztenverhalten
Leider großteils nicht gut zu bewerten. Vorgesetze werden aus der Belegschaft nach Anteil an Vitamin B ausgewählt und nicht nach Führungskompetenz. Man muss auch Glück haben, dass einen der direkte Vorgesetzte mag.
Arbeitsbedingungen
Waren die Arbeitsbedingungen tlw. früher noch katastrophal (keine Heizung in unisolierten, alten Gebäuden) so hat sich das in den letzten Jahren mit dem Bau einiger Hallen mit neuen Büros deutlich gebessert. Wenn auch die Inneneinrichtung in 2 verschiedenen Grautönen für meine Begriffe äußerst traurig ist oder so seltsame Vorschriften gelten wie keine Pflanzen oder Ventilatoren. Sogar höhenverstellbare Tische wurden angeschafft. Leider erneut Großraumbüros und die Belüftung, Jalousiesteuerung und Heizungssteuerung, gelinde formuliert, verbesserungswürdig.
Kommunikation
Quasi nicht vorhanden. Informationen über die Firma erfuhr man immer zuerst aus anderen Firmen im Bezirk. Z. Bsp. durfte man gegen Ende 2024 die bevorstehenden Gehaltskürzungen und Aussetzungen der gesamten Belegschaft aus der Kronen Zeitung entnehmen.
Gleichberechtigung
Aus meiner Sicht schwer zu beurteilen, mir kam aber nichts Schlechtes diesbezüglich zu Ohren
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben an sich sind schon als vielfältig und interessant zu bewerten. Allerdings hat man kaum Einfluss auf die zugeteilten Aufgaben bzw. auch die Arbeitslast. Bereits seit Jahren werden oft Stellen nicht nachbesetzt und die Aufgaben auf vorhandene Mitarbeiter, leider oft ungleich, aufgeteilt.