Modernes Image, klassische Probleme
Gut am Arbeitgeber finde ich
Früher gab es einige Aspekte, die positiv hervorgestochen sind – wie das Arbeitsklima oder die Vision des Unternehmens. Mittlerweile ist davon leider nicht mehr viel übrig geblieben. Aktuell fällt es schwer, etwas wirklich Positives zu nennen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Wenig bis keine Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitenden. Entscheidungen wirken zunehmend unfair und intransparent. Man fühlt sich oft nicht als Mensch, sondern nur noch als austauschbare Nummer. Die Entwicklung geht leider in eine sehr negative Richtung – wer nicht einverstanden ist, bekommt indirekt das Gefühl vermittelt: „Wenn’s dir nicht passt, dann geh.“
Verbesserungsvorschläge
Weniger Freundeswirtschaft, dafür mehr Fokus auf Qualifikation, Leistung und Gerechtigkeit wäre wünschenswert. Mitarbeiter*innen sollten ernst genommen und wirklich wertgeschätzt werden – nicht nur durch leere Worte, sondern durch faire Entscheidungen, echte Entwicklungsmöglichkeiten und eine angemessene Bezahlung. Mehr Transparenz bei internen Abläufen und Entscheidungen würde das Vertrauen stärken und der Unternehmenskultur gut tun. Statt weiterhin übermäßig in Marketing zu investieren, wäre es sinnvoller, mehr ins Produkt zu stecken – sonst bleiben die Probleme dauerhaft dieselben.
Arbeitsatmosphäre
Das Office ist modern eingerichtet und wirkt auf den ersten Blick sehr einladend. Gratis Obst, Snacks und Getränke sorgen für eine angenehme Grundversorgung. Es gibt regelmäßig Team-Events, die das Miteinander fördern sollen. Allerdings hängt die tatsächliche Atmosphäre stark vom Team und der jeweiligen Führungskraft ab – nicht überall wird auf Augenhöhe kommuniziert. Teilweise entsteht ein gewisser Leistungsdruck, der nicht immer offen angesprochen wird.
Image
Früher hatte das Unternehmen einen großartigen Ruf – intern wie extern. Die Stimmung war positiv, und viele haben gerne und mit echter Überzeugung für die Firma gearbeitet. Heute wirkt davon leider nicht mehr viel. Mitarbeitende fühlen sich oft nicht wertgeschätzt, Entscheidungen werden intransparent getroffen und Kündigungen passieren ohne nachvollziehbare Begründung. Im Nachhinein heißt es dann lediglich, die betroffenen Personen wüssten schon warum – was in vielen Fällen schlicht nicht zutrifft.
Work-Life-Balance
Die 4-Tage-Woche ist grundsätzlich ein tolles Konzept und hat definitiv das Potenzial, die Work-Life-Balance zu verbessern. Die tägliche Arbeitsdauer von 8:45 Stunden ist für viele machbar, wirkt auf Dauer aber dennoch ermüdend und kann belastend sein. Intern wurde kommuniziert, dass dieses Modell einer „Vollzeitstelle“ entspricht – was rechtlich nicht korrekt ist, da laut österreichischem Arbeitsrecht Vollzeit bei 38,5 Stunden beginnt. Diese unklare Kommunikation führt nicht nur zu Verwirrung, sondern kann auch negative Auswirkungen auf Themen wie Mutterschutz oder Karenzregelungen haben.
Karriere/Weiterbildung
Karrierechancen sind kaum vorhanden, und gezielte Weiterentwicklung findet so gut wie nicht statt. Es gibt keine strukturierte Förderung oder Weiterbildungsmöglichkeiten – weder intern noch extern. Wer hier länger bleibt, darf nicht erwarten, fachlich oder persönlich wirklich zu wachsen.
Kollegenzusammenhalt
Die Kolleginnen und Kollegen im direkten Umfeld sind der Hauptgrund, warum man trotz vieler interner Herausforderungen bleibt. Der Zusammenhalt im Team ist stark, man unterstützt sich gegenseitig und hält zusammen. Leider wird dieses positive Arbeitsklima gelegentlich durch das Verhalten mancher Führungskräfte getrübt, die sich stark an die Hierarchie klammern und eher nach oben gefallen wollen, als sich wirklich für ihr Team einzusetzen.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der direkten Führungskräfte ist teils in Ordnung, allerdings merkt man in gewissen Situationen eine sehr einseitige Kommunikation – Entscheidungen werden getroffen und verkündet, ohne Raum für Diskussion. Kritik oder alternative Meinungen wirken oft unerwünscht. Das Management erscheint in vielen Fällen intransparent und stark geprägt von internen Freundschaften statt objektiver Führungskompetenz. Obwohl man sich nach außen als internationales Unternehmen präsentiert, wirkt das Mindset intern oft erstaunlich rückständig und wenig reflektiert.
Arbeitsbedingungen
Home Office ist grundsätzlich möglich und ein fixer Office-Tag pro Woche ist vorgesehen – was für den Teamzusammenhalt auch sinnvoll sein kann. In der Praxis gibt es jedoch viele Ausnahmen. Mitarbeitende, die weiter weg wohnen (z. B. in Salzburg), müssen regelmäßig ins Office pendeln, während Personen in höheren Positionen oder mit den richtigen Kontakten deutlich mehr Flexibilität genießen.
Kommunikation
Ideen und Vorschläge werden zwar angehört, allerdings hat man oft den Eindruck, dass sie nicht ernsthaft berücksichtigt werden. Entscheidungen werden häufig ohne Rücksprache mit dem Team getroffen, was das Gefühl verstärkt, dass Mitsprache kaum gewünscht ist. Manche Initiativen werden erst Monate später umgesetzt – genau so, wie es bereits zuvor von Mitarbeitenden vorgeschlagen wurde, allerdings ohne Anerkennung oder Rückbezug. Oft bleibt nur: akzeptieren oder gehen.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt liegt am unteren Ende der Skala und orientiert sich oft am Mindestlohn laut Kollektivvertrag. Gehaltsgespräche finden nicht wirklich statt – stattdessen werden Beträge einfach vorgegeben. Wer versucht, über faire Anpassungen zu sprechen, stößt schnell an Grenzen. Die Haltung wirkt oft nach dem Motto: „Nimm es oder geh.“ Sozialleistungen sind minimal und kaum ein Ausgleich für die geringe Vergütung.
Gleichberechtigung
Auf dem Papier wird Gleichberechtigung ernst genommen, und im Arbeitsalltag herrscht grundsätzlich ein respektvoller Umgang. Problematisch wird es jedoch, wenn Grenzen – etwa auf Firmenfeiern – überschritten werden: In solchen Fällen wird kaum oder gar nicht reagiert, was das Vertrauen in die gelebte Gleichbehandlung deutlich untergräbt
Interessante Aufgaben
Es gibt durchaus abwechslungsreiche Aufgaben, und gerade bereichsübergreifende Projekte können spannend und lehrreich sein. Wer Eigeninitiative zeigt, kann sich temporär in neue Themenfelder einbringen. Allerdings fehlt es langfristig an klaren Entwicklungsmöglichkeiten oder echter Karriereperspektive. Viele Herausforderungen im Produkt wiederholen sich ständig, ohne dass nachhaltige Lösungen gefunden werden – was auf Dauer frustrierend sein kann.

