Die Mitarbeiter sind die größte Stärke des Unternehmens – die Führung leider nicht.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Der Kollegenzusammenhalt, die teilweise interessanten Projekte, die grundsätzlich guten Arbeitsmittel sowie die hohe fachliche Kompetenz vieler Mitarbeiter.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Fehlende Kritikfähigkeit auf Führungsebene, mangelnde Wertschätzung, geringe Transparenz bei Entscheidungen, praktisch keine Weiterbildungsmöglichkeiten sowie eine Unternehmenskultur, die nach meiner Erfahrung häufig nicht den kommunizierten Werten entspricht.
Besonders kritisch sehe ich den Umgang mit Mitarbeitern in Konfliktsituationen. Wer eine andere Sichtweise vertritt oder Entscheidungen hinterfragt, hat schnell das Gefühl, dass dies unerwünscht ist. Die Kündigung per E-Mail kurz vor Weihnachten nach zehn Jahren Betriebszugehörigkeit hat meinen Eindruck einer fehlenden Wertschätzung letztlich bestätigt.
Verbesserungsvorschläge
Die Führungsebene sollte Kritik und Feedback als Chance zur Verbesserung verstehen und nicht als Angriff auf die eigene Person. Entscheidungen müssen nachvollziehbar und konsistent sein. Zwischen den kommunizierten Werten und den tatsächlichen Entscheidungen besteht aus meiner Sicht eine deutliche Diskrepanz.
Weiterbildung sollte als Investition in die Zukunft betrachtet werden und nicht als verlorene oder nicht verrechenbare Arbeitszeit. Ebenso sollten Firmenwagenregelungen langfristig planbar sein und nicht laufend zulasten der Mitarbeiter angepasst werden.
Ein respektvoller Umgang in schwierigen Situationen sowie mehr Selbstreflexion auf Führungsebene würden dem Unternehmen deutlich mehr helfen als weitere Leitbilder, Präsentationen oder Schlagworte.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war insbesondere am Standort Bergheim sehr gut und wurde hauptsächlich durch die Kollegen getragen. Leider hatte ich zunehmend den Eindruck, dass die Motivation und Identifikation der Mitarbeiter trotz hoher Einsatzbereitschaft nicht ausreichend wertgeschätzt wurden. Viele Probleme wurden intern durch engagierte Mitarbeiter aufgefangen, anstatt strukturell gelöst zu werden.
Der positive Eindruck der Arbeitsatmosphäre war daher vor allem den Kollegen und nicht den Unternehmensstrukturen zu verdanken.
Image
Das nach außen vermittelte Bild eines familiären und transparenten Unternehmens konnte ich in meiner langjährigen Tätigkeit immer weniger nachvollziehen. Zwischen Außendarstellung und tatsächlichen Erfahrungen bestand aus meiner Sicht eine deutliche Diskrepanz.
Work-Life-Balance
Grundsätzlich waren Homeoffice (1Tag/Woche) und flexible Arbeitsgestaltung möglich. Gleichzeitig wurde bei schwacher Auslastung erwartet, Urlaub zu konsumieren, wodurch unternehmerisches Risiko auf Mitarbeiter verlagert wurde. Die Work-Life-Balance war daher stark von der jeweiligen Projektsituation abhängig.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildung spielte im Unternehmen nach meiner Wahrnehmung praktisch keine Rolle. In über zehn Jahren Betriebszugehörigkeit gab es kaum strukturierte Schulungen oder gezielte fachliche Weiterentwicklung.
Es entstand häufig der Eindruck, dass jede nicht direkt beim Kunden verrechenbare Stunde kritisch betrachtet wurde. Entsprechend gering war die Bereitschaft, Zeit und Ressourcen für Weiterbildungsmaßnahmen bereitzustellen.
Die Bewertung mit einem Stern erfolgt lediglich deshalb, weil keine niedrigere Bewertung möglich ist.
Gehalt/Benefits
Gehalt und Sozialleistungen waren grundsätzlich in Ordnung. Negativ empfand ich jedoch, dass insbesondere bei den Firmenwagenregelungen wiederholt Anpassungen zulasten der Mitarbeiter vorgenommen wurden. Dadurch entstand der Eindruck, dass bestehende Rahmenbedingungen jederzeit neu ausgelegt oder verändert werden können.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nach außen wurde viel Wert auf soziale Werte, familiäre Unternehmenskultur und Mitarbeiterorientierung gelegt. Mein Eindruck war jedoch, dass Anspruch und Realität teilweise deutlich auseinanderlagen. Gerade in schwierigen Situationen zeigte sich aus meiner Sicht, wie groß diese Diskrepanz tatsächlich war.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt war die größte Stärke des Unternehmens. Die Mitarbeiter unterstützten sich gegenseitig und kompensierten dadurch viele organisatorische und kommunikative Schwächen. Ohne die Kollegen wäre meine Gesamtbewertung deutlich schlechter ausgefallen.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang war grundsätzlich respektvoll. Besondere Maßnahmen zur Nutzung von Erfahrung, Wissenstransfer oder langfristigen Mitarbeiterbindung älterer Kollegen konnte ich jedoch nicht erkennen.
Vorgesetztenverhalten
Der mit Abstand größte Schwachpunkt des Unternehmens ist aus meiner Sicht das Führungsverhalten. Kritik wurde häufig als persönlicher Angriff verstanden. In Konfliktsituationen fehlten mir Sachlichkeit, Selbstreflexion und die Bereitschaft, andere Sichtweisen ernsthaft zu prüfen.
Besonders kritisch sehe ich den Umgang mit Mitarbeitern in schwierigen Situationen. Statt zunächst den Dialog zu suchen, entstand für mich häufig der Eindruck, dass Annahmen und vorgefertigte Meinungen bereits feststanden. Dadurch wurden Konflikte unnötig verschärft, anstatt gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
Gleichzeitig wurde regelmäßig von Transparenz, offener Kommunikation und einer familiären Unternehmenskultur gesprochen. Mein Eindruck war jedoch oft ein anderer. Entscheidungen waren nicht immer nachvollziehbar, Informationen wurden teilweise selektiv weitergegeben und Mitarbeiter nur eingeschränkt eingebunden.
Nach vielen Jahren im Unternehmen hätte ich mir mehr Professionalität, mehr Selbstreflexion und einen respektvolleren Umgang auf Führungsebene gewünscht.
Der vergebene Stern ist lediglich darauf zurückzuführen, dass keine niedrigere Bewertung möglich ist.
Arbeitsbedingungen
Arbeitsmittel, Firmenfahrzeug und Homeoffice-Möglichkeiten waren grundsätzlich gut. Negativ empfand ich jedoch, dass insbesondere die Firmenwagenregelungen über die Jahre mehrfach angepasst wurden und diese Änderungen überwiegend zulasten der Mitarbeiter ausfielen. Dadurch entstand der Eindruck, dass langfristige Planbarkeit für Mitarbeiter nur eine untergeordnete Rolle spielt.
Kommunikation
Kommunikation fand überwiegend in eine Richtung statt. Feedback wurde zwar eingeholt, hatte jedoch selten erkennbare Auswirkungen auf Entscheidungen.
Besonders in Konfliktsituationen entstand bei mir der Eindruck, dass nicht die Inhalte einer Rückmeldung im Mittelpunkt standen, sondern die Erwartung, Entscheidungen und Vorgaben ohne Diskussion zu akzeptieren. Kritische Themen wurden häufig nicht auf Sachebene behandelt, sondern als persönliche Kritik verstanden.
Gleichberechtigung
Ich habe keine offensichtliche Ungleichbehandlung wahrgenommen. Das Thema spielte im Unternehmen allerdings keine besondere Rolle und wurde aus meiner Sicht weder aktiv gefördert noch sichtbar gelebt.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren teilweise technisch anspruchsvoll und interessant. Die tatsächliche Qualität der Tätigkeit hing jedoch stark vom jeweiligen Kundenprojekt ab. Fachliche Entwicklungsmöglichkeiten wurden dadurch nur bedingt unterstützt.

